Samstag, 28. Mai 2016

We Are Scientists - Helter Seltzer























Es ist mittlerweile schon 11 Jahre her, dass uns die "Class of 2005" mit einem Schwung an tollen Debütalben begeistern konnte: "Silent Alarm" von Bloc Party, "Employment" von den Kaiser Chiefs, Maximo Parks "A Certain Trigger"  und "The Back Room" von den Editors konnten am Ende des Jahres in unsere Top 20 einziehen. Während diese Bands weiterhin regelmäßig Alben, die zumindest teilweise und kurzzeitig für Begeisterung sorgen, veröffentlichen und Schiffbruch nur mit dem ein oder anderen Experiment erlitten, versanken andere damals gehypted Bands (The Rakes, The Long Blondes, The Cooper Temple Clause, Mumm-Ra, The Ordinary Boys usw.) in der Versenkung und im Vergessen. 

Streng genommen müsste man auch We Are Scientists zur "Class of 2005" zählen, denn deren Debüt war in einigen Ländern bereits in diesem Jahr erschienen, andere sahen die Veröffentlichung von "With Love And Squalor" erst im folgenden Jahr. Auch bei Platten vor Gericht schafften es Keith Murray und Chris Cain erst 2006 in die Top 20. 
Viel geändert hat sich bei den beiden Spaßvögeln nicht: In Videos, Texten und Albumtitel, eine die eigene Musikrichtung beschreibende Wortschöpfung aus "Helter Skelter" und "Alka-Seltzer", beweisen We Are Scientists weiterhin ihren Hang zur Komik und bleiben sich musikalisch auch auf ihrer fünften Platte treu. Während "Buckle" oder "Classic Love" auch auf "With Love And Squalor" positiv aufgefallen wären, muss man auch den ein oder anderen Füller überstehen. Ga die Herren auch nicht jünger geworden sind - Murrays Haare sind deutlich grauer und Cains Bart ausladender - dürfen sie auch mehrfach das Tempo drosseln ("Want For Nothing") und dem Pop deutlich näher treten ("Hold On", "Too Late").     

Für den Moment wird man von We Are Scientists gut unterhalten, beim Bilanzieren des musikalischen Jahrgangs 2016 wird "Helter Seltzer" keine große Rolle stellen und in 2 bis 3 Jahren, wenn das neue Album der Beiden erscheint, wird man sich fragen, wie eigentlich die letzte Platte war. 




The only problem is the LP is replete with mid-paced majesty, when a bit more rocking out would have sufficed. Granted, the moth-eaten edges of With Love and Squalor now represent a bygone era, but the likes of ‘Hold On’ and ‘Waiting For You’ are too sedate and serene to provoke anything but an admirable shrug.

When they do turn up the amps, it’s all the more refreshing – the reverb-drenched urgency of ‘Classic Love’ is a quick blast of forlorn post-punk, while lead single and opener ‘Buckle’, with its stomping chorus and frenetic guitar solo, could have been on the band’s no-frills, all-killer album Barbara.

With most bands from the ‘Class of 2005’ now working in marketing, we should be thankful we have WAS at all, and while Helter Seltzer may not be an all-out rollercoaster, it’s certainly a decent ride.
(Louder Than War)




There is a bit more of an electro-pop vibe in Helter Seltzer, especially in songs such as ‘Too Late’. The songs also feature plenty of effect on Murray’s voice, which suits the album well but is maybe redundant. Combining this with a smash of electronic drums and 80’s keyboard chords marries the sounds together well.

‘In My Head’ and ‘Headlights’ bring the album back to the original sounds of the band, more hasty and wild than other songs off Helter Seltzer.

Despite it being quite far removed from their classic style, Helter Seltzer is still an indie classic unlike any other albums out there. There is no doubt that many of the songs off the album will sound amazing live, with strong guitar and drums. With a big UK and USA tour coming up, it’ll probably be worth going to see We Are Scientists to catch the full experience.
(Forge Today)


We Are Scientists in Deutschland:

03.06.16 Berlin, Privatclub
04./05.06.16 Rock am Rind/Rock im Park
14.06.16 Hamburg, Hafenklang

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Freitag, 27. Mai 2016

The Strumbellas - Hope























Der Vergleich mit Mumford & Sons ist unvermeidlich: Die Debüt-EP der Kanadier The Strumbellas erschien 2009, im gleichen Jahr wie der erste Longplayer der Engländer. Beide stehen bei Glassnote Records unter Vertrag und nun ja, musikalisch kann man beide im weitesten Sinn unter "Folk-Rock" einordnen. Doch während sich Mumford & Sons mit ihrem dritten Album "Wilder mind" weitgehend von dem bis dahin erfolgreichen Konzept gelöst haben, bleiben The Strumbellas dieser Ausrichtung treu. 




Der Titel stammt vom kürzlich erschienen dritten Album "Hope" der Strumbellas. Wenn ein Album mit einem solchen Song beginnt, muss man es auf Anhieb lieben oder als radiotauglichen Kram schnell vergessen. Eine Weile war ich eher skeptisch, doch dann kam mir dieser Gedanke: Falls "Spirits" der Sommer-Hit der Jahres 2016 wird, bleibt uns vielleicht eine wirklich nervige Dauerbeschallung durch einen Song mit irgendwelchen stampfenden Beats oder gar ein Fußball-Song erspart. Daher ernenne ich "Spirits" hiermit zum offiziellen Sommer-Hit 2016.  

Die gefällige Mischung aus Folk, Indiepop, Alternative Country, Indierock und Singer/Songwriter schmeichelt und es ist nahezu unmöglich, sich der Wirkung der Refrains zu entziehen. Klar, das klingt schon recht poliert und eben radiotauglich, doch irgendwie dann auch authentisch. 

Dave Schiffman stellt als Produzent eine interessante Wahl dar. In dieser Funktion stand er bislang eher für Rock- und Punk-Klänge (z. B. Thrice, Anti-Flag, PUP). Die Liste seiner Referenzen als Aufnahmetechniker oder "Mixer" ist hingegen vielseitig und annähernd unendlich (z. B. Johnny Cash, Weezer, Red Hot Chili Peppers, Tom Petty).

"Hope" zeigt keine Ausfälle und mit "Shovels & dirt", "Dog", "Young & wild" und "Wild sun" nach dem schon erfolgreichen Opener (s. o.) weitere Höhepunkte. 

Sputnik Music:
Hope is a total lack of restraint, and a reckless use of force when it comes to fun and accessible melodies. You’ll be left wanting to go back again and again to learn the lyrics and sing along. The only question is how long that appeal will last. As with so many flashy and polished pieces, often the initial effect far outweighs the real underlying substance. For now, though, we’re just going to have to enjoy Hope for what it is: an insanely catchy record from an indie-pop juggernaut that has likely just set the standard for radio-friendly folk.

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Donnerstag, 26. Mai 2016

Car Seat Headrest - Teens of denial






















Für mich hört sich "Teens of denial" nach einem frechen Debüt-Album an. Und dann blicke ich auf den Back-Katalog, sehe dass es zuvor "Teens of style" gab und dieses Songs einiger der elf seit 2010 veröffentlichten Vorgängeralben (alle erhältlich auf Bandcamp) enthält. Fleiß muss man Will Toledo, dem Kopf hinter Car Seat Headrest, zweifellos bescheinigen. Darüber hinaus gelang ihm mit "Teens of denial" ein wirklich erfrischendes und hörenswertes Album zwischen Indierock, Garage, Lo-Fi, Post-Punk und Power Pop. 

Die ersten Songs nahm der junge Mann aus Leesburg, Virgina auf dem Rücksitz eines Auto auf. Ein Blick nach vorne führte dann vermutlich zum Bandnamen. Inzwischen ist er ein paar Kilometer weiter in Richtung Seattle gezogen, hat eine Band um sich versammelt und einen Plattenvertrag unterschrieben. Sein Werdegang zeigt anschaulich, dass ein Musiker sich und seine Fan-Basis über Plattformen wie Bandcamp entwickeln kann. 

"Vincent", "Just what I needed / Not just what I needed", "Unforgiving girl (She's not an)", "Cosmic hero" und "The ballad of Costa Concordia" sind meine Empfehlungen auf "Teens of denial". Auch mit Spieldauern von über acht bzw. sogar über 11 Minuten wissen die Songs vortrefflich zu unterhalten. Bei solchen Songtiteln und Ideen darf man hinter der Band einen smarten Kopf vermuten. Ich hoffe in Zuunft noch viel von Will Toledo zu hören.

A.V. Club:
Car Seat Headrest may be 12 albums into its career, but Toledo shows no sign of slowing down. Through the record’s unrelenting buzz of power chords and fuzzy vocals, slow-burn anthems and primal screams, Toledo seems to be saying, buckle in; I’m taking you somewhere exciting. Trust him.

"Vincent" (in zweifelhafter Tonqualität):


Im Juni wird die Band in Deutschland auftreten:
  • 14.06. Berlin
  • 18.06. Hamburg
Dieses "Tiny desk concert" enthält den aktuellen Titel "Drunk drivers/Killer whales":


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Mittwoch, 25. Mai 2016

10 Schallplatten, die uns gut durch den Juni bringen


























10. Drowners – On Desire (Ltd. White Vinyl) (24.06.)

 



















9. We Are Scientists – Helter Seltzer (Coloured LP) (03.06.)

 



















8. Garbage – Strange Little Birds (2LP) (10.06.)

 



















7. The Beach Boys – Pet Sounds (Stereo 180g LP) (10.06.)

 



















6. Ian Brown – Golden Greats (Ltd. Golden Vnyl (03.06.)

 



















5. Fear Of Men – Fall Forever (03.06.)

 



















4. The Temper Trap – Thick As Thieves (10.06.)

 



















3. The Killers – Hot Fuss (10.06.)

 



















2. Minor Victories – Minor Victories (180g LP) (03.06.)

 



















1. Radiohead – A Moon Shaped Pool (Limited Edition, Opaque White Vinyl) (17.06.)

 



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Dienstag, 24. Mai 2016

Left With Pictures - Afterlife























Die erste Vorladung (IX)

Personalien:
Tom Walker, Stuart Barter und Toby Knowles sind in London ansässig und bilden gemeinsam die Band Left With Pictures.

Tathergang:
Das Debütalbum des Trios, "Beyond Your Means", war 2009, nach zwei ersten EPs (2006 und 2008), erschienen. Diesem folgte zwei Jahre später "In Time" nach. Für das von Richard Formby (The Telescopes, Wild Beasts, Hood, Duels) produzierte "Afterlife" ließen sie sich nun aber stolze 5 Jahre Zeit. "Terra Firma" und "Long Lane" wurden als Singles aus dem Album, das man über die Bandcamp-Seite von Left With Pictures als CD, LP und Download beziehen kann, ausgewählt. 

Plädoyer:
Left With Pictures kombinieren auf geschickte Art und Weise elektronische, in Richtung Ambient gleitende Soundflächen mit getragenem, orchestral arrangiertem Pop. Der hohe, oft ins Falsett driftende, mehrstimmige Gesang erinnerte mich im Zusammenspiel mit den Synthie-Elementen mehrfach an die Wild Beasts. Als ich lass, dass Richard Formby auch zwei derer Alben produziert hatte, fühlte ich mich darin bestätigt. "Multiplex" führt als Ouvertüre in ein 42-minütiges Album, dessen Highlights "Terra Firma" und "The Start" heißen und in einer gerechten Welt zu Hits würden. 

Zeugen:

Similarly, just when you think "The Howling" is a Kid A outtake with choir vocals, percussion and arena rock guitar shatter any such notion while ascending from the clouds to the stratosphere. The trio use that trick beautifully in reverse, as well. "Avert Your Eyes" is a playfully cascading ditty that slowly shrinks into an acoustic lullaby. Wherever you think a particular song is going, chances are LWP will surprise you.

But LWP are more than a series of songwriting slights of hand. "The Start" is simply a smartly written verse-chorus-verse pop gem, and demonstrates these guys could be huge pop stars if they so desired.
(The Line Of Best Fit)


This extensive musical style extends to the record's lyrics and atmospherics. In spite of the album’s sometimes dark focus, it escapes oppressive melancholia. ‘Stage Fright’ is a gorgeously glimmering tune of strings, piano and striking tenderness and ‘The Start’ flips sadder preoccupations for tentative optimism. The chorus joyfully wonders, “Might this be the start of everything?”

Afterlife concludes with ‘The Night Watch'. Its piano lead core is flanked by electric guitar and builds in wavering electronics like a modern day church hymn. It’s words spoken to a loved one near the end, but as the lyrics offer, “All that love you will be here”, they make it an oddly comforting and disarming way to end the record.

Left With Pictures have returned with a collection of songs that confirm they are a band worthy of the ears of many. It's often a sad record, but it's also a hopeful and beautiful one, full of carefully considered detail and infinitely sensitive observations.
(Drowned In Sound)


Indizien und Beweismittel:







Urteile:
Nun sind die werten Richter gefragt...


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Montag, 23. Mai 2016

Bergen - Zeiten für Kerle





















Jetzt fällt mir zur gestrigen Neuvorstellung von "My Life According To Bob Dylan" doch noch etwas ein, was Ekki Maas getan hat, während Markus Berges seinen zweiten Roman „Die Köchin von Bob Dylan“ schrieb: Er produzierte "Zeiten für Kerle" der Dresdener Band Bergen.

Das Minialbum, 6 Titel in 21 Minuten, erschien bereits vor fast 3 Monaten, aber irgendwie bin ich bisher nie zu dessen Vorstellung gekommen. Aber, wenn K&F Records Bergen selbst als "die wohl faulste Band in unserem Label-Stall" vorstellt, dann darf man sich doch wohl selbst ein wenig Zeit lassen, oder? 

Vor über drei Jahren war mit "Bärenmann" das letzte Album der vielköpfigen Gruppe - bei Facebook werden aktuell zehn Bandmitglieder gelistet, aktuelle Bandfotos zieren deren sieben - erschienen, und mit dem gleichnamigen Song, stellte diese auch eine Verbindung zum Vorgänger her. Der Folkpop lässt nicht nur an Erdmöbel ("Bärenmann") denken, sondern weckt auch, wenn die Trompete durch den Song geistert, Erinnerungen an Element Of Crime ("Zeiten für Kerle") oder Jochen Distelmeyers Blumfeld in deren Schlagerphase.

Wenn Bergen für ein Minialbum 3 Jahre benötigen, dann steht zu befürchten, dass das nächste Album erst 2022 erscheinen wird. 


Bergen aus Dresden machen Folk-Pop, und das ist eigentlich nicht so meine Baustelle. Aber wie so oft steckt der Teufel im Detail. Positiv gemeint. Denn erstens wird hier nicht öde geschrammelt, sondern kunstvoll, zärtlich und mit viel Understatement Musik gemacht, und zweitens erzählen Bergen auf »Zeiten für Kerle« (K&F) mit einer ruhigen, fast unbeteiligt wirkenden Erzählstimme erschreckend reale Geschichten aus der Mitte der Gesellschaft und über das gar nicht mal so eigene Leben. »Wir hatten schön gebaut, mit dicken Säulen für den Halt und das Vertrauen. Mit bunten Streben hoch zu Eigentum und Kind, und jetzt guck doch bloß, wo wir schon wieder sind«, singt die Band und ist damit näher am Leben der meisten Menschen dran, als einem lieb sein möchte. Und die Pegida-Introspektive »Die lebenden Toten« hat mich dann komplett kalt erwischt. Näher am schrecklich normalen Leben ist zurzeit sicher keine andere deutsche Band.
(intro)




Sie bleiben so sehr Pop wie sie mögen, haben keine Angst vor Schlager und Chanson und lassen sogar ein wenig Lagerfeuer-Gefühl zu. Auch wenn der „Bärenmann“ in Zukunft von ganz weit oben zuschaut, bergen haben ihn und seine positive Seltsamkeit tief in ihr Herz geschlossen. Und lassen uns hoffentlich noch lange daran teilhaben. 
(Der Bänkelsänger)




Angefangen beim düsteren Prolog „Alles entgleist“, der gekonnt auf die übrigen Songs einstimmt. Etwa auf das fragile Konstrukt aus gemeinsamem Heim, Beziehung und Kleinfamilie, das im beschwingten „Klötze“ beschrieben wird, während sich der Titeltrack mit lebhaftem Country-Twang der Langweiligkeit des eigenen Daseins annimmt und der Bärenmann der Vorgänger-Langrille mit dem getragenen „Bärenmann 3“ eine kurze Wiederauferstehung feiert – bezeichnenderweise in Form seiner Beerdigung. Mit sanftem Groove erinnern BERGEN an „Die laufenden Toten“ und meinen damit die unsäglichen montäglichen Pegida-Demonstrationen, die im Oktober 2014 in Dresden ihren Anfang nahmen. Bleibt noch „Frau vom Fischer“, das an die alte Fabel vom „Fischer und seiner Frau“ erinnert und vom leicht beschwipsten Dresdner Gnadenchor lautstark abgerundet wird.
(Terrorverlag)

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Sonntag, 22. Mai 2016

Ekki Maas - My Life According To Bob Dylan























"Seit wann hörst du denn Country?", fragte mich meine Freundin neulich im Auto und stieß ein ironisches "Yee-haw!" hinterher. 

Aber was soll Ekki Maas denn machen, wenn Markus Berges, der Sänger der gemeinsamen Band Erdmöbel, ständig Bücher schreibt („Die Köchin von Bob Dylan“), Weihnachten noch zu weit entfernt ist, um an den alljährlichen Feiertags-Song zu denken und sich Bob Dylans 75. Geburtstag nähert? Da muss er sich doch die Zeit mit Coverversionen zu Ehren von His Bobness vertreiben. Und eigentlich hätte "My Life According To Bob Dylan" auch schon ein Geburtstagsgeschenk zu Dylans 70. Geburtstag sein können, denn der Produzent und Bassist von Erdmöbel begann bereits vor 5 Jahren mit den Aufnahmen, konnte damit aber offensichtlich gar nicht mehr aufhören und förderte letztendlich 32 Lieder aus Dylans Archiven zu Tage.




Bei den obligatorischen Klassikern griff er seltener zu ("The Times They Are A Changing") als dass er sich diesen verweigerte ("Like A Rolling Stone", "Blowin' In The Wind") und Dylan-Fans werden vermutlich mindestens weitere 32 Songs vermissen, die unbedingt hätten gecovert werden müssen ("Visions Of Johanna"? "Shelter From The Storm"?).  Meine Freundin fragte eher besorgt: "Und gleich packt der auch noch die Mundharmonika aus, oder?"
Klar, ohne geht das bei Dylan ja nicht. Ekki Maas spielte zudem E- und Akustikgitarren, Bässe, Posaune und lässt für Nicht-Dylan-Anhänger durch den weniger nasalem Gesang sogar den Einstieg in dessen musikalischen Kosmos leichter werden. Mit Christian Wübben (Schlagzeug) und Wolfgang Proppe (Hammond-Orgel) fanden sich auch, neben Eric Pfeil, Erdmöbel-Mitstreiter im Studio ein. Die hatten schließlich auch Wartezeit zu überbrücken oder überraschen nach Dylan-Buch und Dylan-Platte vielleicht in zwei Tagen mit dem Dylan-Theaterstück oder dem Dylan-Ölgemälde.

"My Life According To Bob Dylan" wird selbstverständlich zu Bob Dylans Ehrentag am 24. Mai erscheinen.



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Samstag, 21. Mai 2016

James Blake - The Colour In Anything























10 Fakten zum neuen Album von James Blake:

1. Für sein drittes Album hat James Blake so einige Songs zusammengetragen: "The Colour In Anything", das im Januar 2015 zunächst als "Radio Silence" angekündigt worden war,  bietet 17 Songs, die über 76 Minuten laufen. 

2. Während "The Colour In Anything" digital und als CD seit dem 6. Mai verfügbar ist, müssen sich Vinyl-Liebhaber noch ein wenig gedulden: Die LP steht erst am 5. August in den Plattenläden. Eine aufgeblähte Deluxe Edition ist nicht geplant. 

3. In den Charts konnte das Album nicht ganz an die Platzierungen des Vorgängers anknüpfen: In seiner englischen Heimat verfehlte James Blake mit Platz 13 zum Beispiel erstmals die Top Ten. "James Blake" (2011) und "Overgrown" (2013) erreichten noch die Ränge 9 und 8.

4. Dieser Trend zeichnete sich bereits mit der ersten Single-Auskopplung ab: Während "Limit To Your Love" (2010) und "Retrograde" (2013) noch auf die Plätze 39 bzw. 87 kamen, verfehlte das im Februar veröffentlichte "Modern Soul" die Charts vollkommen.

5. Selbst "Forward", der gemeinsam von Blake und Beyoncé für ihr aktuelles Album komponierte Song, der nur etwas länger als 1 Minute dauert, konnte nach der Veröffentlichung von "Lemonade" charten (UK #85, USA #63). Eine zuvor angekündigte Zusammenarbeit mit Kanye West (für den Song "Timeless" ließ sich nicht realisieren.  

6. Am gemeinsamen Komponieren hat James Blake offensichtlich Spaß gefunden: "My Willing Heart" und "Always" schrieb er gemeinsam mit Frank Ocean.  
Am gemeinsamen Komponieren hat James Blake offensichtlich wirklich Spaß gefunden: "Meet You In The Maze" und "I Need A Forest Fire" schrieb er gemeinsam mit Justin Vernon (Bon Iver), der beim letztgenannten Song auch mitsingt.

Zu hören sind auf The Colour In Anything Balladen mit dem zur Trademark erhobenen erhöhten Klangflächendruck. Die tiefen Frequenzen haben dabei mittlerweile das Nachsehen, mitunter gibt Blake, etwa im Titelstück, die Rolle des einsamen Chansonniers am Klavier. Verfremdungseffekte: wenige, nur hie und da etwas Autotune oder Hi-Hat-Hack aus dem digitalen Fleischwolf. (...)
Die Farbpalette des Albums ist durchweg Pastell, so wie das Aquarell von Quentin Blake auf dem Cover, das die zentralen Motive der Musik vorwegnimmt: die Aus-der-Welt-Gefallenheit des vor Enttäuschung komplett ergrauten Einzelgängers und vor allem das Verschämt-Versexte, das als Antriebsfeder für die Sublimierung durch die Hohe Minne respektive Scheiß-auf-die-Minne benötigt wird. Es ist symbolisiert durch eine Frauenfigur, die im dürren Geäst eines Baums verborgen und in einem cleveren Kunstgriff gleich zweifach erledigt wird: kopfüber nackt gekreuzigt und naturwüchsig im Reich der wilden Fauna und Flora verwurzelt.

Damit stellt The Colour In Anything das Prinzip der Minne auf den Kopf und wagt, wovon von Wolkenstein, von Liechtenstein und von der Vogelweide wohl nur in finsteren Momenten träumten. Das Problem mit der Selbstverbesserung ist allerdings: Die Heulermusik von James Blake war vorher schon perfekt. Man darf sich fragen, was in Zukunft noch zum Weitersublimieren übrig bleibt.
(Spex)


7. Nachdem Brian Eno bei "Overgrown" neben James Blake auf dem Produzentensessel Platz nahm, saß dort diesmal Rick Rubin. Die Aufnahmen begannen in Blakes "Schlafzimmer Studio" in London und endeten in den Shangri La Studios in Malibu, Kalifornien. 

8. Das Plattencover ziert eine Zeichnung des 83-jährigen Illustrators Sir Quentin Saxby Blake.

9. Ähnlich wie die leicht sinkenden Chart-Erfolge sind auch die gebündelten Wertungen bei Metacritic: "James Blake" kam auf 81, "Overgrown" auf 82 und "The Colour In Anything" nur auf 78/100 Punkten: 

It's an introspective, at times hesitant collection yet in the way most introverts allow themselves to relax within company, the more time you invest in The Colour In Anything the more readily you will discover its qualities. (The 405)

Features Blake's richest and most emotionally resonant work yet. (NME)

If there’s a downside to Anything, it’s the exhaustive length: 17 heart-trying wisps-of-songs that near the 80-minute mark, akin to needing a tissue and buying a Costco pallet of Kleenex. (Spin)

Blake's third album (all 76 minutes of it) reaches back to the abstract electronics and agile, brittle beats of his early EPs while pushing his songwriting towards new levels of sad urgent grandeur. Blake's bell-clear tenor has never sounded more wounded--or more ethereal. (Rolling Stone)

10. Bisher gibt es nur zwei Möglichkeiten James Blake live in Deutschland zu sehen: beim Maifeld Derby Festival in Mannheim (03.-05.06.16) und beim Lollapalooza in Berlin (10.-11.09.16).

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Freitag, 20. Mai 2016

Yak - Alas salvation






















Yuck und Yak: Yak.

Yucks drittes Album empfand ich als Enttäuschung. Doch kaum schreibe ich eine Londoner Band ab, steht schon die nächste in den Startlöchern. Yak bringt mit dem Debüt "Alas salvation" vielleicht noch keine Erlösung doch zumindest den frischen Wind und die Energie, die ich mir von Yuck erhoffte hatte. 

2015 hat Yak eine EP auf Jack Whites Label veröffentlicht. Neben allem Garage Rock, Post Rock und Post Punk hört man an einigen Stellen durchaus auch den Blues Rock, der White angelockt haben könnte. Mit den Referenzen muss man gleich mehrere Jahrzehnte abdecken: The Velvet Underground, The Stooges, The Strokes, Refused und auch Queens Of The Stone Age. 

Ich bin mir unsicher, ob die Yak bei ihrem Debüt einfach noch nicht so recht wussten, in welche Richtung sie gehen möchten oder ob die vielen Ideen einfach raus mussten. Auf jeden Fall hat der Pulp-Bassist Steve Mackey als Produzent (wie auch schon bei Florence & The Machine und Palma Violets) einen guten Job gemacht, indem er den jungen Herren keine engen Grenzen gesetzt hat. 

Yak wird in vielen Quellen über den Klee gelobt und mit einigen Superlativen bedacht. Bei Yuck war es vor wenigen Jahren nichts anders. Ich bin gespannt, ob Yak mit den nächsten Alben nachlegen kann.

Es fällt mir schwer, einige Songs hervorzuheben, da sich jeder Freund aktuellen Gitarren-Rocks das Debüt anhören sollte, um sich an der Vielfalt der Titel zu erfreuen. Besonders gefreut habe ich mich aber bei jedem Durchgang über "Hungry heart", "Take it", "Harbour the feeling" und "Smile".

DIY Mag meint:
 ‘Alas Salvation’ is the debut of the year so far, make no mistake. And it’s the kind of record that can inspire the next generation to shun insecurities and any notions of cool. Be a character, shun the norm and say something weird - that’s the Yak ethos, and it’ll spread like wildfire.

Die Videos zu "Harbour the feeling" und "Victorious (National anthem)" wollen nicht eingebettet werden. Statt dessen gibt es "Hungry heart" live:

Die Live-Qualitäten der Band werden gelobt, die Konzerte sollen rau und wild sein (nach dem Video mag ich es glauben). Bei folgenden Gelegenheiten kann diese Behauptung überprüft werden:
  • 01.06. Hamburg
  • 27.06. Köln (Support der Last Shadow Puppets)
  • 28.06. Dresden (Support der Last Shadow Puppets)
  • 13.08. Haldern Pop Festival
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Donnerstag, 19. Mai 2016

Yuck - Stranger things






















Yuck und Yak: Yuck.

Was war das doch für ein Hype um Yucks Debüt im Jahr 2011. Die Londoner Band zitierte erfolgreich Indierock-Bands der Vergangenheit wie Pavement, Dinosaur Jr. und Sonic Youth. Das war nicht eigenständig aber irgendwie klang es trotzdem zumindest erfrischend. Mit dem Gitarristen Daniel Blumberg verlor die Band aber selbst noch diesen Reiz. So konnte mich das Zweitwerk "Glow & behold" noch weniger erfreuen als das Debüt. 

Ich mache es kurz: Das aktuelle Album "Stranger things" führt leider den Weg in die Belanglosigkeit weiter fort. Man weiß nicht so recht, ob das Wesen auf dem Cover schläft oder verendet ist. Die teilweise langweiligen bis schwerfälligen Titel auf "Stranger things" könnten ihren Anteil daran haben. Die Titel "Like a moth", "As I walk away" und "Down" sind die Höhepunkte auf diesem ansonsten weitgehend harmlosen Longplayer. Als Referenzen kann ich leider kaum noch auf Alternative-Größen verweisen. Statt dessen fühle ich mich eher an Power Pop-Bands wie Weezer und austauchbare Indierock-Mitläufer erinnert. 

Intro gefällt das allerdings:
Nicht dass Yuck nun glücklicher rüberkommen – den folgerichtigen Slogan »I hate myself« hat Bloom prominent im Titelsong des Albums platziert –, aber endlich können sie wieder sie selbst sein, Indie-Slacker eben, sie können unkritisch und hingebungsvoll Built To Spill (»Hold Me Closer«) und Teenage Fanclub verehren, Melodien zum Niederknien spielen und sich ansonsten in die Ecke legen. Auch wenn die Produktion des Albums konsequenterweise suboptimal ist, gewinnt es doch durch endlich wieder wunderbare Songs. Seinen Lebensunterhalt als Musiker kann man so leider nicht bestreiten – der Weg zur Indie-Ikone aber ist geebnet.

"Hearts in motion":

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Mittwoch, 18. Mai 2016

On Dead Waves - On Dead Waves























Vor einigen Tagen waren wir auf einer Retro-Konzertreise in London und sahen an drei aufeinander folgenden Abenden Auftritte von The Bluetones, James und Lush
Zumindest hinsichtlich der Vorbands war ich nicht gut vorbereitet, denn kurz vor der Abreise erhielt ich als Promo ein Album, auf das ich mich schon sehr gefreut hatte: On Dead Waves (manchmal auch onDeadWaves geschrieben) sind ein gemeinschaftliches Projekt der von mir sehr geschätzten Polly Scattergood und James Chapman (Maps). 

Vor dem London-Trip konnte ich mir ihr selbst betiteltes Debütalbum nicht mehr anhören, und so betrat als erste Vorband der Bluetones ein Trio die Bühne, dessen Musik mir sehr gut gefiel: wenn sich, vor allem bei den Refrains die Stimmen der blonden Sängerin, die zudem Keyboards spielte, und des Gitarristen vermischten, fühlte ich mich sehr an Black Box Recorder erinnert. Ansonsten spielte die Band eher verträumt-düstere Balladen, wie geschaffen für einen Film von David Lynch. Nur der als neue Single vorgestellte Uptempo-Song "California" fiel etwas aus dem Rahmen. 

Viel mehr Kommunikation mit dem Publikum gab es im, zu diesem Zeitpunkt sehr schwach besuchten, Roundhouse nicht. Ganz am Ende stellte sich die Band dann doch noch als On Dead Waves vor und mir fiel endlich auf, wen ich da vor mir hatte! Spätestens beim abschließenden Song "Winter's Child" wäre ich vermutlich selbst drauf gekommen, denn die Textzeile "On Dead Waves" wird wie eine Coda mehrfach wiederholt.  

Vielleicht noch interessant, dass die Zusammenarbeit von Polly Scattergood und James Chapman auch im Londoner Roundhouse begann, als man 2011 auf einem von ihrem Label Mute veranstalteten Konzertabend gegenseitig Songs voneinander coverte und Gefallen am gemeinsamen Musizieren fand. Polly Scattergood: „The gig was one of the most enjoyable I’ve done. And as soon as we finished, we said it’d be cool to do something else.“ 
Das war, wie "On Dead Waves" belegt, eine gute Entscheidung.







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Dienstag, 17. Mai 2016

Frightened Rabbit - Painting Of A Panic Attack





















Endlich, mit ihrem fünften Album haben Frightened Rabbit nun erstmals die Spitze ihrer heimischen Charts erreicht. Einen ersten deutlichen Sprung in den Charts erreichte die Band bereits 2013 durch den von einem Major Label veröffentlichten Vorgänger "Pedestrian Verse", für "Painting Of A Panic Attack" wurde nun Aaron Dessner als Produzent verpflichtet, um den nächsten Schritt zu gehen. Dessner schliff Ecken und Kanten im Sound der Schotten ab, wie er es auch bei den beiden letzten Alben seiner eigenen Band The National getan hatte. Kein Wunder also, dass sich zum Beispiel "I Wish I Was Sober" und "Still Want To Be Here" klanglich deutlich in der Nähe von The National positionieren. Ein steigender Bekanntheitsgrad und ein erleichterte Zugänglichkeit also im Austausch gegen schwindende Dynamik und Dringlichkeit. Der Erfolg von "Painting Of A Panic Attack", das in der Deluxe Version noch drei zusätzliche Songs offeriert, bestätigt Frightened Rabbit in ihrem Handeln, auch wenn viele Kritiker dies anders sehen. 

Auch innerhalb der Band war es in den letzten Jahren zu Veränderungen gekommen: Gitarrist Gordon Skene verabschiedete sich 2014 nicht gerade geräuschlos von Frightened Rabbit, Sänger und Songschreiber Scott Hutchinson zog der Liebe wegen von Glasgow nach Los Angeles, veröffentlichte unter dem Namen Owl John eine Art Soloalbum und trieb die Arbeiten an "Painting Of A Panic Attack" via Email-Kommunikation und -austausch voran. 


Dieses Gefühl der Verlorenheit zieht sich als ein Hauptmotiv durch das Album. Tracks wie Get Out, der eine von Abhängigkeit und Besessenheit geprägte Liebe behandelt, oder Still Want To Be Here, das von seinem fortwährenden Ringen mit L.A. erzählt, fangen auf perfekte Weise die Geisteshaltung des Frontmanns seit dem letzten Album ein.

Die emotionalen Texte auf den bisherigen Alben von Frightened Rabbit basierten schon immer auf den ganz großen Gefühlen. Es ging fast immer um alles, mindestens aber um Liebe und Tod. Auf Painting Of A Panic Attack geht es nicht mehr ganz so dramatisch zu. Aber das sonnige Leben an der Westküste der USA machte aus Hutchinson keinen Sonnyboy; wir können also durchatmen.

Painting of a Panic Attack klingt dank Dessner epischer als die bisherigen Alben, die Band wirkt trotz der geografischen Trennung geschlossener. Es gibt eine Hand voll großartiger Songs auf diesem Album, Death Dream, 400 Bones oder Little Drum sind meine Favoriten.

Trotz dieser Weiterentwicklung geht für mich aber etwas verloren. Ich mochte den Vorgänger gerade wegen seiner ausgefransten Kanten, seiner emotionalen Ruppigkeit und seiner Zerbrechlichkeit.
(Nicorola)




Die Kompositionen sind nach wie vor extrem ausgefeilt, ufern auch gern mal aus und sind ausgeschmückt mit vielen kleinen Spielereien. Bestes Beispiel ist der berührende Opener „Death Dream“, der sich zu einem Gänsehaut-erzeugenden Epos auftürmt, aber leider mehr verspricht, als das Album einhält. „Get Out“ bietet mit donnernder Melodie und erhöhtem Leidensdruck ebenfalls erhöhtes Hitpotential und dürfte schnell zu einem Live-Klassiker werden. Im Anschluss nimmt das Album jedoch eine Wendung zu etwas mehr Milde und größerem Hang zu hymnischeren Noten. Die Falten, die sich Scott in der Vergangenheit in seine Stimmbänder geknurrt hat, sind nun glatt gebügelt und die Stücke gewinnen einen insgesamt versöhnlicheren Charakter, als in der Vergangenheit. Das alles macht „Painting Of A Panic Attack“ immer noch zu einem überdurchschnittlich guten Album, hinterlässt einen dennoch ein wenig enttäuscht, da man von Frightened Rabbit aus der Vergangenheit immer noch ein Quantum mehr erwarten konnte.. diese kleine, nicht greifbare Besonderheit, die ein Album nicht nur überdurchschnittlich, sondern im Zweifel zu einem Klassiker machen kann.
(White Tapes)


Frightened Rabbit in Deutschland:

27.06.16 Dachau, Rathausplatz
28.06.16 Berlin, Zitadelle
13.08.16 Haldern, Haldern Pop Festival
20.08.16 Konstanz, Rock am See Festival

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Montag, 16. Mai 2016

My Bubba - Big Bad Good























Die erste Vorladung (VIII)

Personalien:
Hinter dem Bandnamen My Bubba stecken die aus Schweden stammende My Larsdotter (Gesang, Zither) und die Isländerin Guðbjörg Tómasdóttir (Gesang, Gitarre). Kennen gelernt haben sich die beiden, als Bubba auf eine Annonce antwortete, um ein Zimmer in Mys Appartement in Kopenhagen zu mieten. Kurz nach dem Einzug begann das gemeinsamen Musizieren. 

Tathergang:
Zunächst war noch eine Dritte mit im Bunde und als My Bubba & Mi erschien 2010 das Album "How It's Done In Italy". Nach "Goes Abroader" (2014) folgte nun das in Zusammenarbeit mit Shahzad Isamaily (Will Oldham, Sam Amaidon) in Brooklyn entstandene "Big Bad Good", das zwar 11 Songs beinhaltet, aber nur 33 Minuten läuft. 

Plädoyer:
Freak Folk, New Weird Americana, Psych Folk... Begriffe gab und gibt es viele, die den verschrobenen, zerbrechlich anmutenden, bisweilen schrägen Folk von Künstlerinnen wie CocoRosie, Jana Hunter oder Joanna Newsom zu fassen versuchen. Für My Bubba, die Stille, ihre Stimmen, gezupfte Zither und gestreichelte Gitarre mit Folk, Blues, Gospel und Soul kombinieren, dürfen sie wieder Verwendung finden.

Zeugen:

The fact that there is minimal instrumentation in each song shows the vocal prowess of both Tómasdóttir and Larsdotter and how their voices perfectly mimic each other. Personally, it is kind of confusing because you can’t tell the voices apart, but there is a certain charm to the simplicity of their duets. The choice to focus on the voice and lyrics was definitely beneficial for My Bubba, as the lyrics really tell a story in each song, ranging from morose to cheerful all in the same album. On a very basic level, Big Bad Good is a quiet but pleasing album. Once you dig deeper, you really feel the full brevity of its poetry.
(Slug Magazine)


Big Bad Good opens with the airy, minimalistic title track that introduces themes of longing, loss and ancestry with lyrical nods to songwriters such as Paul Simon and Bob Dylan. The remaining songs follow suit with light and playful production as their delicate, almost identical, voices unify to produce a resounding after-effect.
(American Songwriter)


Big Bad Good leaves listeners feeling like they’re processing a lot emotionally, but the boney arrangements of the songs give you the impression that the motivation for doing so is almost being extracted from nothingness. That’s not a dig, either. Musically, My Bubba forges their own specific and extremely sparse path while forgoing the dreariness that unfocused minimalism facilitates. Everything the duo builds up, they do so subtly and with purpose. The electric piano on “ET” pulsates while glueing together the song’s whirring and almost improvisational layers. Soulfully letting out the words “I feel like ET yearning, burning up from within,” the song is evocative of wanting to close the distance between you and your core essence.
(Paste Magazine)


Indizien und Beweismittel:





Ortstermine:
31.08.16 Berlin (zusammen mit The Weather Station und Missincat)

Urteile:
Nun sind die werten Richter gefragt...

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