PVG: „9 Lives“ hieß die erste Single aus dem neuen Album von Fury In The Slaughterhouse - die Band ist wohl nicht tot zu kriegen, oder?
Ingo: Also zumindest erlebt die Band ihren 2. bis 3. Frühling. Ich gönne es ihnen von Herzen, wenn auch mein Höhepunkt als Fan doch schon eine Weile zurückliegt. In einem Interview sagten sie kürzlich so etwas wie "Die Toten Hosen hören auf, die Scorpions,... einer muss ja weitermachen." In ihrer langen Pause vor dem Comeback hat die Band offensichtlich Kraft gesammelt für einen langen Endspurt.
PVG: Mit „Viva La Revolución“, „When We Were Young“ und „Fix This Crack“ folgten noch drei weitere Singles - was wären für dich denn die Singles-Kandidaten gewesen?
Ingo: "9 Lives" fand ich schon ganz schön stark. Und das trashige Video bringt viele Erinnerungen an meine Zeit in Hannover zurück. Die im Verlauf des Albums direkt folgenden Titel "Youth is wasted on the young" und "Lost and found" ließen mich beim ersten Hördurchlauf auf ein durchgehend starkes Album hoffen und wären meine weiteren Kandidaten gewesen. Ab der Mitte des Albums mit "Believe" fällt das Niveau in meiner Warnehmung leider ab.
PVG: Heute spielen Fury In The Slaughterhouse in Bonn beim Kunst!Rasen - bist du vor Ort und, falls ja, was erhoffst du dir? Und noch wichtiger: Wirst du dein wirklich sehr grelles Fury-T-Shirt tragen?
Ingo: Ich habe noch kein Ticket und halte mir die Option offen. Beim diesjährigen Kunst!Rasen war bislang glaube ich nur Roland Kaisers Konzert ausverkauft. Daher könnte ich mich noch kurzfristig entscheiden. Aber am Tag zuvor war ich (wie ihr) bei Nick Cave. Ich bezweifele, dass ich am Tag danach in "Fury-Stimmung" sein werde. Zumal ich sie letztes Jahr an gleicher Stelle gesehen habe. Aber wenn, könnte das gelbe Shirt oder ein anderes farbenfrohes T-Shirt meiner inzwischen "Vintage Sammlung" an Fury-Shirts stolz darauf hinweisen, dass ich schon ein paar Konzerte der Band seit 1991 besucht habe.
PVG: Ich weiß nicht, ob du die deutschen Charts verfolgst, aber dort waren die drei Comeback-Alben („Now“ #2, „Hope“ #1 und „Changes“ #2) die erfolgreichsten in der fast 40-jährigen Bandgeschichte. Zu Recht?
Ingo: Ich nenne es "Ernte einfahren". Gegen Alben der 90er Jahre wie "Jau!" und "Mono" können die Alben seit dem Comeback nicht anstinken (um das Bild von Pferd und Schlachthof aufzugreifen). Aber sie scheinen "alten" und neuen Fans genug zu geben, so dass sowohl die Albenverkäufe als auch die Touren sehr gut laufen. Und wer weiß, falls Fury In The Slaughterhouse auch noch Roland Kaiser überleben, verkaufen sie vielleicht irgendwann auch den Kunstrasen in Bonn aus. Man muss auch anerkennen, dass in Form von Singles, Ankündigungen, Interviews,... viel Werbung für das neue Album gemacht wurde. Ich hatte sogar # 1 erwartet.
PVG: Apropos „Changes“ - gibt es denn auf dem 15. Studioalbum von Fury In The Slaughterhouse noch Veränderungen festzustellen?
Ingo: Die drei Comeback-Alben hat Vincent Sorg produziert. Dieser ist auch für viele Alben der Toten Hosen verantwortlich. Ich glaube, ich bin kein Fan seiner Arbeit. Musikalisch und produktionstechnisch bin ich nicht sonderlich beeindruck oder überrascht. Aber ich meine herauszuhören, dass die Bandmitglieder besser miteinander klarkommen als in der schwierige Zeit seit "The Hearing and the Sense of Balance" (1995).
PVG: Jetzt kommt - da es vermutlich nie zu einer Fury In The Slaughterhouse Revision bei Platten vor Gericht kommen wird - deine einmalige Gelegenheit auf ein Ranking der Alben!
Ingo:
1. Jau!
2. Mono
3. The Hearing and the Sense of Balance
4. Hook-A-Hey
5. Fury In The Slaughterhouse
6. - 15. Die anderen Alben.

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Apropos Revision ...
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