Samstag, 21. Mai 2011

The Raveonettes - Raven In The Grave




















Wie der NME kürzlich bestätigte, stehe ich als Fan der Raveonettes nicht gänzlich allein da, denn viele aktuelle amerikanische (The Drums, Best Coast, Vivian Girls) und britische Bands (Glasvegas, The Vaccines) berufen sich auf das dänische Duo, wenn es um Vorbilder oder stilprägende Einflüsse geht.
Sune Rose Wagner und Sharin Foo gelingt es auf jedem ihrer Alben, den eigenen Sound zu variieren und dies für die Dauer eines Longplayers auch konzeptionell durchzuhalten. So auch auf "Raven In The Grave", ihrem fünften Album: Feedback, Garagenrock, 60s-Surf-Pop und der typisch vor sich hin stampfende Drumbeat wurden für die neuen 9 Titel ad acta gelegt. Dafür geht es nun deutlich gemächlicher und düsterer zur Sache, säuseln Sun Rose und Sharin in einem Meer aus Hall, dürfen auch erstmals Keyboards und Moog-Synthies erklingen und den aktuellen, verträumten Klang der Raveonettes dominieren.

Jetzt ist das dänische Duo mit aller Wucht zurück. So unsurfig wie noch nie: düsterer, nachdenklich und sehnsüchtig. Die von ihnen inspirierten und mittlerweile durchgestarteten Bands sind längst überholt. Tatsächlich meint man stattdessen sogar "neue" Bands herauszuhören: zum Beispiel den Minimalismus von The xx oder die Gefühlswelten von Beach House. Verrückt. Aber was ich eigentlich sagen wollte: Großartiges Album!



"Recharge & Revolt" Video

Doch trotz Überschaubarkeit in Spielzeit und Trackanzahl fasst "Raven in the grave" die Essenz der Band besser zusammen als jedes Album zuvor: Tiefste Romantik trifft auf berstende Lärmwände, süße Verlockung auf einen rostigen Ascheimer voller Fuzz-Attacken, schwarze Vision auf zarte musikalische Lieblichkeit. Was wie gesagt im Grunde nichts Neues ist, aber nie eindringlicher und hinreißender inszeniert wurde als hier. Spätestens jetzt sind die Raveonettes ihr eigenes Universum - eins, in dem selbst rabenschwarze Tage glücklich machen.

8 Kommentare:

Dirk hat gesagt…

Trotz nahenden Sommerlochs einige neue Gerichtstermine (Scott Matthew, Handsome Furs, Locas In Love u.a.) für Juni/Juli.

noplace hat gesagt…

so mag ich meine raveonettes. schwelgend. das beste seit "pretty in black".

Michael hat gesagt…

Auch wenn ich die Band sehr mag, leider ist das Duo diesmal ohne Elan. Da mag ich Lust Lust Lust oder In and Out of Control um einiges lieber!

Deshalb diesmal nur 7 von 10 Punkten

Olly Golightly hat gesagt…

7,5 Punkte

Ingo hat gesagt…

6 Punkte

Dirk hat gesagt…

Ich musste das Album tatsächlich häufig hören, bis es sich mir erschlossen hat.

8 Punkte

Julia hat gesagt…

7 Punkte

aXel hat gesagt…

7 Punkte