Donnerstag, 11. April 2013

How To Destroy Angels - Welcome oblivion

cover

Nein, bei “Welcome oblivion” handelt es sich weder um den Soundtrack noch um das Urteil der Kritiker zum Film mit Tom Cruise. “Welcome oblivion” ist das Debütalbum des Projekts How To Destroy Angels. Trent Reznor hatte mit zwei EPs seit 2010 den Weg für diese Platte bereitet.

Seitdem die Nine Inch Nails 2009 in den Winterschlaf geschickt wurden, nutzte Reznor vor allem Soundtracks als Katalysator und Ventile seiner Kreativität. Diese waren auch recht erfolgreich und wurden mit Preisen bedacht. Doch die meist Instrumental-lastigen  Tracks konnten mich nicht überzeugen. Im Vergleich zu den früheren NIN-Alben fehlte vor allem… eine Stimme. Anscheinend hatte auch Reznor Lust, seine Musik mal wieder um eine solche zu bereichern. Und was lag da näher als sich in seinem eigenen Haushalt umzuschauen und seine Frau Mariqueen Maandig mit ins Studio zu nehmen.  Gerade der Kontrast zwischen den Industrial-geprägten Sounds und Maandigs weitgehend unaufgeregtem Gesang macht den Reiz des Albums aus, obwohl man sich durch etwas charakteristischere Stimmen durchaus eine stärkere Wirkung vorstellen könnte.

Wohl auch wegen der beiden beteiligten und bereits NIN-erprobten Mitstreiter fällt “Welcome oblivion” musikalisch wenig überraschend aus. Doch ich sehe das Projekt als Teil von Trent Reznors “musikalischem Lebenszyklus”. Mit nun fast 50 war er vielleicht etwas alt für die endlose Fortführung der nun wirklich ausgetretenen und mit spätestens mit “Ghost I-IV” planierten NIN-Pfade. Die beiden Soundtrack zu “The Social Network” und “The Girl with the Dragon Tattoo” verschafften ihm Anerkennung und etwas Freiraum. “Welcome oblivion” ist allemal besser als gepflegte Instrumental-Langweile und als Teil der musikalischen Neuerfindung akzeptabel aber trotzdem bin ich gespannt, was aus dem angekündigten Nine Inch Nails-Reboot entstehen wird.

Musikreviews.de:

„Welcome Oblivion“ ist eine spannende und trendbefreite Reise durch den Kosmos des elektronisch Machbaren und besitzt einen künstlerischen Anspruch, der sich in schwindelerregenden Höhen befindet.

Die Songs “Keep it together”, “Ice age” und “How long” sehe ich als Highlights auf “Welcome oblivion” an.

Die Vinyl-Edition wurde um zwei Tracks ergänzt, die auch auf der beigefügten CD enthalten sind. Die iTunes-Version des Album kommt mit den sechs Tracks der 2010 kostenlos verteilten Debüt-EP.

Das Video zu “How long”:

2 Kommentare:

Dirk hat gesagt…

Die Single geht noch, der Rest ist ziemlich anstrengend.

4 Punkte

Ingo hat gesagt…

6 Punkte