Neue Platten vorstellen, diskutieren und bewerten.




Donnerstag, 17. April 2014

Amatorski - From Clay To Figures
Dirk Donnerstag, 17. April 2014 0 Kommentare




















Helmut Lotti ist der bekannteste Musiker aus der belgischen Stadt Gent. Sagt Wikipedia.
Daran etwas ändern werden hoffentlich Amatorski, ein 2008 von der Sängerin und Songwriterin Inne Eysermans, dem Gitarristen Sebastian van den Branden, der Bassistin Hilke Ros und dem Schlagzeuger Laurens van Bouwelen gegründetes Quartett. Verdient hätten sie es auf jeden Fall und von "amateurhaft", was der ursprünglich aus dem Polnischen stammende Bandname bedeutet, kann gar nicht die Rede sein. Sage ich.

2011 erschien nach einer ersten EP ("Same Stars We Shared", 2010) mit "TBC" das Debütalbum von Amatorski, das Vergleiche zu Portishead und Sigur Rós hervorrief. Für den Nachfolger "From Clay To Figures" würde ich gern noch Múm, Efterklang und Daughter hinzufügen. Die warme Stimme von Inne Eysermans, das versponnene, elektronische und häufig mit sirrenden Gitarrenklängen unterlegt Geplucker sowie die oftmals hypnotische, fast sakrale Grundstimmung sind die Gründe dafür.     

Bergketten, fallende Schneeflocken, ein Cover, gehalten in unterkühlten Blautönen und magischen Weißschattierungen. Zu klischeehaft? Vielleicht. Dennoch hätten Amatorski ihr Schaffen kaum treffender visualisieren können. Während die Natur sich von der kalten Jahreszeit befreit, veröffentlichen Inne Eysermans und Sebastiaan Van den Branden ein aus zeitloser Eleganz, ausdrucksstarker Reduziertheit und ergreifender Frostigkeit aufgeschichtetes Kleinod elektronischer Arrangements, die in kein Genre passen wollen. Eine hoffnungsfrohe Endzeitstimmung liegt in der sakral anmutenden Traumwelt der Belgier. Eine, die von einer abgeschiedenen Heimlichkeit lebt. Und diese zu genießen weiß.
(westzeit)




Ihr Nachfolger "From Clay To Figures" führt mit sanften Songs wie "Hudson" oder "Wild Birds" nicht nur ihren melancholischen Klang fort, sondern bleibt dem Duktus aus Vintage-Keyboards, andächtigen Bläsern und pointierten Drum-Salven treu. Dass die dreizehn neuen Tracks dabei an unterschiedlichen Orten entstanden sind, ist beinahe Nebensache. Denn Songschreiberin Inne Eysermans geht es zwar einerseits um die Flucht vor dem hektischen Alltag ("Fragment"), aber vor allen Dingen um die eigenen Fans.


So ließen Amatorski ihre Follower auf der interaktiven Seite "Unlock" Teil des Hörgenusses werden, indem Songteile über soziale Netzwerke weitergegeben wurden, nach dem Motto: je öfter die Botschaft geteilt wurde, desto mehr dürften die Fans ins neue Werk hören. Und das ist noch lange nicht alles: Auf Deleting Borders.com können Fans sogar den Song "How Are You?" durch einzelne Klicks neuarrangieren. Fernab der frischen Marketing-Ideen überzeugt "From Clay To Figures" mit einer emotionalen Kombination aus Gitarren- und Synthie-Sounds, die mit einem eindrucksvollem Gespür für harmonische und atmosphärisch aufgeladenen Arrangements kein Herz verfehlen dürften.



Amatorski in Deutschland:

24.04.14 Berlin, Kantine am Berghain
25.04.14 Hamburg, Übel & gefährlich Turmzimmer


Mittwoch, 16. April 2014

James Walsh - Turning Point
Dirk Mittwoch, 16. April 2014 0 Kommentare




















Irgendwie hatten Starsailor ihr Pulver schnell verschossen: Das Debütalbum "Love Is Here" (2001) war toll, aber der Nachfolger "Silence Is Easy" (2003) war dann plötzlich Album des Jahres bei Platten vor Gericht - und keiner wusste so recht warum. Weder "On The Outside" (2005) noch das etwas bessere "All The Plans" (2009) konnten das Niveau der ersten beiden Alben erreichen und schließlich legte die Band kurz nach der Veröffentlichung ihrer vierten Platte das Projekt Starsailor erst einmal auf Eis.

Ihr Sänger, James Walsh, veröffentlichte 2012 über iTunes das in Zusammenarbeit mit Sacha Skarbek entstandene Album "Lullaby" und lässt nun das über Pledge Music finanzierte "Turning Point" folgen.

James Walsh wandert in gewohnten Gefilden und präsentiert melodiösen Rock, der auch so in den 70er Jahren hätte erscheinen können und nirgendwo aneckt. Tim Buckley lässt immer dann, wenn Walsh nur zur akustischen Gitarre singt und ins Falsett verfällt (was sehr oft passiert), schön grüßen. Nur selten dürfen Gitarren und Schlagzeug ein wenig rocken ("The Man", "If I Had The World"), meistens umschmeicheln Piano und Streicher den Gesang, einmal auch Suzanne Vega ("Firing Line") und ein gospelartiger Chor ("Better Luck Next Time").   

"Turning Point" wurde in den Fisher Lane Farm Studios von Genesis aufgenommen, von Harry Rutherford, dem Sohn von Mike Rutherford (Genesis, Mike + The Mechanics), produziert, steht seit dem 15. April als CD in den Läden und wird hier sicherlich nicht Album des Jahres werden. Fans von Starsailor können jedoch bedenkenlos zugreifen.  


Revealing that he has lost none of his charm at all, it opens with the title track, which has a 1970 George Harrison flow while his vocals remain solid. 'Better Part of Me' is stripped right down, and, a beautiful love song to a wife or partner, is very believable, which is what attracted me to Starsailor originally.

'Empire' is a soul-searching number that will be enjoyeed by his regular audience and shows that the muse hasn't left him at all. 'That Man', is toe-tapping fun, while 'Firing Line' is acoustic-based, again bare to its naked bones, and soulful, reminiscent of Sarsailor's original mentor Tim Buckley.

'Broken You' opens with stunning acoustic guitar, and is heartfelt and warm as a father sings to a sick child. 'We Could Try' is anthemic, and recalls Starsailor in all their brilliance.

'Fading Grace' is gentler, and, finding James backed by just guitar and strings, is absolutely heart melting. 'If I Had the Words' is scratchy, with something of a Crazy Horse vibe.

'Isabel' is backed by piano with soaring vocals which increases his vocal range, and creates a melting point of great ideas. The soulfullness of 'Better Luck Next Time' ends a great debut solo album.
(pennyblackmusic)


Walsh wastes no time reminding us what we have been missing with his unmistakable voice in full flow by the time the title track hits the chorus in the album opener. ‘Turning Point’  has a very catchy chorus – I am instantly hooked and find myself humming and singing along despite it being only my first play of the album.  ‘Better Part of Me’, ‘Empire’ and ‘That Man’ follow and four tracks into the album I think to myself “this album could be getting some serious air-play in my car and house over the coming months”.
The album also features a couple of duets (provided you manage to get copy with the Bonus Track – ‘Better Part of Me’ featuring Carice van Houten) and ‘Firing Line’, featuring Suzanne Vega of ‘Luka’ fame, sounds delicately beautiful with her voice complementing Mr Walsh perfectly in this track.
‘We Could Try’ and ‘If I Had The Words’ remind me somewhat of earlier Starsailor material and both sound great. Granted I have always enjoyed James Walsh’s voice and the material Starsailor released but these are some fantastic songs in their own right. ‘Fading Grace’ hits the mark again and whilst Walsh has been compared to Chris Martin in the past, in this song I am thinking more Bono and loving it!
(gigslutz)


Dienstag, 15. April 2014

Tom Hickox - War, Peace And Diplomacy
Dirk Dienstag, 15. April 2014 0 Kommentare




















Das Londoner Indie-Label Fierce Panda kann in seinem 20-jährigen Bestehen schon auf die ein oder andere tolle Entdeckung verweisen. Beispiele gefällig? Gerne: Ash, The Bluetones, Supergrass, Baby Bird, Coldplay, Placebo oder Keane. Die meisten Acts wurde jedoch nach ersten Single-Veröffentlichungen schnell von einem Major-Label unter Vertrag genommen....

Das könnte bei Tom Hickox auch passieren. Der Singer/Songwriter aus London wurde 1981 als Sohn einer Orchester-Musikerin und des berühmten Dirigenten Richard Hickox geboren. Da nimmt es nicht wunder, dass auch der Junior auf dramatische und symphonische Arrangements setzt und dazu mit tiefer Stimme herrlich croont.

Die neun zeitlosen Titel seines Debütalbums "War, Peace And Diplomacy" lassen daher an die ruhigeren Lieder von Woodkid ("The Pretty Pride Of Russia", "A Normal Boy") oder Richard Hawey ("Good Night") denken. Hawley selbst ist auf dem Album auch zu hören und spielt auf der zweiten Single "Out Of The Warzone" Gitarre. Zudem nahm er Hickox mit auf Tournee und lieh ihm für die Aufnahmen auch seine Band und seinen Produzenten Colin Elliot aus.

Highlights hervor zu heben ist schwierig, vielleicht sind dies aktuell für mich "White Roses Red", das klingt, als ob Thomas Feiner (Anywhen) von Radioheads "Pyramid Song" inspiriert worden wäre, und "Let Me Be Your Lover", das nicht nur textlich berührt:


In England erschien diese wirklich großartige Platte bereits am 10. März, Deutschland muss sich noch bis zum 25. April gedulden. Leider gibt es bisher noch keine Vinyl-Veröffentlichung.


Besonders spektakulär ist die Stimme von TOM HICKOX auf seinem Debüt "War, Peace And Diplomacy" (Fierce Panda/Cargo): Ein warmer, in den neun Liedern spürbar unterforderter Bariton, der durch sinfonisch-schwermütige Arrangements gleitet. Diese Musik kann man sich ebenso gut in einem plüschigen Club vorstellen wie in Londons Royal Albert Hall mit großer Orchester-Begleitung.

Der Apfel fällt ja auch nicht weit vom Stamm: Toms Vater Richard Hickox war einer der renommiertesten britischen Klassik-Dirigenten - daher wohl die Vorliebe des Sohnes für üppige Streichersätze und Cinemascope-Stimmungen. Ohne gute Songs wäre das nur hohles Pathos, aber an guten Songs mangelt es Tom Hickox zum Glück nicht.

Ob mit der Sehnsuchts-Ballade "Let Me Be Your Lover", dem Polit-Drama "A Normal Boy" oder dem traurigen "The Lisbon Maru" - dieser Pianist, Sänger und Songwriter aus dem Londoner Stadtteil Camden versteht sein Handwerk. Dass es Hickox im abschließenden "Good Night" mit dem Bombast etwas übertreibt - geschenkt. Von diesem Britpop-Crooner ist noch einiges zu erwarten.
(süddeutsche)


Let Me Be Your Lover is a song which features lines every love-stricken human being wishes they could pen, if only to tell their love these lines: “Let us share a tombstone in a graveyard by the sea/ then let us hear the crushing in immortality/ let me be your lover, let me be your friend/ let me be beside you whenever it’s the… end.” Muted horns moan in the background with the orchestra, a great swell of sadness moving around the listener. The Pretty Bride Of Russia has Hickox singing from the perspective of a young girl looking to go to London: “I’ll learn to act and sing and make my father proud.” A small orchestra moves the emotion along, undertowing that voice.

To describe Hickox’s voice is an exercise in image comparison. Utterly unique, it fluctuates, croaks, and croons in an unmistakable North London accent, conjuring up smoky pubs and music halls alike, as if Josh Groban has been hanging out with Tom Waits and is splitting the difference. In White Roses Red, swooping strings in minor keys move forcefully across a wall of sound while Hickox gives an intense vocal performance, all screams and utterings in the same sentence. It is here his diction, phrasing, and talent in singing really shine.

In politics, Hickox wisely avoids tackling divisive topics head-on, and instead centers on the human element. No sloganeering here. A Normal Boy is a heartbreaking portrayal of a young man falling into the lure of terrorism. “I want to do what’s right/ I want to carry the fight/ ‘cause I’ve seen a light,” he repeats over and over as the music grows more chaotic, successively showing the aggression and chaos within. Out Of The Warzone describes death in vivid terms, to a tune more more appropriate for romance. This choice isn’t mere irony or satire. When he sings, “My soul is floating away out of the warzone,” no trace of detachment is found, just sweet release.

As Hickox himself says, “I am a great believer in the listener finding their own way. I have failed as a writer if there’s only one interpretation of the lyrics.” For music that moves the soul, you can surely do no better. War Peace And Democracy is a masterwork, demanding repeated listens and sure to spark endless musings and study. And why not? Containing both sobriety and humour, beauty and the grave, Tom Hickox has created a modern classic, a must-have for all those who wish to feel.
(music omh)

Montag, 14. April 2014

The Faint - Doom Abuse
Dirk Montag, 14. April 2014 0 Kommentare




















Obwohl The Faint aus Omaha, Nebraska, stammen, früher auf Saddle Creek veröffentlichten und auch ein gewisser Conor Oberst einmal im Lineup der Band stand, passt ihr New Wave-Elektro-Punk klanglich recht wenig ins gängige Omaha-Folk-Kollektiv-Bild. Roh, elektronisch, tanzbar, energetisch und ruppig sind Begriffe, die zur Musik von The Faint passen und sich am Video zu "Help In The Head" gut überprüfen lassen:


"Doom Amuse" ist das sechste Album von The Faint, auf das uns die Herren Todd Fink (Gesang, Keyboards), Jacob Thiele (Keyboards, Gesang), Michael Dappen (Gitarre) und Clark Baechle (Schlagzeug) sechs Jahre warten ließen. Grund dafür war, dass sie nach der langjährigen Entstehung von "Fasciinatiion" (2008) und der folgenden Tournee schlicht ausgebrannt und ideenlos waren und sich zunächst nicht mehr viel zu sagen hatten. Die Musiker gingen erstmals getrennte Wege, verloren sich jedoch nicht aus den Augen und trafen sich in unterschiedlichen Projekten (z.B. Depressed Buttons) und Konstellationen wieder. 

Seit 2013 arbeiteten The Faint wieder an neuen Songs. Gemeinsam mit Mike Mogis gingen sie dann wieder ins Studio, um "Doom Abuse" möglichst direkt und live aufzunehmen, auch um damit der langwierigen Entstehungsgeschichte und Computertüftelei von "Fasciinatiion" entgegenzuwirken. 

Metacritic weist derzeit einen Schnitt von 70/100 Punkten bei 8 berücksichtigten Kritiken aus. Am oberen Ende der Skala steht The A.V.Club (83), am unteren der NME (60):      

The result is a jittery patchwork of synthpunk pogos (“Evil Voices,” the Devo-esque “Dress Code”), industrial-icy electronica (“Animal Needs,” “Unseen Hand”), metallic punk zaps (“Salt My Doom”) and zany dance-pop (“Scapegoat”).
By the end of Doom Abuse, this frantic energy winds down and culminates in a grinding closer, “Damage Control,” whose grayscale synthpop recalls The Human League’s early days. But even this outlier resonates, thanks to the cloud of regret and sorrow that permeates its lyrics. Whether agitated or brooding, Doom Abuse is a pointed reminder that The Faint is most comfortable when things are slightly askew.
(A.V.Club)

Having jerk-danced their way off the Ultra New Wave map in 2008 they now return with album seven, their goth-tinged electro-rock undimmed, their melodies unsettlingly wonky and their heads filled with scary voices ('Help In The Head', 'Evil Voices', 'Mental Radio'). A good seven years out of date, 'Doom Abuse' is pure synth-pop mania, frequently teetering between unadulterated Trent Reznor pop brilliance ('Unseen Hand', 'Lesson From The Darkness') and impressions of Skrillex driving a monster truck through a Savages gig in a video arcade ('Animal Needs', 'Dress Code'). Does it abuse you? Oh yeah… 
(NME)

Des Königs Goldene - Und Los




















Man könnte glauben, ich höre den ganzen Tag ausschließlich deutschsprachige Musik, wenn man sich so meine Vorstellungen ansieht. Dem ist natürlich nicht so, auch bei mir ist es ein eher kleiner Prozentsatz, aber irgendwer muss ja diese vernachlässigte Flagge hier hochhalten.
Und auch wenn meine Vorlieben, doch eher im "harmonischen" Bereich des deutschsprachigen Sektors liegen, gerne mal Singer/Songwriter, gerne auch mal die eingängigeren Punk/Indie-Bands, ist es doch immer wieder ganz schön, wenn man Bands findet, die sich zumindest ein klein wenig in ihren Vorbildern von dem absetzen, was gerade so "angesagt" ist.
Dieser Tage ist mir mit DES KÖNIGS GOLDENE so eine Band untergekommen. Wenig lautes Geschrei, wenig befindlichkeitsorientierte "Junger Mann mit Gitarre"-Musik, sondern viel mehr gerade auf den Punkt gespielte Rock-Musik (ohoh), die mich persönlich sehr an die damalige Garde des "Brit-Rock" mit ihren Protagonisten a la FRANZ FERDINAND, ARCTIC MONKEYS oder die KAISER CHIEFS (zu Zeiten des glorreichen ersten Albums) erinnert. Beim Opener "Weisse Wand", der zwischen sehr reduzierten Strophen und gitarrenlastigen Refrains wechselt, fällt das vielleicht noch nicht so ins Ohr, aber spätestens mit den ersten Takten von "Schnell und Schrill" ist das nicht mehr wegzudiskutieren.






Man fühlt sich zurückversetzt in den Sommer 2005, als wäre es gestern gewesen und dem ein oder anderen mag auch der Name MANDO DIAO durch den Kopf rauschen. Dass die Band aber auch das Thema Ballade durchaus gut bearbeiten kann, zeigt sich dann schon mit dem nächsten Song "Mein Dach". Manches Mal wird es mir allerdings ein bisschen zu karg z.B. in "Patient 0" und ich würde mir insgesamt eine etwas vollere Produktion wünschen, aber kaum, dass es mit einer weiteren Single "Bei Dir" wieder nassgeschwitzt Richtung Tanzfläche geht, ist das umgehend vergessen und der nächste Indiediskohit geboren.






Und da ich ja ein Namedropper vor dem Herrn bin, muss ich an dieser Stelle natürlich auch noch erwähnen, dass es vor einigen Jahren schon mal eine Mainzer Band gab, die einen ähnlichen Ansatz verfolgte, und an die mich DES KÖNIGS GOLDENE auch ein wenig erinnert, AULETTA.
Und weil sie, wen wundert es, natürlich auch nie die verdiente Anerkennung bekommen haben, seien auch sie noch schnell mit einem Video hier verewigt, weil irgendjemand muss die Flagge ja hochhalten.





Sonntag, 13. April 2014

Scraps Of Tape - Sjätte Vansinnet
Olly Golightly Sonntag, 13. April 2014 0 Kommentare


















Scraps Of Tape haben sich 2001 in Malmö gegründet und zwischen 2004 und 2011 vier Alben veröffentlicht. Mit ihrem neuesten Werk Sjätte Vansinnet stehen sie endlich erstmals bei uns vor Gericht.

Musikalisch bewegen sich die fünf Schweden zwischen Post-Rock und Indie(-Schrammelpop) - und sie wissen (typisch schwedisch), wie man Melodien schreibt. Post-Rock-typisch gibt’s natürlich auch den ein oder anderen Instrumental-Track (es sind vier der zehn Stücke), wobei die besten Stücke des Albums meines Erachtens die mit Gesang sind.

Album No.5 beginnt direkt mit vollem Schub nach Vorne. Eine majestätische Melodie, filigrane Breaks. Dann wird das Tempo rausgenommen und ‘We the Leftheaded’ wandelt traumwandlerisch zwischen Indie- und Postrock mit einem leicht progressiven Einschlag und einem herzzereißendem Gesang im Finale. (prettyinnoise.de)



Was SCRAPS OF TAPE […] veranstalten, ist beängstigend stark: "Hands In Hands" beispielsweise kann mit unterschwelligem OCEANSIZE-Flair und dezenter Indie-Rock-Schlagseite überzeugen (Wunderbar auch: die energischen Anschläge der Akustik-Klampfe im treibenden Mittelteil). Aber auch das wiegende "Teardrop Fucking Dropkick" und das intensive "Vultures With High Heels", das von brachialer Epik bis hin zu tänzerischer Leichtigkeit die gesamte Spannweite des Genres abdeckt, reißen mit. (metal.de)



Sjätte Vansinnet bietet eine ausgewogene Balance zwischen instrumentalem Können, dem unglaublich verbessertem Gesang eines Johan G. Winther, sowie dem Schlagzeugspiel des Ausnahmedrummers Frederik Gillhagen. Um die Hörerschaft noch mehr zu motivieren: Leser, die dies hörten, mögen auch Low, At the Drive-in, Mogwai etc… (prettyinnoise.de)




Samstag, 12. April 2014

Seahaven - Reverie Lagoon: Music for escapism only
Ingo Samstag, 12. April 2014 0 Kommentare























Die kalifornische Band Seahaven wurde 2008 gegründet. Vielleicht lag es am “Reifeprozess” der Mitglieder, dass sich die Herren damals schon von ihren individuellen Hardcore und Post-Punk Wurzeln ein Stück weit in Richtung Indierock wandten. Ihr erstes Album “Winter forever” wurde mit Brand New verglichen. Auf dem Nachfolger “Reverie Lagoon: Music for escapism only” entwickelt sich Band weiter und bietet mehr Power und Ideen als so manche desillusionierende Post-Rock Band ohne so eingleisig wie manch eingefahrene Indierock Verfechter zu wirken.

Alben mit mehr als zwölf Titeln schrecken mich im Allgemeinem wegen des Verdachts auf “zu viel gewollt” ab, aber da einige der Tracks auf “Reverie Lagoon: Music for escapism only” mit Spieldauern von unter zwei Minuten eher als Einlagen zu betrachten sind, hat sich die Band nicht übernommen. Abgemischt wurde das Album von Ben Brodin, der auch bei First Aid Kits “The lion’s roar” am Piano zu hören war und als Techniker an Bright Eyes’ “The people’s key” mitwirkte. Auch das kann als Indiz für die Seahavens breite Ausrichtung gelten.

Rare musikalische Ausbrüche (“Wild west selfishness”), orchestrale Momente und ruhige Passagen sorgen für reichlich Abwechslung auf dieser Indierock Scheibe.  Kyle Sotos Stimme bewegt sich mit charmanten Ecken und Kanten geschickt diesseits der Nervgrenze. Stellenweise fühle ich mich an Idlewild erinnert. Das Album benötigt etwas Zeit um dann in jedem Durchgang neue Facetten zu offenbaren. Wer von “purem” Indierock gelangweilt ist, sollte Seahaven etwas Aufmerksamkeit widmen.

“On the floor”, der folkige “Highway blues”, das rockige “Flesh”, “Karma consequential” und “Four-eleven” sind meine Favoriten auf “Reverie Lagoon: Music for escapism only”. 


Naturally with a title like Reverie Lagoon: Music For Escapism Only, you can expect melancholy throughout. It's actually quite amazing how well everything "fits" together - the title, art, and music all feel unified and that should be thrilling to music nerds everywhere. Reverie Lagoon is an immersive experience that will satiate your senses tenfold.[...] Reverie Lagoon will be heralded as one of the most thrilling albums of 2014 - get lost in it.

“Love to burn”:


“Wild west selfishness”:


Seahaven live:
  • 13.04. Hamburg
  • 14.04. Köln
  • 15.04. Berlin

Monochrome - Unità
Olly Golightly 0 Kommentare





















Wann genau die Band Monochrome entstand, ist als Außenstehender schwer zu sagen. Hervorgegangen aus der Hardcore-Kombo Dawnbreed, gab es in den Jahren 1996 bis 2000 quasi ein Bandhybrid, das seine musikalische Identität zwischen Punk, Indie und Pop suchte und 1999 mit Laser ihr erstes Album unter dem Namen Monochrome veröffentlichte. Es folgten Ferro (2003), éclat (2006) und Caché (2008).

"Hardcore im Herzen, Punk in den Beinen und Pop auf den Lippen!" heißt es dann auch auf ihrer Facebook-Seite. Und das klingt so:



Das Monochrome-Kollektiv ist auf dieser Platte sehr umfangreich, bei den Vocals mischen dann auch noch Miss Kenichi, Katharina Puscher und Ahlie mit, die zehn Jahre nach ihrem Ausstieg bei Monochrome gleich zwei Songs ihre Stimme verleiht. Beim Sound ist eine hohe Bandbreite vorhanden, von Pop, Post-Punk, Indie bis hin zu Jazz ist alles vertreten, was eine gute Platte ausmacht, man entdeckt selbst Querverweise auf The Clash und Joy Division, Weilheim schimmert auch das eine und andere Mal ein wenig durch.(borderlinefuckup.com)



Dafür, dass Monochrome fünf Jahre Hipstertum, Hype-Maschinerie und was es sonst noch so gibt verpasst haben, geben sie sich schön zeitgenössisch und haben da einen wundervolleren Track nach dem anderen arrangiert. Vielfältigkeit ist so ein anderes Attribut, welches wir leicht für ihr Album benutzen können. (soundkartell.de)

Tourdaten (ohne Gewähr):
12. April Dresden, Chemiefabrik
13. April Köln, Blue Shell
17. April Berlin, Antje Oeklesund
18. April Leipzig, Lola Bar
20. April Bielefeld, AJZ
21. April München, Orangehouse
22. April Stuttgart, Schocken


Freitag, 11. April 2014

Intergalactic Lovers - Little Heavy Burdens
Dirk Freitag, 11. April 2014 0 Kommentare


















Auch mit ihrem zweiten Album "Little Heavy Burdens" haben die Intergalactic Lovers Einzug ins Grand Hotel van Cleef gehalten. Das 2011 veröffentlichte Debütalbum "Greetings & Salutations" konnte in ihrer belgischen Heimat auf Platz 3 der Charts residieren, während sich der Nachfolger, der bereits vor einigen Wochen erschienen ist, auf dem 5. Rang häuslich niederließ. 

In Deutschland können Lara Chedraoui (Gesang, Gitarre), Brendan Corbey (Schlagzeug), Maarten Huygens (Gitarre) und Raf De Mey (Bass) solche Erfolge noch nicht aufweisen, also nahm Labelchef Thees Uhlman sie mit auf Tournee und schrieb Timo Kumpf, Mitglied von Get Well Soon und Macher des Maifeld Derbys, für das er die Belgier auch letztes Jahr buchte, den Lobgesang, der auf der Grand Hotel van Cleef Homepage veröffentlicht wurde.  

Lassen wir also zunächst den Lobegesang und dann die erste Single "Islands" erklingen:
Das Spektrum reicht von folkig angehaucht bis hin zu sphärisch rockenden Songs. Bei dieser Band geht es nicht darum mit kurzlebigen Trends den Zeitgeist zu bedienen, sondern um ehrliches Songwriting, getragen von der bezaubernden Stimme von Frontfrau Lara Chedraoui. Dass diese mit ihrer authentischen und sympathischen Erscheinung mittlerweile auch die Titelseiten von Mode- und Lifestyle-Magazinen in Belgien schmückt, sei nur am Rande erwähnt. Dafür kann sie ja nichts. Die erste Single „Islands“ zeigt direkt, wo die Reise hingeht. Intergalactic Lovers schreiben keine Hits, die beim ersten Hören kleben bleiben um einen dann später umso mehr auf die Nerven zu gehen, sie schreiben Hits, die es einem auch beim zwanzigsten Durchlauf noch warm ums Herz werden lassen und einem stets ein gutes Gefühl geben. Obwohl die Grundstimmung des Albums gerne auch mal melancholische Töne anschlägt, „Little Heavy Burdens“ ist keine Herbst- oder gar Winter-Platte. Eine Sommerplatte auch nicht. Und auch auf den Frühling kann man sich nur bedingt einigen. Wer aufmerksam hinhört, der findet zu jeder Jahreszeit eine Insel voller Melancholie und Euphorie. Das mag jetzt kitschig klingen, aber in Zeiten von Entbundelung und Einzeltracks darf man als Fan des Formats Album auch mal romantisch werden. Mit „Little Heavy Burdens“ werden die Intergalactic Lovers möglicherweise auch die Galaxie erobern, aber die Welt scheint vorerst als Ziel realistisch und ausreichend. 


Intergalactic Lovers unterwegs:

24.04. Münster, Gleis 22
25.04. Düsseldorf, Zakk
26.04. Stuttgart, Schocken
27.04. Ch-Bern, Rössli Reitschule
28.04. Ch-Zürich, Bar Rossi
29.04. Wiesbaden, Schlachthof
01.05. Köln, Blue Shell
08.05. Osnabrück, Kleine Freiheit
09.05. Hamburg, Prinzenbar
10.05. Hannover, Lux
12.05. Gera, Comma
13.05. Berlin, Auster Club
14.05. Leipzig, Werk 2
15.05. Konstanz, Kulturladen
16.05. Ravensburg, Studio 104
17.05. Trier, Exil
31.05. Nürnberg, Künstlerhaus

Donnerstag, 10. April 2014

MarieMarie - Dream Machine
Dirk Donnerstag, 10. April 2014 0 Kommentare




















Der deutsche Vorentscheid zum Eurovision Song Contest 2014 war wirklich eine Qual. Wer, wie wir, bis zur Entscheidung durchgehalten hat, musste (um nur das Schlimmste zu nennen) gleich zwei Lieder von Santiano und Unheilig überstehen. Da sich Elaizas "Is It Right" glücklicherweise gegen "Wir sind alle wie eins" durchsetzen konnte, müssen wir uns am 10. Mai in Kopenhagen nicht wieder schämen.

Der Titel, der mir an diesem Abend am Besten gefiel, kam zumindest bis ins Halbfinale: "Cotton Candy Hurricane" von Maria Scheiblhuber, die sich als Künstlerin MarieMaria nennt und ihre Musikrichtung "Folktronic-Pop" tauft. 
MarieMarie sieht aus wie das gemeinsame Kind der Thompson Twins und ist auch musikalisch tief in den 80ern verwurzelt. Dazu gibt es eine Prise Folk, den Einsatz von Harfe und Cello, konterkariende, moderne Elektro-Sounds und eine Stimme zwischen Florence Welch und La Roux. Die 12 Titel ihres Debütalbums "Dream Machine" überraschen positiv, auch wenn sie vom Produzenten Roland Spremberg (a-ha, Unheilig) zu sehr auf Hochglanz getrimmt wurden. Etwas mehr versponnene und entrückte Kate Bush-haftigkeit hätte dem Album gut getan. Dass dies durchaus möglich gewesen wäre, beweisen die sechs in reduzierter Version dargebotenen Titel der Deluxe-Version. 

Nicht nur ich scheine auf die Singer/Songwriterin und Harfenistin aufmerksam geworden zu sein, denn "Cotton Candy Hurricane" kletterte bis auf Platz 39 der deutschen Charts und das dazugehörige Album "Dream Machine" erreichte sogar Platz 14.


Neben weiteren leicht zugänglichen Titeln wie „Open your eyes“, in dem MARIEMARIE den Zauber eines anbrechenden Tages einfängt oder dem leicht unterkühlten „Under the neon sky“ gibt es auch Stücke, die mit verschachtelter Songstruktur, Breaks und kleinen Eruptionen eine weit weniger poppige, dafür um etliches interessantere Seite von MARIEMARIE aufzeigen. „Tell me“, oder „20 Steps“ zum Beispiel, die sie mit fast BJÖRK-scher Entrücktheit zelebriert. Dazwischen gibt es dann noch vertonten Seelenbalsam, wie das traumverlorene „White“ oder den schwelgerischen Titelsong „Dream machine“, der trotz des Streichereinsatzes gekonnt alle Klippen des Kitsches umschifft. Abgesehen vom abschließenden „Unparadised“ steht die Harfe nie direkt im Vordergrund, sondern setzt eher gekonnt Akzente. Besonders gut zum Einsatz kommt sie für meinen Geschmack beim schön dahinfließenden „Wild bees honey“.
(Terrorverlag)


Noch eher aber durfte man angetan sein von den Darbietungen ihres Folktronic-Sounds, in dem Elektro-Pop eine Allianz eingeht mit Harfe, Hackbrett und Flöte und klassische Instrumente Hand in Hand gehen mit synthetischen Beats. Wie auch auf "Dream machine". Und so hält es MarieMarie nicht zwingend auf dem Hocker an der Harfe, vielmehr lässt sie sich treiben vom Rhythmus von "Cotton candy hurricane", einem der ersten Stücke, das sie schrieb. "We ride on a sweat sweat hurricane / While we're trapped in cellophane." Das kann ganz schön ansteckend sein, wenn alles sitzt wie in "Wild bees honey". Und dabei nicht formelhafte Songs wie "Ode to a dream" zum Vortrag kommen, das zuckende Streicher bietet, dem Hackbrett sein Solo-Outro gibt und der Beat gerade einmal so viel stampft, wie es ausgelatschte Sandalen eben so zulassen.
(Plattentests)


MarieMarie auf Tour:

11.04. Bremen – Lagerhaus
12.04. Osnabrück – Popsalon 5
13.04. Krefeld – Kulturfabrik
14.04. Hamburg – Laeiszhallealle (kleiner Saal)
16.04. Potsdam – Lindenpark
19.04. Bamberg – Haas Säle

Mittwoch, 9. April 2014

Jonah's Onelinedrawing - Me And You Are Two
Dirk Mittwoch, 9. April 2014 0 Kommentare



















Einen Überblick zu wahren über die Veröffentlichungen von Jonah Matranga ist nicht ganz einfach, denn neben seinen Tätigkeiten in den Bands Far, New End Original und Gratitude erschienen Platten unter den Namen Jonah Matranga, Jonah's Onelinedrawing oder Onelinedrawing und das über kleine Indie-Labels, nur online bzw. nur bei iTunes oder gar selbst gebastelt.

Aktuell greift der amerikanische Emo-Singer/Songwriter auf "Jonah's Onelinedrawing" zurück, schließlich wurde seit 2000 nichts mehr unter diesem Namen veröffentlicht.

"Me And You Are Two" kann weiter unten komplett angehört werden, beinhaltet 11 Songs, läuft knapp 33 Minuten und ist über die Bandcamp-Seite des Künstlers als CD käuflich zu erwerben. Und natürlich hat der sich selbst als Vinyl Nerd bezeichnende Jonah auch die LP  (limitiert, unterschiedliche Farben) im Angebot!  


Me And You Are Two finds Jonah negotiating some heavy territory – issues of mortality, fatherhood, what it is to identify as queer, codependency and more. He does it all with a wry sense of humor; the music video for the playfully anthemic “Free” features reworked footage from Olivia Newton-John’s iconic video for “Physical.” Regardless of the subject matter, the album radiates positivity and innocence. “I Really Love Yr Company” shines simply and brightly. The last song on the album, “Sing”, is being made into a children’s book. “You’re What Went Right” is an earnest, triumphant meditation on fatherhood that he wrote for his daughter, who recently left for college. “Yr Will” is a thoughtful, prayerful waltz backed by a stark Casio beat and atmospheric organs. The mournful, hook-laden “Bye-Bye Best Friend” was co-written with former New End Original bandmate and Texas Is The Reason guitarist Norman Brannon.
(Fever To Tell PR)


Jonah's Onelinedrawing in Deutschland (mehr Termine in Planung):

10.06.14 Berlin, Nero Bar
11.06.14 Berlin, Ramones Museum


Dienstag, 8. April 2014

The April Maze - The April Maze
Dirk Dienstag, 8. April 2014 0 Kommentare



















The April Maze versuchen gerade ihr drittes Album "Sleeping Storm" zu finanzieren, dass noch dieses Jahr erscheinen soll. Das australisch/britische Duo besteht aus Sivan Agam und Todd Mayhew, die auf der anderen Seite der Erdkugel wohnen und dort zuvor mit "Recycled Soul" (2010) und "Two" (2012) zwei Platten veröffentlicht hatten. Das Vereinigte Königreich und Europa wurden später alternativ mit der schlicht "The April Maze" betitelten Compilation bedacht, die sowohl neue Songs ("I've Seen The Rain", "Don't Let The Bastards Bring You Down") als auch ältere Titeln, darunter einige (von der Titelauswahl recht ungewöhnliche) Coverversionen u.a. von Coldplay ("Strawberry Swing"), The Hooters ("And We Danced") und The Beatles ("I've Just Seen A Face", "Two Of Us"), zusammenfasst.

Bereits ein Blick auf das Plattencover lässt vermuten, dass das Ehepaar nicht nur äußerlich tief in den 70er Jahren verwurzelt ist. Auch musikalisch präsentieren uns The April Maze traditionellen Folkpop im Geiste von Simon & Garfunkel, Bob Dylan und Joan Baez. Eine besondere Note erhält er durch die schlichten Arrangements mit akustischer Gitarre, Banjo, Cello und gelegentlichen Handclaps sowie den sehr schön eingesetzten Girl/Boy-Harmoniegesang.
  
"The April Maze" ist allen empfohlen, die sich zuletzt auch Platten von Of Monsters And Men, Mumford & Sons, Angus & Julia Stone und Edward Sharpe And The Magnetic Zeros zugelegt haben.    


(...) Agam’s voice a rich cocktail of dark molasses and sweet honey (particularly bluesy on ‘Tumbleweed’) while Mahew provides warm harmonies and counterpoints. Wisely, she dominates, with her other half only taking lead on three numbers, uptempo strummed folk rocker ‘I’ve Seen The Rain’, released as a single last year and one of the two new tracks, Winter’s story of his brother’s romantic travails and  ‘I’ve Just Seen A Face’ which, taken at a slower pace and rhythm than the original, is one of two Beatles covers included.

Although his banjo makes its presence felt (especially on the slow waltzing, stripped down ‘Salt Water’), as with Sivan’s  vocals, it’s the cello that dominates, giving a dark, earthy tone, fleshed out with violin, mandolin and bouzouki on several tracks, the latter pair evident alongside upright bass on the jazzy cabaret rhythms of ‘The Protest Song’.
(Folking.com)



his album is not just good, it is quite simply stunning. The guitars are simple and effective, the vocal harmonies are sublime, the cello, at times playful, at more times it is sinister and brooding, controls the atmosphere and mood with confidence and seems to, on more than one occasion, cheekily allude to the band's influence... And believe me, these guys wear their influences on their sleeves while all the time managing to avoid any direct comparisons. There are obvious moments of Damien Rice, but then, Fleet Foxes show up out of nowhere. One of the records strongest moments Don't Let The Bastards Bring You Down feels like KT Tunstal mixed with an Ennio Morricone Spaghetti Western soundtrack. My personal favourite The Protest Song, blends seamlessly once again the dramatism of Morricone with reggae, blues and a wonderfully surprising saxophone moment that would sit as well on Dark Side of the Moon as it does on this album.

This album has moments of great ambition, but also has a grasp on subtlety and glorious simplicity that should not flow as effortlessly from one song to the next as it does...but it really does. Running gracefully from dramatic and bold to soft and emotional, this album has blown me away, surprised me and manàged to keep me intrigued for the greater part of it's, all too short, 45 minute duration. This is all before I've even mentioned The Beatles covers...
(2 U I Bestow)




Montag, 7. April 2014

I Was A King - Isle Of Yours
Dirk Montag, 7. April 2014 0 Kommentare



















Der Teenage Fanclub Fanclub namens I Was A King veröffentlicht dieser Tage  sein viertes Album - zumindest in seiner norwegischen Heimat. Zuvor waren bereits "I Was A King" (2009), "Old Friends" (2010) und "You Love It Here" (2012) erschienen, aber "Isle Of Yours" dürfte ihre bisher beste Platte sein.

Natürlich haben Anne Lise Frøkedal (Gesang, Gitarre), Frode Strømstad (Gesang, Gitarre) und Ole Reidar Gudmestad (Bass) weiterhin einige Titel im Angebot, die stark an die schottischen Band rund um Norman Blake erinnern oder ihre Inspirationen aus den gleichen Quellen (The Byrds, Big Star, John Lennon, R.E.M.) ziehen. 

Abwechslungsreich wird es bei I Was A King nicht nur durch den Boy/Girl-Gesang von Frode und Anne Lise, die auf "Isle Of Yours" mehr und häufiger singt als zuvor, sondern auch das ein oder andere musikalische Experiment und komplexere Arrangements: so wird das balladeske "Pet Cemetary" von Piano- und Streier-Klängen getragen und "One Of Us" setzt auf elektronische Klänge und Trip Hop-Beats, die an Portishead denken lassen. 

"Isle Of Yours" wurde im Herbst 2013 in Oslo zusammen mit Jimmy Robertson (The Big Pink, Haim, The Last Shadow Puppets) aufgenommen und von Frøkedal und Strømstad selbst produziert. Am Schlagzeug half Bill Rieflin (R.E.M., King Crimson, Swans) aus und das hübsche Plattencover wurde von Work In Progress designt. 


Gaffa vergibt 5 von 6 Sternen:

Sødme og sentimentalitet.

Tiden flyr. Eller kanskje det bare er en av mange kvaliteter hos I Was A King, at de fortsatt føles som et friskt pust syv år etter at de debuterte med EP'en Losing Something Good For Something Better.

På Isle of Yours har de virkelig funnet formen, og videreforedler på ypperlig vis alle de gode tendenser fra sine foregående utgivelser. Samarbeidet med Robyn Hitchcock og Teenage Fanclub-frontmannen Norman Blake fikk mye omtale da I Was A King slapp albumet You Love It Here, men på Isle of Yours viser bandet en gang for alle at de ikke er avhengig av andre for å levere magiske toner. Som om det var noen tvil.

Bandets femte album er en deilig blanding av melankolsk sentimentalitet og gladlåter med litt mer tempo, og balansen mellom bestanddelene er også finfin. Isle of Yours fremstår som et gjennomtenkt og klokt album, som samtidig flommer over av spilleglede og følelser. Den balansen er det ikke mange som mestrer. Som en ekstra bonus får man følelsen av at bandet kommer til å levere i mange, mange år fremover.






Samstag, 5. April 2014

EMA - The Future's Void
Dirk Samstag, 5. April 2014 0 Kommentare


















Heute geht auf gar keinen Fall um japanische Pferdebilder, und auch nicht, was zumindest etwas näher liegend wäre, um die Europe Music Awards von MTV oder die Estnische Musikakademie. Heute dreht es sich um Erika M. Anderson, die sich als Künstlerin EMA abkürzt und mit "The Future's Void" nun ihr zweites Album vorlegt.

"The Future's Void" ist der Nachfolger von "Past Life Martyred Saints", wurde in Portland, Oregon, aufgenommen und von Erika M. Anderson zusammen mit Leif Shackelford produziert. Als erste Single wurde der Song "Satellites" ausgewählt:


EMAs Lo-Fi-Rock kommt vielfältiger als auf dem Debüt daher, zieht seine Inspiration nun einerseits auch aus Industrial-Sounds ("Satellites", "Neuromancer") und wagt andererseits Ausflüge in ruhigere, balladeske Gefilde ("Dead Celebrity", "When She Comes", "100 Years"), die dem Album gegen Ende einige Highlights bescheren. Hätte man mir "So Blonde" als neue Single von Courtney Love (Hole) vorgespielt, so hätte ich dies nicht hinterfragt, aber wissen wollen, warum ich mir das anhören muss. Das vom Piano begleitete "3Jane" wäre bei mir auch als neuer Song von Amanda Palmer durchgegangen.   

"The Future's Void" erscheint über City Slang / Matador Records als CD, limitierte, farbige LP sowie als limitierte Kassette und hat, wie der Musikexpress zu berichten weiß, einen thematischen Überbau:
Erika M. Anderson hat sich ein Thema für ihre zweite Platte zur Brust genommen, sich mit künstlicher Intelligenz und dem digitalen Gedächtnis der Ära Facebook befasst, das Daten sammelt und kombiniert und mehr von uns weiß, als wir uns je erträumt hätten. Es ist eine Melange aus Grusel und Faszination, die in den zehn neuen Songs der Amerikanerin immer wieder aufscheinen darf, in der melancholischen Pianomusik von „100 Years“ und den querschießenden Analog-Synthie-Melodien von „Satellites“, die von donnernden Elektrobeats in den Untergrund getragen werden, wo die Künstlerin dem „Neuromancer“ begegnet – benannt nach dem gleichnamigen Roman von William Gibson und Urstein für Cyberpunk.


Drowned In Sound vergibt trotz eines schwachen Beginns 8 Punkte:
(…) After that, ...Void manages to find its musical identity. ‘3Jane’, the third single, interpellates an imaginary listener more lost than any of the martyred saints but no less cared about; the music twinkles gorgeously like a cityscape at night; like the world outside the window when you tire of staring at screens. Beauty exists, the song suggests, but behind glass; far away, contained.

This, then, is the aesthetic of the album: drums clatter as before, guitars clang and scrape, synths blast white noise or saw-tooth waveforms impossible before computers… but all of this is contained, compressed, mixed down, and suborned to arrangements that define the music as a machine for delivering emotion. The raw, chaotic, noise-collages of her former band, Gowns, seem a long way away – but these elements are suspended to make humanity seem all the more precious. The music operates less as an end in itself and more as a counterpoint to the keening, whispering, screeching, gasping voice-as-expression-of-humanity: within the silicon maze, she suggests, there’s a ghost trying to get out.

And in a sense, it does. A crucial part of the EMA formula is the lullaby, nursery rhyme, or folksong updated (‘Cherylee’ on Red State, ‘Breakfast’ on PLMS); here, the echoes of playground chants in ‘When She Comes’ and ‘Dead Celebrity’ flatten any kind of musical hierarchy. They each look back to that first moment in childhood when we realize we can be creative – that music can be democratic – and they look forward to a moment in our collective history when all the icons that have so much power over us in 2014 are just material for children’s songs. Sure, the future's void but at least the past's present.


EMA in Deutschalnd:

21.05. Hamburg, Übel & Gefährlich
22.05. Köln, Blue Shell
23.05. Berlin, Prince Charles
31.05. Mannheim, Maifeld Derby