Neue Platten vorstellen, diskutieren und bewerten.




Montag, 22. September 2014

Einar Stray Orchestra - Politricks
Dirk Montag, 22. September 2014 0 Kommentare




















Sein Debütalbum veröffentlichte der Norweger Einar Stray noch unter seinem eigenen Namen: "Chiaroscuro" wurde hoch gelobt und erreichte bei Platten vor Gericht mit 7,438 Punkten immerhin einen guten 39. Rang der Jahresendauswertung 2012.

Seit dieser Zeit hat sich jedoch aus dem Soloprojekt mit wechselnden Mitstreitern ein festes Bandgefüge entwickelt, so dass Einar Stray (Gesang, Gitarre, Piano), Lars Fremmerlid (Schlagzeug), Ofelia Ostrem Ossum (Violoncello), Simen Aasen (Bass) und Asa Ree (Violine) mittlerweile unter dem Namen Einar Stray Orchestra firmieren und aktuell sowohl ihr Album "Politricks" veröffentlichen und durch Deutschland touren.  

"Politricks" pendelt auf 9 Songs in 43 Minuten zwischen intimen Kammerpop, melodiösen Indiepop und orchestralem Postrock, schreckt auch vor einem A capella-Song ("For The Country") nicht zurück und ist so mutig, den längsten und sperrigsten Song ("Honey" mit über 8 Minuten) gleich zum Auftakt zu präsentieren. Das Album sei Freunden von Sufjan Stevens, Efterklang, My Heart Belongs To Cecilia Winter oder auch Godspeed You! Black Emperor empfohlen.

Der Musikexpress vergibt 4,5 Sterne und hat dieses über "Politricks" zu sagen:
POLITRICKS durchweht noch stärker die Kraft von Postrock à la Godspeed You! Black Emperor, kokettiert doch das epische „Honey“ gleich zu Beginn mit einem irrsinnigen Wechsel von Laut und Leise. Bleiben die Texte weiterhin eine Mischung aus politischem Statement und nachdenklicher Vergangenheitsbewältigung, so interessieren Songs wie „Montreal“ und „Pockets Full Of Holes“ sich nicht für ein Mehr an Rock und shoegaziger Leichtigkeit, sondern stehen eindeutig zum Pathos, das ohne Scham auch Interesse an der großen Pop-Bühne zeigt.



Das ist aber noch gar nichts, denn Plattentest vergibt "beinahe 10/10 Punkten":
Jener erste Song, der für diese enorme Euphorisierung gesorgt hat, heißt "Honey". Es gehört Mut dazu, das längste Stück an den Anfang eines Albums zu packen. Handabgelesene 8:10 Minuten dauert das Lied, und es ist ganz große Kunst. Ein Piano-Motiv, das sich steigert und senkt. Und über das dieser immer noch sehr junge, 24-jährige Einar Stray hadert und bettelt, bis am Ende nur noch die Streicher und schrille Tastenklänge den Ton angeben. Überhaupt, die Jugend: Immer wieder stellt das Album die wirklich wichtigen Fragen rund um das Erwachsenwerden. Und die sind nicht, welcher Promi sich als letztes einen Eiskübel über den Kopf geschüttet oder wie viele Frauen man eben bei Tinder weggewischt hat. Falsche Freunde, falsche Idole: Darum geht es auch im wohl eingängigsten Song des Albums, dem Titelstück, durch das einen sanfte Streicher ganz behutsam an allen zehn Fingern ziehen. Nichts ist, wie es scheint – spätestens, wer sich das Video anschaut, kann das süße Träumen für die kommende Nacht abhaken.

Einar Stray Orchestra haben ihr Pulver damit zwar noch nicht verschossen, aber gleich die beiden stärksten Songs an den Anfang gestellt. Und wenn man den Rest so hört, wird man das Gefühl nicht los, dass es vielleicht doch irgendwann was werden könnte mit der 10/10 über einem Album der Norweger. Wenn sie noch klarer werden. Denn mitten ins Album pflanzen sie mit "For the country" einen A-capella-Song. Moment mal, a capella? Ich wär so gerne Millionär, dann wär mein Konto niemals leer? Von wegen. Mit den altehrwürdigen Prinzen hat das Stück rein gar nichts zu tun. Ein tränenreicher Abschied, bevor es in den Krieg geht. Natürlich ein absoluter Fremdkörper auf "Politricks", der irritiert, verstört, dessen Sinn sich nicht auf Anhieb erschließt. Vielleicht ist aber ja auch genau das der Sinn.



Einar Stray Orchestra live:

22.09.2014 Offenbach - Hafen 2
26.09.2014 Erfurt - Franz Mehlhose
27.09.2014 Hannover - Feinkostlampe
29.09.2014 Berlin - Privatclub
30.09.2014 Dresden - Societätstheater
01.10.2014 Erlangen - E-Werk
02.10.2014 Leipzig - UT Connewitz
07.10.2014 Münster - Gleis 22
08.10.2014 Stuttgart - Café Galao
09.10.2014 München - Muffatcafé


Sonntag, 21. September 2014

Esben And The Witch - A New Nature
Dirk Sonntag, 21. September 2014 0 Kommentare



















Esben And The Witch machen es einem nicht gerade leicht mit ihrem dritten Album "A New Nature": Die 8 Songs laufen fast eine Stunde, so dass die von Steve Albini (Nirvana, Pixies, Helmet) produzierte Platte gleich mit einem über 10-minütigen Opener ("Press Heavenwards!") daherkommt, der in seiner Länge von "The Jungle" noch deutlich übertroffen werden (14:32 Minuten). Albini belässt den Sound des Trios aus Brighton roh und trocken, lässt Rachel Davies, Thomas Fisher und Daniel Copeman jeden Pop-Appeal abstreifen, fast alle Goth-Ausflüge unterdrücken und Synthesizer und Drum-Machine wegsperren, so dass von Bass, Gitarre und Schlagzeug dominierter, epischer und eruptiver Prog-Rock entsteht, der klingt, als sänge PJ Harvey jetzt bei Mogwai. 

Esben And The Witch haben sich nach ihren Alben "Violet Cries" (2011) und "Wash The Sins Not Only The Face" (2013) von Matador Records getrennt, ihr eigenes Label namens Nostromo Records gegründet und "A New Nature" via PledgeMusic finanziert.
Die Kritiker sind sich sehr uneins, bei Metacritic schwanken die Bewertungen zwischen 85 und 40 von 100 Punkten. Diese Extreme lesen sich dann so:

Overall, A New Nature is Esben and the Witch's most thoughtful, yet physical record yet. It's expansive and free, without feeling padded or meandering, and it successfully balances devastating noise, with moments of wondrous beauty. It's a tremendous record, that simply, and effectively puts their contemporaries to shame.
(The 405)


The elusive magic of their initial work seems further away than ever.
(Q Magazine)



Da Albini seine Kunden immer machen lässt, was sie wollen, darf man davon ausgehen, dass Esben And The Witch endlich so klingen, wie sie es sich einst gewünscht hatten. Bedeutet unter anderem: keine Drum Machines mehr, nur analoges Schlagzeug, das ab Track eins (»Press Heavenwards!«) den Sound bestimmt. Wäre »druckvoll« nicht ein so abgedroschenes Wort, fände es hier Verwendung.

Überhaupt gibt es nicht so viel Dekor, sondern mehr ein abwechselnd donnerndes oder wisperndes Wandern zwischen Prog und Neo-Goth, was in schwierigen Momenten wie eine Mischung aus Jefferson Airplane und Nightwish klingt, in den guten wie ein Update von Mogwai. Diffiziles Songwriting ist nach wie vor nicht Esben And The Witchs Stärke, weshalb man sich nach der guten Stunde, die A New Nature beansprucht, an kaum etwas erinnern kann.

Um es abzukürzen: A New Nature berührt durch den unbedingten Wunsch, Sinn ergeben und eine Geschichte erzählen zu wollen. Das fängt mit dem Caspar-David-Friedrich’esken Cover an und hört mit den auf zwei LP-Seiten ausgebreiteten acht epischen Stücken, deren Krisis und Wendepunkt natürlich in den mittleren Tracks »The Jungle« und »Those Dreadful Hammers« stattfindet, nicht auf. Rachel Davies verlässt den Klagegesangmodus nur selten, weshalb man die Lyrics auch kapiert, wenn man nicht bewusst auf die Texte hört. Zur Sicherheit heißt der letzte Track »Bathed In Light«, falls doch jemand etwas nicht mitgekriegt haben sollte.
(SPEX)



Esben And The Witch in Deutschland:

19.10.14 Köln, Gebäude 9
20.10.14 Berlin Bi Nuu
21.10.14 Dresden, Beatpol
22.10.14 München, Muffatcafé
23.10.14 Schorndorf, Manufaktur


Samstag, 20. September 2014

JJ - V
Ingo Samstag, 20. September 2014 0 Kommentare






















Im Jahr 2009 gründeten Joakim Benon und Elin Kastlander die Band JJ. Anfänglich nummerierten die Schweden ihren musikalischen Output noch brav. Der erste Longplayer namens “no. 2” landete auf vielen Bestenlisten des Jahres 2009. Auch ich konnte mich für das Album begeistern, da darauf der Dreampop-Anteil geschickt umspielt und aufgewertet wurde. Seit “no. 3” im Jahr 2010 ging es bezüglich Veröffentlichungspolitik und auch musikalisch etwas weniger nachvollziehbar zu. Mit “V” erschein nun erneut ein komplettes Album. Leider ist dieses recht beliebig geraten und es erreicht das mit “no. 2”erreichte Niveau nicht. 

Elin Kastlanders Stimme ist ein unverkennbares Markenzeichen der Band. Unfassbar dass es die stellenweise sphärisch sterile musikalische Untermalung schafft, dessen Wirkung zu torpedieren. Nüchtern betrachtet ist “V” kein schlechtes Album. Es kann in veträumte Welten entführen oder einfach dezent im Hintergrund vor sich hinplätschern. Doch wer “no. 2” kennt wird wahrscheinlich immer wieder dem älteren Werk den Vorzug geben. Und wer “no. 2” nicht kennt sollte das bald ändern.

Pitchfork.com:
It is, perhaps, unfair to expect much more from JJ than what they've already given their listeners, and anyway, even during V's less compelling moments, getting lost in the sumptuous production and lyrical moments ("I believe in tears") has its charms. The problem is that, as time goes on, you realize that's all JJ are willing to offer—charms, yes, but bereft of fuller statements. So though it does often feel like JJ have hit a wall on V, when they're able to scale that wall and dance with the stars, the album's a treat.

Der Indierock Titel “All ways, always”, “All white everything” sowie “Dean & me” sind die Höhepunkte auf “V”. 

Ein aktuelles und in Deutschland abspielbares Video konnte ich nicht finden. Daher "Let go" von "no. 3":

Freitag, 19. September 2014

My Brightest Diamond - This is my hand
Ingo Freitag, 19. September 2014 1 Kommentare






















Mal rockig, mal klassisch aber immer souverän: Shara Worden legt als My Brightest Diamond mit “This is my hand” ein hörenswertes Album vor welches fast so abwechslungsreich ist wie ihr Lebenlauf. 

Wordens Weg zur Musik war vorgezeichnet: Ihr Vater beherrschte das Akkordeon und leitete einen Chor, ihre Mutter war als Organistin tätig. Ihr Onkel (Pianist und Komponist) unterrichtete sie am Klavier. Mit ihren Eltern wohnte sie in diversen amerikanischen Staaten bevor sie ihr Gesangsstudium in Angriff nahm. Anschließend lebte sie für ein Jahr in Moskau. In dieser Zeit schrieb sie Songs und veröffentlichte eine EP. Nach ihrer Rückkehr in die USA studierte sie Opernmusik in New York. 2009 zog sie nach Detroit. 

Nach Veröffentlichung ihres Soloalbums “Words” nahm sie mit einem Partner als Awry zwei Alben auf. Seit 2006 machte sie sich als My Brightest Diamond einen Namen. Ihre Stimme durfte sie u. a. in Kollaborationen mit Sufjan Stevens, The Decemberists, David Byrne, Owen Pallett, Son Lux und Colin Stetson einbringen. All diese Künstler haben erkannt, wie mächtig Wordens Stimme ist. 

Und diese Stimme bringt Worden drei Jahre nach "All things will unwind" auch auf ihrem fünften Album “This is my hand” wundervoll zur Geltung. Egal ob rockige oder elektronische Klänge, reduzierte oder orchestrale Klangteppiche zur Begleitung eingesetzt werden, Worden setzt sich immer perfekt in Szene und erhebt sich über Genregrenzen.  

Die Liste der empfehlenswerten Songs auf “This is my hand” ist recht lang: “Pressure”, “Before the words”, “This is my hand”, “Lover killer”, “I am not the bad guy”, … ui, das ist ja fast das komplette Album. Diese Tatsache sollte man als Empfehlung sich mit dem Album zu befassen interpretieren. Neben “St. Vincent” ist “This is my hand” eines der stärksten Alben einer weiblichen Künstlerin 2014. 

Consequence of sound hätte sich mehr Mut gewünscht:
While This Is My Hand carries the celestial torch held high by My Brightest Diamonds’ previous works, and does so with a discerning eye to continuity, it also doesn’t break any ground. The album prevails as a strong hallmark for Worden’s diverse background, exacting her signature theatrical drama and indie rock influences. The only lapse is its inability to explore — which, in going by her unconventional background, Worden seems more than capable of doing.

Das Video zu “Pressure”:

My Brightest Diamond - "Pressure" (Official... von scdistribution

My Brightest Diamond auf Tour:
  • 21.10. Hamburg
  • 22.10. Berlin

Donnerstag, 18. September 2014

Adam Cohen - We Go Home
Dirk Donnerstag, 18. September 2014 0 Kommentare



















"Son of the great canadian icon, Wayne Gretsky." Adam Cohen, der diesen Satz auf seiner Facebook-Seite stehen hat, nimmt sein musikalisches Erbe mit Humor, denn spätestens wenn man ihn singen hört, wird klar, dass sein Vater kein Eishockey-Spieler sondern Leonard Cohen ist. Das Vater/Sohn-Ding zieht noch weitere Kreise, denn wenn Adam schreibt, dass er "father to a 5 year old boy wonder" sei, dann liegt die Vermutung nahe, dass dieser das Cover seines aktuellen Albums ziert.

Der Singer/Songwriter tritt nun an, um den derzeit noch verwaisten Thron im Königreich Folk zu ersteigern und legt die Messlatte mit "We Go Home" für Kollegen wie Dan Mangan und Damien Rice recht hoch. Was diese Vorgabe wert ist, wird sich im Verlauf des Jahres noch herausstellen, wenn man Mangans Soundtrack zu "Hector And The Search For Happiness" und "My Favourite Faded Fantasy" von Damien Rice gehört hat. 

Adam Cohen verheimlicht seine (musikalische) Herkunft auf "We Go Home" nicht - man höre nur seinen erzählenden Gesang auf "Too Real" oder "Put Your Bags Down". Die Arrangements sind sehr schlicht gehalten: So gesellen sich zu Cohens Gesang und zur akustischen Gitarre vereinzelt Streicher, Ukulele, Piano, dezente Percussion-Instrumente oder Handclaps. Der flott stampfende Folk- und Titelsong würde auf Konzerten von Mumford & Sons sicherlich Tausende zum glücklichen und begeisterten Mitsingen und -klatschen verleiten. 

Der aus Kanada stammende und in Los Angeles lebende Adam Cohen ist bereits 41 Jahre alt und hat zuvor drei Solo-Alben, zwei in englischer ("Adam Cohen", 1998, und "Like A Man", 2012) und eins in französischer Sprache ("Mélancolista", 2004), sowie eins mit der Band Low Millions ("Ex-Girlfriends", 2004) veröffentlicht. "We Go Home" steht ab dem 19. September in den Plattenläden.



As his fourth solo album, it seems that Cohen has really hit his stride, with each song greeting the listener with warmth and honest, heartfelt words delivered with his hoarse yet tender croon. From the start, the songs are delicate and incredibly stripped down, with modest instrumentation allowing for Cohen’s voice to lead the way. His lyrics mimic conversation, from words of advice in ‘So Much to Learn’ to the plea and heartbreak of ‘I Swear I Was There’.

In ‘So Much to Learn’, Cohen describes the necessity to “fight for the ones you love” and “work for the life you want”, a dose of reality that shows his maturity as an artist and juxtaposes popular ideas of gaining wealth and fame overnight. In ‘I Swear I Was There’, his focus is turned to a lover whom he begs not to “become a memory, a bittersweet piece of my history”; a work of pure poetry and grace.

Every track on We Go Home contains an intimate atmosphere and seems to have an almost anthemic quality from “Love Is” to the title track “We Go Home”, with its uplifting chorus and driving, rhythmic beat. After hearing this album, it’s safe to say that I am now a fond admirer of Adam Cohen’s music, and I fully recommend that others listen for themselves and join the club.
(for folk's sake)


Auf seinem neuen Album "We Go Home" präsentiert sich Adam Cohen zwar ähnlich vaterverbunden wie zu "Like A Man"-Zeiten, doch begibt er sich hier und da auch auf neues Terrain. So überrascht Cohen den Hörer beispielsweise auf dem Titeltrack mit Gute-Laune-Cowboy-Chords, Handclaps und fröhlichen Ohoho-Chören. Auch das ebenso Dur-lastige mit Ukulelen-Klängen untermalte "So Much To Learn" tendiert in Richtung Lagerfeuer-Folk.
Mit schnipsenden Fingern und Piano-Background im Gepäck geht es auf "Love Is" gar in Richtung Akustik-Pop. Adam Cohen traut sich was. Gut so. Das leidende "What Kind Of Woman" spielt gekonnt mit Stimmungen. Geht es dem Sänger gut? Geht es dem Sänger schlecht? Selbst ein trister Selbstzerstörer wie "Fall Apart" bringt keine Klarheit. Adam Cohen präsentiert sich anno 2014 wandelbar. Neben erwartetem Singer/Songwriter-Standard setzt er immer wieder gekonnt neue Ausrufezeichen.
(laut)


Mittwoch, 17. September 2014

alt-J - This Is All Yours
Dirk Mittwoch, 17. September 2014 2 Kommentare




















Wollen uns alt-J die Flötentönen beibringen? Oder wie haben wir diese mittelalterlich anmutenden Klänge in "Every Other Freckle" und "Garden Of England" zu verstehen? Dabei gibt es keinen Grund die hier versammelten Plattenrichter zurechtzuweisen, denn das Debütalbum "An Awesome Wave" haben wir 2012 brav auf unseren ersten Platz des Jahresendauswertung gewählt und auch die neue Platte hat sicherlich gute Aussichten auf eine sehr hohe Positionierung. 

"This Is All Yours" nahmen Joe Newman, Thom Green und Gus Unger-Hamilton nach dem Ausstieg ihres Bassisten Gwil Sainsbury erneut mit ihrem Produzenten Charlie Andrew auf. Auf 12 Songs und einem kurzen Instrumental finden Fans von alt-J in 51 Minuten alles, was sie auf "An Awesome Wave" schätzen lernten und noch einiges mehr: orientalische Klänge, mächtig wummernde Beats, Choräle, noch mehr Choräle, Elektrogefrickel, verstörend / bezaubernde Vokalarrangements - und wir sind gerade erst im ersten Song, der viel mehr verdient hätte als die schlichte Betitelung "Intro". Aber so hieß der Opener auf "An Awesome Wave" ja auch bereits. Und mit dem zweiten Teil von "Bloodflood" wird erneut Bezug auf den Erstling genommen.

alt-J erweitern ihr klangliches Spektrum auf "This s All Yours" noch einmal  und haben von schlichten, zu Piano und Gitarre vorgetragenen Folk-Song über ein Miley Cyrus-Sample (sie singt "I'm a female rebel" auf "Hunger Of The Pine") bis hin zu Prog-rockenden Auswüchsen so einiges in Petto - nur einen Hit wie "Breezeblocks" oder "Matilda" konnte ich bisher noch nicht heraus hören.




Der NME vergibt 8/10 Punkten...
(...) this 2014 update starts in a similar vein: their second ‘Intro’ in as many albums is all synthesized church chorales and Arabian menace, singer Joe Newman muttering in a half-formed language all of his own. But as the delicate piano, guitar and string paean ‘Arrival In Nara’ - the first of three songs referencing the Japanese city where deer roam free in its central park, a metaphor for the album’s sense of creative freedom – lilts in, it emerges that Alt-J have ramped up their pastoral side. Wasps flit between songs, birdsong chatters, church bells chime and there's an outrageous recorder interlude called ‘Garden Of England’. Conor Oberst, Sivu and Lianne La Havas are recruited to add cut-and-paste vocals and whistling solos to a sunrise ballad called ‘Warm Foothills’, whose lyrics about an idyllic swimming trip are taken from Iris Murdoch’s memoir. ‘Choice Kingdom’, with its falsetto wisps of “Rule Britannia” and distant space noises, sounds like the last whimper from a dying planet. (...)
Bar the southern gothic chants of ‘The Gospel Of John Hurt’ there are few big singalong moments like ‘Breezeblocks’ here, but plenty of fun being had: witness the flurry of samples after 'Bloodflood Pt II' that leads to a slow, computer-addled cover of Bill Withers' 'Lovely Day', the Black Keys blues pastiche ‘Left Hand Free’, or the KRS-One line “That’s da sound of da police” swirling out of a haze of deadpan half-words. The album's first single, the Bon Iver-style woodland throb of ‘Hunger Of The Pine’, bursts into its grandiose trip-hop finale with a sample of Miley Cyrus warbling “I’m a female rebel” from ‘4x4’. Playful, restless minds are at work, but as the aforementioned 'Bloodflood Pt II' (the sequel to ‘Bloodflood’, from ‘An Awesome Wave’) wraps the whole thing up in wafts of lustrous piano, itchy ghostbeats and glacial brass, ‘This Is All Yours’ engulfs you like a deep forest. Alt-J Mk II, then: an impressive expansion, with hugely improved connectivity.



... und Plattentests ist sogar noch spendabler (10/10):
Alt-J bleiben in ihrem Sound eigentümlich, machen das Referenzieren im musikalischen Sinne wahnsinnig schwer. Zu neu und innovativ ist, was Joe Newman, Gus Unger-Hamilton und Thom Green in die Waagschale werfen. Wieder sind sie ihrer Zeit voraus. Das zweite Album des Dreiergespanns ist überaus konsistente Weiterentwicklung, die dem Meisterwerk einen Meilenstein hinterherschickt, ohne dabei mit dem bisherigen Konzept zu brechen oder der Krampfstarre zu verfallen. Schon textlich kann man dem Trio nichts vorwerfen, musikalisch aber erst recht nichts: Wie die Gruppe diese wirren Szenen aufzieht und sie aus der instrumental wie gesanglich schier fatalen Mystik immer wieder ins Vereinnahmende verschiebt, ist meisterhaft. Man darf, ja muss hier ein schier unwirkliches Schlagwort droppen: Perfektion. Musik nicht nur für heute, sondern auch für morgen, die Maßstäbe setzt für alles, was noch kommt. Mit "This is all yours" ersetzen Alt-J das Alpha und das Omega durch ihr Delta und besiegeln damit endgültig Deine persönliche Dreiecks-Beziehung. Auf immer und ewig.

alt-J in Deutschland:

07.02.15 Offenbach, Stadthalle
08.02.15 Köln, Palladium
09.02.15 Hamburg, Docks
11.02.15 Berlin, Columbiahalle
17.02.14 München, Zenith


Dienstag, 16. September 2014

Comet Gain - Paperback Ghosts
Dirk Dienstag, 16. September 2014 0 Kommentare




















Eigentlich seltsam: Obwohl die Band Comet Gain seit 1992 existiert, mittlerweile sieben Alben veröffentlicht hat und stilistisch irgendwo zwischen Belle And Sebastian, The Pastels und The Go-Betweens anzusiedeln ist, hat sie bisher weder in meinem Plattenregal noch in meiner iTunes-Biblothek einen Platz gefunden.
  
Mit "Paperback Ghosts", ihrer aktuellen, über Fortuna Pop! veröffentlichten Platte habe ich diese Wissenslücke nun geschlossen und kann die 12 Titel, die mit ihren größtenteils melancholischen Klängen wunderbar zum nahenden Herbst passen und Jangle-Pop auf Streicher- und Orgel-Untermalung treffen lassen, allen Fans der oben genannten Bands empfehlen.

Die Indie-Pop-Band rund um den Songschreiber, Gitarristen und Sänger David Feck zieht ihre Einflüsse auch aus den frühen Veröffentlichungen von Creation Records, dem Post-Punk oder auch Northern Soul (also von Television Personalities und BMX Bandits über The Fall und The Wedding Present bis hin zu Dexys Midnight Runnes und The Style Council) und hat seit ihrer Gründung einen reichhaltigen Personalwechsel zu verzeichnen. Aktuell stehen Feck mit Rachel Evans (Gesang, Percussion), M.J."Woodie" Taylor (Schlagzeug), Anne Laure Guillain (Keyboards, Gesang, Percussion), Ben Phillipson (Gitarre, Gesang) und James Hornsey (Bass) gleich fünf Mitstreiter zur Seite.

Die Kritiken für "Paperback Ghosts" sind fast alle sehr positiv, einige zumindest wohlwollend:
Their seventh album finds the London indie veterans dusting their melancholy songs with hope and loveable melodies, each a compelling tale in its own right. This is literate, gentle rock in the vein of The Go-Betweens or Belle & Sebastian, with jangling guitars and strings making hazy summer soundtracks of 'The Last Love Letter' and 'Sixteen Oh Four', but on 'Breaking Open The Head Part 1' and '(All The) Avenue Girls', the band launch into the kind of berserk psych-pop peddled by the Television Personalities or, more recently, MGMT. They're brief, catchy brainstorms on a lovely record that tells its small stories with grace and care. 
(NME)


Even with Feck's vocals sounding smoother than ever, the production cleaner than ever, and the songs decorated with weeping violin sections, his words and delivery bleed sincerity and pain. Sometimes it drips (like on the late-night weeper "Wait 'Til December"), sometimes it flows (the achingly blue "An Orchid Stuck Inside Her Throat"), but it always sounds real, and it always hits hard right where it counts. The band rises to the occasion on these with lots of lovely folk-rock jangle and dramatic swells, even crafting a song that should/could be a hit single with "Sad Love and Other Short Stories." On the flip side of the equation, there are some fine uptempo tracks to balance the melancholy, especially the rollicking "(All The) Avenue Girls" and the Rachel Evans-sung charmer "Behind the House She Lived In." The album ends on the guitar-heavy "Confessions of a Daydream," which features some confounding lyrics, a guest appearance by the Yummy Fur's John McKeown, and an epic feel that's also something different for the band. All the new bits here and there, and the slightly altered course, help to make Paperback Ghosts the most accessible Comet Gain record yet, without compromising any of the burning passion that has made them so important to their loyal fans. Here's to another 22 years of brilliant albums!
(allmusic)


Auch auf ihrem siebten Album glänzt die britische Band mit zeitlos schöner Popmusik, die in ihren zartesten, Streicher-verzierten Momenten auf die herbstliche Romantik der Go-Betweens und Dexy´s Midnight Runners verweist und bei den Uptempo-Songs die Lo-Fi-Aufmüpfigkeit der Swell Maps und Television Personalities in Erinnerung ruft. Gleichzeitig offenbart sie nicht nur wegen satter Orgelbegleitung ein Faible für die sanft psychedelisch umspülte Musik der 60s, die einst bereits all die genannten Bands inspirierte. Ein echtes Qualitätsprodukt ohne Verfallsdatum aus dem Hause Fortuna Pop.
(Westzeit)


Montag, 15. September 2014

Catfish And The Bottlemen - The Balcony
Dirk Montag, 15. September 2014 0 Kommentare




















Wer den Weg von Catfish And The Bottlemen in den letzten Monaten mitverfolgte - und das dürften in ihrer britischen Heimat nicht wenige sein, denn ihre aktuelle Tournee in Veranstaltungsorten mit vierstelliger Publikumszahl ist bereits restlos ausverkauft - den dürfte das Debütalbum "The Balcony" nicht weiter überraschen. Denn seit Anfang 2013 hat das walisische Quartett bereits sechs Singles veröffentlicht, die alle unter den 11 Albumsongs zu finden sind.

Wer mit der Band mit dem ungewöhnlichen Namen noch nichts anzufangen weiß, der darf sich auf 37 Minuten ungestümen, jugendlichen Indierock freuen, der Freunden von Arctic Monkeys oder The Strokes sicherlich gefallen wird und sich anschickt das zu halten, was uns vor geraumer Zeit bei den Palma Violets versprochen wurde. Durchatmen darf man zwischendurch nur beim akustischen "Hourglass".

Catfish And The Bottlemen stammen aus Llandudno, einem kleinen Örtchen in Wales, musizieren seit 2007 gemeinsam und bestehen aktuell aus Van McCann (Gesang), Benji Blakeway (Bass), Bob Hall (Schlagzeug) und dem weiblichen Neuzugang Elaine Bond (Gitarre). "The Balcony" wurde von Jim Abbiss (Arctic Monkeys, Kasabian) produziert und steht ab dem 19. September in unseren Plattenläden. 




Well, the album is all guitars and big boy lyrics – so far so good.

There are shades of Marr in some of Billy Bibby’s guitar melodies – exemplified by the band’s latest single, Cocoon, three tracks in.

If Mr Brightside captured the Zeitgeist of student nights everywhere, this will stick a pin in the memories of thousands of unwashed, dilated festival-goers who experienced it live this year.

Frontman Van McCann has an agreeable vocal tone and, if there’s a criticism, the album’s production tends to drown him out slightly at times, burying his lyrics during some of the choruses.

Anyone who conjures the line “I’m craving your calls like a soldier’s wife” (found in the semi-acoustic love song Hourglass) deserves a hearing.

Close your eyes and McCann’s voice echoes with shades of John Power, he of The Cast and The La’s.

At other times there’s the rawness of a young Bono, rather than his latter day reincarnation as Mother Theresa in sunglasses.

For all the comparisons they have their own sound but influences are apparent, such as a hint of the Manics in their previous single release, Kathleen, at track two.

It’s maybe no surprise as they have worked with the guy who mixed and engineered the Manics’ singles collection.

McCann’s lyrics are grown up, sweary angst and lovelorn, but in a manly way women will accept and men will sing along to – sort of a polar opposite to James Blunt.

Satisfying, metronomic bass and drum lines underpin guitar riffs that guide you through Pacifier, Business, 26, and Rango, another single release. Homesick and Fallout are the others.

The penultimate offering is the rousing Sidewinder, which starts with some thoughtful plucking before slapping you about with big, thumping bass and intricate guitar overlays. It will fill your ears.

The album crescendos with Tyrant, which fairly gallops off after a slow start, before ceasing abruptly and leaving you stretching for the replay button.

For a debut album it is accomplished and feels like the work of a band already used to negotiating the headlights of fame.

That’s probably a result of their prodigious touring schedule over the last 36 months. Practice, it seems, makes almost perfect.

You should buy this album before everybody else does and renders you passé. Yes Zane Lowe, take a bow son, they are as good as you say.
(Daily Post)




Catfish And The Bottlemen in Deutschland:
24.11.14   Berlin, Comet
25.11.14   Köln. MTC


Sonntag, 14. September 2014

Lasse Matthiessen - Wildfires
Ingo Sonntag, 14. September 2014 0 Kommentare






















Schon seit einigen Jahren widmet sich die Musiksendung TV Noir Singer/Songwritern. Zwischen den TV Noir Machern und dem in Berlin lebenden Dänen Lasse Matthiessen scheint sich eine besondere Chemie ergeben zu haben. TV Noir agiert nun auch als Label und dessen erste Veröffentlichung ist Matthiessens viertes Album “Wildfires”.

Mit den ruhigen Songs auf “Wildfires” ist die Singer/Songwriter Pflicht bestanden. Doch als Kür sprengt Matthiessen diese Grenzen mit seiner teilweise Mark Lanegan-wuchtigen Stimme und mächtigen Gitarren. Daraus ergibt sich eine stilistische Vielfalt zwischen Indierock, Alternative, Folk und Pop. Weil stets unvorhersehbar bleibt, wohin sich die Songs entwickeln und ob nicht doch noch eine Gitarre, eine Harfe oder ein Chor ertönt ist “Wildfires” keinen Moment langweilig. Produziert wurde das Album von Klez.e-Sänger und Gitarrist Tobias Siebert, der u.a. auch schon Enno Bunger, Kettcar und Phillip Boa in ähnlicher Weise unterstütze. 

LASSE MATTHIESSEN schafft erfolgreich eine Konvergenz der harmonischen und disharmonischen Klänge, welche die Feinheiten in der Welt der komplexen Gefühle widerspiegeln. Und doch strahlt die LP – trotz der vielen stillen Momente – eine unheimliche Kraft aus. Somit erschafft LASSE MATTHIESSEN mit seinen neuen Songs komplett neue, komplexe musikalische Grenzen, ohne dass er auf schwindelerregende Melodien und malerische Stille, die ihn sonst auszeichnet, verzichtet.
“Broken”, “Here with me tonight”, “Seven ravens” und der Titelsong sind für mich die hörenswertesten Titel auf “Wildfires”.

Das Video zum starken “Seven ravens”:


Lasse Matthiessen auf Tour:
  • 19.10. Hannover
  • 20.10. Hamburg
  • 21.10. Dresden
  • 23.10. St. Gallen (CH)
  • 24.10. Zürich (CH)
  • 25.10. Stuttgart
  • 26.10. Berlin

Samstag, 13. September 2014

Erland & The Carnival - Closing Time
Dirk Samstag, 13. September 2014 0 Kommentare




















Während Erland & The Carnival auf ihren ersten beiden Alben noch traditionelle Folksongs mit dem Psychedelich Rock zu verbinden suchten, lassen Erland Cooper und Simon Tong (The Verve, Gorillaz) auf "Closing Time" die ruhigen und intimen Momente dominieren. Zwar könnten "Is It Long 'Til It's Over?" oder das von Synthesizern geprägte "Birth Of A Nation" auch von "Erland & The Carnival" (2010) oder "Nightingale" (2011) stammen, doch der Großteil der anderen Titel klingt eher nach dem Nebenprojekt The Magnetic North, das die Beiden gemeinsam mit Hannah Peel bestritten und deren "Orkney: Symphony Of The Magnetic North" bei Platten vor Gericht 2012 mit 8,300 Punkten auf den 2. Platz kam.

Das von Streichern geprägte "Quiet Love", die Piano-Ballade "Radiation", die wie vieles auf "Closing Time" stark an James erinnert, oder das schlichte "Daughter", das Erland Cooper mit Hilfe einer halben Flasche Whiskey nach der Geburt seiner ersten Tochter geschrieben hatte, gehören zu den stillen und melancholischen Highlights einer Platte, die anders als erwartet, aber dennoch gut geworden ist.  

"Closing Time" beinhaltet 10 der angeblich mehr als 40 ursprünglichen Songs. Diese wurden in Damon Albarns Studio 13 mit Hilfe von Steve Sedgewick und Tim Bran aufgenommen und neben einem Streicherquartett ist auf zwei von ihnen auch Paul Weller zu hören. 



Originally bonding over a mutual regard for Jackson C. Frank, Cooper and Tong’s work together as Erland & The Carnival has been largely predicated on reimagining British Isles folk forms – reaching an apogee on their 2012 Magnetic North sideproject. Recorded at Damon Albarn’s Studio 13, Closing Time proffers a refreshed direction, characterised by anthemic, opulently crooned pop-rock songs that sound like James channelling The Lightning Seeds (the title track; Birth Of A Nation), or Hot Chip playing tag with Metronomy (Wrong). Elsewhere, aching ballad Quiet Love swims in a lavish Tong string arrangement, and I Am Joan (a tribute to Cooper’s obstinate, Jeanne d’Arc-like personality, apparently) marries minor chord strums and Under My Thumb marimbas to psychotically wobbling electronics, while That’s The Way It Should Have Begun (But It’s Hopeless) – The Cars’ Drive by way of James’s Sometimes – just about lives up to its tragi-epic title.
(Mojo)


Although there are some beautiful string arrangements, overall the production has been stripped down, moving away from the previous spooky organ and swirling synths to create an intimate, reflective album with haunting melodies in minor key. Like the natural rhythms of the seasons and life cycle it references, Closing Time is a grower. The opening title track begins in downbeat mood as it describes the end of a relationship –“Time to get you out of my mind” – but ends with a hint of hope – “I can feel the summer” – as you can almost feel the rays of sun breaking through with the shimmering strings.
Wrong starts with folksy mandolin and develops into another sad love song with a yearning quality: “Don’t come back / Until you realise what you have lost.” First single Quiet Love is about the old dilemma of ‘can’t live with you, can’t live without you’ – “I quite like to be alone / I don’t mind where I fall” – featuring a bittersweet string arrangement and Paul Weller singing high-pitched sha-la-la backing vocals. In I Am Joan a few moments of unsettling fuzziness break into its melodic mellowness, while the atmospheric, piano-led Radiation has whispering backing vocals and ends with some eerie sound effects.
Is It Long ’Til It’s Over picks up the pace with a rumbling bass line, and the more upbeat tempo is maintained in second single Birth Of A Nation, where indeed the mood lifts too as Erland sings hopefully: “I always want to believe in other worlds / Filled with all the people that you love.” That’s The Way It Should Have Begun begins with heartbeat-like drumming gradually getting louder and finishes with distorted fragments of sound, as the singer bemoans: “I’ve been through this heartbreak before and it’s numb / I just don’t know where the feeling has gone.” They’re Talking About You Again boasts an impassioned vocal performance and lovely acoustic guitar phrasing.
With disarming tenderness Erland reflects on becoming a father for the first time in Daughter, as a piano tune of childlike simplicity tails off into gentle birdsong – an appropriately understated way to end this quietly impressive album.
(musicOMH)

Freitag, 12. September 2014

Spearmint - News From Nowhere
Olly Golightly Freitag, 12. September 2014 0 Kommentare



In der langen Geschichte von Spearmint (immerhin 7 Alben seit ihrem Bestehen im Jahre 1995) hat es tatsächlich nur das vorletzte Album 'Paris In A Bottle' von 2006 geschafft, bei uns vor Gericht gestellt zu werden. Gut, liegt wahrscheinlich daran, dass diese Seite in dieser Form erst seit 2006 existiert und seitdem kein Album der Band um Shirley Lee mehr erschien. Ein Top 20-Platz in unserer Endabrechnung war 'Paris In A Bottle' leider nicht vergönnt. Würden wir nachträglich allerdings eine Bestenliste von 1999 oder 2001 erstellen, wären die beiden Alben 'A Week Away' bzw. 'A Different Lifetime' heiße Anwärter auf die vorderen Plätze.

Bereits im Mai diesen Jahres erschien mit 'News From Nowhere' ein neues Album, welches hier natürlich nicht unerwähnt bleiben soll. "It pains me we live in a world where nobody's heard of Spearmint" hieß es schließlich nicht ganz unbegründet schon im Film '(500) Days Of Summer'. Das muss sich ändern!

Das Album beginnt verhalten mit 'It’s Not As To Fall', bevor es mit dem zweiten Stück 'The Gleaners' den ersten kleinen Höhepunkt des Albums zu vermelden gibt:



We then get into the main part of the album and the message that the band want to get across. It is clear and unambiguous - "if you want to save the world stop eating meat" we are told in "Light That Signs From a Dead Star" which opens with a quote from Ghandi referring to the greatness of a nation being judged by the way their animals are treated. If the carnivors are still listening after this "Children Of The Sixties, Children Of The Seventies" follows with a frenetic beat with a mainly spoken lyric bemoaning the way ideals die with age, a clever song with a strong political critique. (americana-uk.com)



All the traditional Spearmint elements are present and correct on 'News From Nowhere' – the heavy nod to Northern Soul that makes the music such a treat, the spoken narratives, the classic pop as well as the social/political comments. (pennyblackmusic.co.uk)



Ende September haben Berliner die Möglichkeit, Spearmint live beim Popfest zu erleben.


Donnerstag, 11. September 2014

U2 - Songs Of Innocence
Dirk Donnerstag, 11. September 2014 0 Kommentare




















Was war das gestern aufregend, als verkündet wurde, dass es a) ein neues Album von U2 gibt und b) ab sofort (und bis in den Oktober hinein) über iTunes kostenlos zu beziehen ist. Endlich konnte man sich einmal in die Menschen hinein versetzen, die sich über das plötzlich aufgetauchte Album von Beyoncé freuten und man hatte nicht wie bei Radiohead vor einigen Jahren diese seltsame "Pay what you want"-Problem. 
Auf ihre Kosten dürften U2 bei ihrem Deal mit Apple sicherlich kommen, auch wenn dieser, wie hier im Musikexpress, kritisch betrachtet wird:

(...) Dass U2 mit diesem Coup allerdings ihre eigene Musik und sich damit als Ganzes marginalisieren und dem aberwitzigen Trend zuarbeiten, dass der sexy Abspiel-/Kommunikationstechnik gehuldigt wird – während der „Content“, die Musik, also das, was im gelungenen Fall deinen Arsch bewegt und/oder dir Glückstränen in die Augen treibt, ruhig verscherbelt werden darf und deren Urheber dann eben schauen muss, wo er bleibt/für wen er wirbt – all das wird vielleicht auch ein paar treueren unter den treuen U2-Anhängern zu denken geben.

Ob "Songs Of Innocence" jetzt wirklich unter den 500 Millionen iTunes-Nutzern viele neue Hörer und Fans für U2 generieren wird dürfte fraglich sein, auch wenn die vier Iren auf den 11 Songs einiges unternehmen, um moderner und ungewohnter zu klingen als auf den arg vorhersehbaren / traditionellen "All That You Can't Leave Behind" (2000) und "How To Dismantle An Atomic Bomb" (2004): Und so gibt es neben lang bewährten und typischen U2-Zutaten auch Coldplay mäßigen "oh-oh-oh"-Chorgesang (auf der Single "The Miracle (Of Joey Ramone)", ungewohnte Keyboard-Klänge auf "California (There Is No End To Love)" oder "Sleep Like A Baby Tonight", Falsettgesang ("Sleep Like A Baby Tonight"), eine Gastsängerin (Lykke Li auf "The Troubles"), eine Riege von prominenten und angesagten Produzenten (Paul Epworth, Danger Mouse, Flood), die für den ein oder anderen ungewöhnlichen Sound sorgen ("Raised By Wolves") oder U2s Stadion-Rock einen coolen Franz Ferdinand-Anstrich verleihen ("Ths Is Where You Can Reach Me Now"), usw. usf. 

Sicherlich werden sich die Fans auch mit den zahlreichen, unterschiedlichen, später erscheinenden Tonträgern versorgen und sich dann über die Bonus-Tracks "Lucifer's Hands", "The Crystal Ballroom" und die ein oder andere alternative Version freuen. Nur die zuvor veröffentlichten Singles "Ordinary Love" und "Invisible" werden sie auf "Songs Of Innocence", dem noch mehr Wagemut gut getan hätte, nicht finden.

Hier findet sich eine Track-by-Track-Review des deutschen Rolling Stone.



Given this gambit – a tacit acknowledgement that records in this century are often little more than powerful promotional tools for live shows – it’s perhaps a shame that the band don’t risk more: Every Breaking Wave or Song For Someone – this is Classic U2, the Edge’s chiming guitar setting the scene for the endearing hopey-changey thing that has become the singer’s speciality. Elsewhere, the bass that fuels Volcano more readily brings to mind the band’s formative post-punk years (despite the refrain “you and I are rock’n’roll”), while Cedarwood Road carries more of a Led Zep chug but owes its title to the north Dublin address of Bono’s formative years.

Somewhere, you sense, there’s a clearer story that wants to be heard, something more directly personal or political, but all is opaque, at least on a first listen. Closer the Troubles doesn’t explicitly walk the same ground as Sunday Bloody Sunday; instead, here’s Bono singing: “I have a will for survival, So you can hurt me and then hurt me some more/ I can live with denial, But you’re not my troubles anymore.”

Only that song gets the breathy backing vocals and cinematic treatment that really bear Danger Mouse’s stamp. Given time, there’s every chance that other melodies would slip under the skin and lyrical themes reveal themselves further. But the initial impression is that this album sees the band not so much still looking for something that they haven’t yet found, but rather treading old ground without much of a sense of how to move forward.
(The Guardian)



Mittwoch, 10. September 2014

Letting Up Despite Great Faults - Neon
Dirk Mittwoch, 10. September 2014 3 Kommentare




















Ich kann das US-amerikanische Quartett Letting Up Despite Great Faults nur immer wieder anpreisen. Auch auf ihrem aktuellen Album "Neon" schaffen es Mike Lee, Kent Zambrana, Annah Fisette und Daniel Schmidt wieder, mich mit ihrer zwischen Indiepop, Shoegaze und 80er Jahre Synth-Pop changierenden Mischung zu begeistern. 

Die Songs sind so eingängig wie der Bandnamen sperrig, dazu lassen der unaufdringliche Gesang von Mike Lee, die oftmals ergänzende Stimme von Annah Fisette, zum Tanzen einladende Beats, überdrehte Gitarren und üppige Synthie-Sounds an The Postal Service, The Pains Of Being Pure At Heart und New Order denken.

"Neon" ist nach "Letting Up Despite Great Faults" (2009), der "Paper Crush" EP (2011) und "Untogether" (2012) bereits das dritte Album der aktuell in Austin residierenden Band, deren Bandnamen einem Song von Blonde Redhead (teil-)entliehen ist. "Neon" kann über die Bandcamp-Seite als weißes Vinyl oder CD (beides inklusive Download) günstig bestellt werden. 

The four-piece, now based in Austin, is fronted by Mike Lee, whose hushed vocals recall intimate accounts of love, loss, relationships and youth.  Never a band to favor sentiment over melody, Letting Up‘s beat-driven, hook-infused songs alternate seamlessly between pounding indie rock anthems and evocative, shoegazey soundscapes. Their new album, Neon, features the band at full form, taking listeners on a sonic joyride full of overdriven guitars, lush synths, and danceable dreampop.
(Riot Act Media)

Neon does not have any underlying surprises nor it meanders along. It’s fast, it’s direct and it’s never too blunt. There’s an urgent sense of nostalgia and longing but it won’t allow itself to indulge into mopey wallowing. The familiarity of album opener ‘Shift’ evolves nicely, setting up the stage for ‘Wrapped’, ‘Automatic’ & ‘Gold’, a trifecta of addictive pop. ‘Ride’, however outshines this trio, a pretty Herculean feat to do.

‘Yours’ splits the album in two (I assume it’s the last song of side a – I’m streaming this album so I might be fibbing) and ‘Secrets’ teases you, lasting just a quick breath and flying away like a falling star. Annah Fisette  takes main vocals on the gorgeous ‘Bishops’, a song with a firm grasp on the realm of electronic dream pop and is another highlight of Neon. ‘Ecru’ is a wonderful instrumental segue that sports some haunting playground noises way in the back; the sounds of childhood flashing by just enough to bring a memory but not too permanent to distract you from now.
(sloucher.org)


Neon opens with “Shift,” a mid-tempo song with glowing synths and vocals drenched in effects. It’s so sugary and poppy that you might need an insulin shot after it’s over. “Wrapped” is a song about letting go of a love that is hanging by a thread. Lee sings, “I’m comfortable wrapped in you” and describes his memories as “hazy.” Comfort and hazyness are the perfect words to describe this song, and as an extension, this album.
“Automatic” is a New Order-esque throwback full of bleeps and bloops sprinkled in as garnish. It’s four on the floor, cheery and just what you’d expect in the background of a coming-of-age teen sitcom. It’s not far from the truth, since a couple of their songs have been featured on One Tree Hill and 90210. The ’90s revival continues with “Gold,” an homage to ’90s alt rock with a post-hardcore lead guitar for good measure. It sounds like what you’d be listening to if you were riding your 10-speed bike as fast as you can down a long, winding hill with the wind blowing furiously against your face. It helps that the main riff sounds like something Bloc Party would write.
“Ride” is sure to satisfy anyone’s sweet ear. It’s a triumphant summer anthem. It’s what would be playing through a school’s intercom in the moments before summer break. “Yours” is their more wintery (if we’re focusing on seasons here) track. It’s less of a track and more of a somber segue into “Secrets,” which also seems to end abruptly. The album’s pace picks up with “Legends,” which has a sense of urgent instrumentation. Annah Fisette’s catchy vocals brighten “Bishops,” a darker and more pounding take on LUDGF’s dreamy sound. “Ecru” reminds us that LUDGF is a portal into our mental cave. It has field samples of children playing while washed out synthesizers complement the noise of their frolicking.
Letting Up Despite Great Faults ride the coattails of their shoegaze forefathers and fail to provide a challenging listen. It’s content and comfortable sitting in a sea of unintelligible, introspective vocals and bittersweet themes. The structure, feeling and melancholy are all there, but once you intellectualize the feeling, it seems mundane. If whispery vocals, tales of heartbreak, and anything shoegaze appeal to you, then check out Neon’s ode to pop.
(mxdwn.com)


Dienstag, 9. September 2014

Children - Leaving Home
Dirk Dienstag, 9. September 2014 0 Kommentare




















Die erste Vorladung (XVI)

Personalien:
Laura, Steffi und André kennen sich bereits seit ihrer Kindheit und siedelten vor sechs Jahren von Neustrelitz nach Berlin über.

Tathergang: 
"Leaving Home" ist also ein guter gewählter Titel für das Debütalbum, das dieser Tage veröffentlicht und via Crowdfunding finanziert wurde. 2012 erregten Children mit ihrer "No Future" EP erstmals Aufsehen, jedoch wurden die darauf enthaltenen vier Lieder nicht für das Debütalbum berücksichtigt, so dass "Leaving Home" mit acht Titeln (33 Minuten) auskommen muss.  

Plädoyer:
Auf "Leaving Home" herrscht das "Synthie-Gitarre-Bass-Prinzip", zu dem Laura und Steffi über sanft vor sich hin pluckernde elektronische Beats entrückt singen. Sehr schöner melancholischer und minimalistischer Indiepop, irgendwo in der Schnittmenge zwischen The xx, Hundreds und Au Revoir Simone, von dem man sehr gerne mehr hören würde!    

Zeugen: 
Opener ´Cut´ ist eine Ode an die unbeschwerten Sommertage und `Rivers´ zollt der Schönheit der Natur. Vielleicht diente die Seenlandschaft ihrer Heimat als Inspiration? So ganz klar ist es nicht. Children halten nämlich ihre Lyrics eher frei zur Interpretation – zwar einfach, aber immer mit Aussagekraft:`No beauty will last, no future will fit, we just own the past, that´s the beauty of it`, heißt es im Refrain von `No Future‘. Der Beat pocht eher dezent im Hintergrund und dadurch  bekommen die Worte noch mehr Nachdruck verliehen.

Die Instrumentierung ist neben den Lyrics ebenfalls eine spannende Angelegenheit. Gitarre, Bass, Synthies, Querflöte und Drummachine kommen auf der Platte zu einem interessanten Soundspektrum zusammen. Man hört sofort heraus, dass Children vielfach beeinflusst sind in ihrer Musik. Einer der stärksten Tracks ist `Grace´ mit tanzbarem Beat und glasklarer Bassline. Hier ist die Liebe zum House deutlich zu erkennen. Auch `Quiet Voices´ zeigt das Trio von ihrer clubtauglichen Seite. Insgesamt ist das Debüt von Children eine gelungenes Indie-Werk, das die perfekte Symbiose zwischen Melancholie und Fröhlichkeit einfängt. Zum Tanzen, zum Nachdenken, zum Genießen. Einfach nur schön.
(Bedroomdisco)

Alle hören in der Bahn Musik, aber keiner tanzt. Warum eigentlich nicht? Vielleicht hören sie alle keine gute Musik? Stöpsel im Ohr aber kein Gefühl? Vermutlich sollte man mal eine Runde CHILDREN "Leaving Home" an den Haltestellen verteilen. An einem Herbstmorgen, wo die Luft noch frisch, klar und hell ist vom nächtlichen Regen ist. Mit ein bisschen Spucke, versucht die Sonne ihr Glück. Wennn sie dann zuhören würden, würde es vermutlich mit einem Lächeln bei "Cut" beginnen, dann erst bei "Grace" sanft den Fuß zum Wippen bringen. Hier gibt es noch die ruhige Momente in denen man schauen könnte, ob es die Anderen einem gleichtun. Der milde Takt würde sich seinen Weg bahnen, hinauf zu den Knien, bis in die Hüften. Sanft würden die Bläser von "Back" die Arme heben und schon ist es passiert. Gleitend an den Umsteigestationen, getragen vom wohlig warmen Gesang. Alles wäre gut, ab dem Moment, wo die Klänge von CHILDREN ankommen. Wärme im Kopf.
(All Schools Network)

Indizien und Beweismittel:





Urteile: 
Nun sind die werten Richter gefragt...

Montag, 8. September 2014

You Walk Through Walls - You Walk Through Walls
Dirk Montag, 8. September 2014 0 Kommentare




















Die erste Vorladung (XV)

Personalien:
Matt Bartram (Gitarre, Gesang), James Harrison (Schlagzeug) und Harry Irving (Bass) stecken hinter You Walk Through Walls. 

Tathergang: 
Nach dem Ende von Air Formation, die 2010 mit ihrem letzten Album "Nothing To Wish For (Nothing To Lose)" hier vor Gericht standen, suchten sich Bartram und Harrison einen neuen Mitstreiter, mit dem sie 2012 die "Destroyed Places" EP unter dem Bandnamen You Walk Through Walls veröffentlichten. Nach der Single "Gone In A Day" brachte das englische, in London wohnende Trio nun sein erstes, selbstbetiteltes Album über Club AC30 heraus.  

Plädoyer:
Matt Bartram, der kreative Kopf hinter You Walk Through Walls, nennt "Disintegration" von The Cure, das er als damals 13-jähriger zum ersten Mal hörte, als größten Einfluss und "Plainsong" als sein Lieblingslied. In den folgenden Jahren muss er auch viel Shoegaze, Dreampop und Psychdelic Rock gehört haben, denn sonst ließe sich die Nähe der 10 Songs auf "You Walk Through Walls" zu Bands wie Ride, Spiritualized, Slowdive oder Swervedriver nicht erklären.
Gibt es eigentlich schon ernsthafte Anwärter auf das Shoegaze-Album 2014? Ich meine: außer You Walk Through Walls. 

Zeugen: 
For those unfamiliar with the band, the quick and dirty description for YWTW’s brilliant sound would be: shimmering melodic walls of guitar + buried, far away vocals + a driving and compelling rhythm section (RIYL Air Formation, Ride, A Place To Bury Strangers, Swervedriver, Ride, Toy, Slowdive…you get the idea). In short, it’s awesome.
(When The Sun Hits)

From 'Burning Inside's' opening rolling guitar/drum power hook through to the clattering cascade of layered guitar delay in 'Revelations', YWTW show they're back picking up the dreampop gauntlet laid down by 2012's acclaimed EP, 'Destroyed Places'. This new collection of songs spans the psych-pop genre's darkness and light, set off with Matt Bartram's soft, understated vocals. Stand out tracks are the single, 'Gone In A Day', House of Love-esque 'The Light Is Fading' and 'On My Way', casting the shadow of early Whipping Boy.
(Club AC30)

Indizien und Beweismittel:



Urteile: 
Nun sind die werten Richter gefragt...

Sonntag, 7. September 2014

Elephant Stone - The Three Poisons
Dirk Sonntag, 7. September 2014 0 Kommentare




















Elephant Stone sind Rishi Dhir (Gesang, Bass, Sitar, Keyboards), Miles Dupire (Schlagzeug, Gesang) und Gabriel Lambert (Gitarre, Gesang, Keyboards) aus Montreal, Kanada, und "The Three Poisons" ist, der Albumtitel deutet es bereits an, die dritte Platte der Band. 

Auch das Albumcover gibt verräterische Hinweise, denn Elephant Stone kombinieren Elemente des Psychdelic Rock und Pop der 60er Jahre mit den Klängen der Madchester-Hochphase, als man zuletzt Hemden, die aussehen wie diese Plattenhülle, trug. Hinzu kommen indische Sounds, da Rishi Dhir ein renommierter Sitar-Spieler ist, der auch schon mit Beck, Brian Jonestown Massacre oder The Horrors musizierte, und neuerdings auch Anleihen beim Glam-Rock.   

"Motherless Child (Love's Not For War)" stampft und groovt als Opener direkt glamourös daher, "Knock You From Yr Mountain" hätte den Happy Mondays einen Hit beschert, "All Is Burning" kann sehr schnell als The Kinks-Adaption enttarnt werden, "Worlds Don't Begin And End With You" wandelt durch "Strawberry Fields", "Wayward Son" könnte auch eine neue Single von Teenage Fanclub sein und der Titelsong wäre gern "Tomorrow Never Knows". Ein großer Spaß!
Wann kommt eigentlich das neue Stone Roses Album? 

Hier kann man "The Three Poisons" und den (genau so guten) Vorgänger "Elephant Stone" als CD, Download, LP oder Kassette beziehen.  



Fans of Elephant Stone will already know Dhir can write masterful, well crafted melodies, and infuse them with synth and dirge without spoiling the underlying foundations of his work. The Three Poisons takes things one step further. It pushes and cracks the boundaries of the psych-rock genre to introduce new and previously unexplored territory. Lead track “Knock You from Yr Mountain” demonstrates this perfectly, incorporating a Spoon-style strut to a song that otherwise stays true to Elephant Stone’s walk of life.

The ultimate consequence of this willingness to expand is one of lofty heights. Rather than aspire to the level of their icons – The Stone Roses being an obvious one – Elephant Stone have wriggled into a position where they better the modern scene they sprang from, at least in terms of production techniques and musicianship. The little noodles of guitar on penultimate track “Echo & the Machine” for example elevate the song above the standard drum beat and meditation of most psych-inspired bands.

With The Three Poisons, Elephant Stone have proved themselves a band to be hailed. With any luck this album will push these three into the cornea of the music industry’s eye. If it doesn’t, let it be known that this is a gem desperately waiting to be unwrapped.
(Drunken Werewolf)



The Three Poisons’ is a flat-out killer groove-fest.
If you are already a fan of Elephant Stone then have no fear, all the elements you have come to love are still here – the swirling keys, the jangly guitar, the trippy sitar and Rishi Dhir’s Beatles-like vocals. What knocks this one out of the park though is the rhythm section of Dhir (bass), Steven Venkatarangam (second bass) and drummer Miles Dupire. On songs like “The Three Poisons”, “Echo and the Machine”, “Child of Nature” and “Knock You from Your Mountain” they lay down such deliciously throbbing grooves that you never want them to end. Fact is, they’ve infused some funk into that bottom end and to great effect.
That’s not to say that Elephant Stone come at you full-bore throughout the entire record. There are some quieter moments, such as the bluesy “Living for Someone” and the stunningly gorgeous “Wayward Son”, which is highlighted by the sweet chops of guitarist Gabriel Lambert.
Elephant Stone continue to draw inspiration from the Stone Roses, more so than ever in fact, but that’s not a bad thing at all. For starters, you can do a hell of lot worse than emulate the great Stone Roses. Besides, that’s just one of their influences – you can also hear strains of glitter rock, ’80′s synth pop, early ’70′s funk and, of course, a dash of Indian flavour – and they serve it all up in a way that is distinctly Elephant Stone.
I honestly don’t know when this current wave of psychedelia will die down, but Elephant Stone would have us believe that you can just keep on riding that crest forever.
(Ride The Tempo)



Samstag, 6. September 2014

J Mascis - Tied to a star
Ingo Samstag, 6. September 2014 0 Kommentare






















Gleich die ersten drei Songs auf “Tied to a star” markieren das Spielfeld, auf dem J Mascis solo agiert. “Me again” ist eine ruhige und entspannte Singer/Songwriter Nummer. Man könnte darin sogar ein paar Schnipsel von Songs erahnen, die Justin Vernon in seiner Hütte vergessen hat. “Every morning” ist einer der flotteren Songs auf Mascis’ zweitem Solowerk und dieser hält die Indierock-Fahne hoch. “Heal the star” schließlich repräsentiert die meisten Songs auf “Tied to a star”: Entspannte Singer Songwriter Titel mit etwas Folk und Indierock-Einschlag. Böse Zungen könnten nun behaupten, wer die drei Songs gehört hat kennt das gesamte Album. Andere hingegen dürften die Homogenität, Entspanntheit und Natürlichkeit der Titel auf “Tied to a star” schätzen. Zu der letzten Gruppe zähle ich. 

Wie auch schon im Jahr 2011 auf “Several shades of why” bleibt Mascis den Nachweis schuldig, dass er diese Songs nicht auch mit Dinosaur Jr. hätte veröffentlichen können. Aber so viel Eitelkeit sei dem fast 50 Jährigen erlaubt. Immerhin zählt er zu den besten Gitarristen unserer Zeit und man kann ihm wirklich nicht nachsagen, dass er sich auf “Tied to a star” darauf zurückzieht. Er schreibt einfach gute Songs, die auch ohne Gitarrenwände und –soli funktionieren. Im Vergleich zu “Several shades of why” klingt die aktuelle Platten einen Tick rockiger. Hörer des ersten Albums werden ihre Meinung zu Mascis’ Soloausflügen nach “Tied to a star” nicht revidieren.

Again, these are very good songs that bear all the marks of the elder statesman’s voice. And, although they’re not Dinosaur Jr. songs, they’re somehow still quintessentially Mascis in similar ways — even if we’ve never heard him exactly like this before. In place of Dino’s Murph/Barlow amplification, there is one of two things: the occasional miscellaneous instrument — if only because this album is under Mascis’s name alone and he can do what he wants — or, more often, nothing at all. The small palette of Tied to a Star barely differs from that of Several Shades, and its tone is similarly subdued with almost no exceptions (there are precisely two full-on-Mascis electric solos here). Consider the two albums counterparts, guilt-free.
Die Rolling Stones verdingen sich seit Jahrzehnten mit gleichen Songs und gleichen Alben. Da kann man J Mascis durchaus auch noch einige gute Platten seiner Machart zugestehen. 

Dort gibt es das Video zu “Every morning” und hier den Opener “Me again”:

Am 15.12. gibt J Mascis seiner einziges Deutschland-Konzert 2014.