10 Fakten zum neuen Album von Death Cab For Cutie:
1. Die ersten vier Studioalben von Death Cab For Cutie wurden über Barsuk Records veröffentlicht. Für „Plans“ (2005) wechselte die Band zu Atlantic Records und bleib dem Major Label für 20 Jahre und sechs Alben treu. „I Built You A Tower“, das elfte Album von Ben Gibbard & Co., stellt nun die Rückkehr zu einem Indie-Label dar. Es wurde am 5. Juni über Ant- veröffentlicht.
2. Logisch, dass die über ein Major Label veröffentlichten Alben auch die in den Charts erfolgreichsten waren, allen voran „Narrow Stairs“ (2008), das sowohl in den USA (#1) als auch in Deutschland (#40) und Großbritannien (#24) die höchsten Platzierungen für Death Cab For Cutie einfuhr. Kurios, dass der 24. Platz im Vereinigten Königreich so etwas wie ein Stammplatz ist, denn auf diesen kamen später auch noch „Codes And Keys“ und „Thank You For Today“. Von den „Indie-Alben“ kam lediglich „Transatlanticism“ (2003) zu Chart-Ehren (#97 in den USA).
3. Beim letzten Mal mussten die Fans von Death Cab For Cutie nach „Thank You For Today“ (2018) 4 Jahre und 30 Tage auf ein neues Album warten, diesmal ging es etwas schneller: 3 Jahre, 6 Monate und 19 Tage vergingen zwischen der Veröffentlichung von „Asphalt Meadows“ (2022) und nun „I Built You A Tower“.
4. 4 Sekündchen sorgen dafür, dass „I Built You A Tower“ mit seinen 11 Songs in 38:34 Minuten nicht das kürzeste Album von Death Cab For Cutie geworden ist. Dieses bleibt weiterhin „Thank You for Today“ (38:30 Minuten).
5. Wie schon beim Vorgänger „Asphalt Meadows“ saß erneut der renommierte Produzent John Congleton (Sigur Rós, Phoebe Bridgers, Goldfrapp, Mogwai, St. Vincent, David Byrne) an den Reglern, der das Album auch abgemischt hat.
Das Fundament wurde in einer sehr kurzen, dreiwöchigen Session im Studio Animal Rites von John Congleton in Los Angeles eingespielt. Zusätzliche Spuren nahmen die Bandmitglieder eigenständig in ihren jeweiligen Home-Studios in Seattle, Bellingham, Los Angeles und Portland auf.
6. „I Built You A Tower“ entstand, während Death Cab For Cutie zu den Jubiläen von „Plans“ sowie „Transatlanticism“ tourten und Ben Gibbard einerseits mit seinem Nebenprojekt The Postal Service unterwegs war und andererseits das Ende seiner Ehe verarbeitete. Er beschreibt diese Zeit als eine Art emotionaler Verdrängung und verglich die emotionalen Erfahrungen wie Trauer, Trauma oder Verlust mit einem „Turm“ in der eigenen inneren Landschaft – sichtbar und anerkannt, aber innerhalb einer Struktur eingeschlossen. Das Album erforscht, wie diese Emotionen trotz aller Bemühungen, sie zu ordnen und zu kontrollieren, gelegentlich unerwartet wieder auftauchen können, und reflektiert die Spannung zwischen persönlicher Verletzlichkeit und den Anforderungen des Alltags.
Aus diesem Trauma speist sich nun „I Built You A Tower“, eine wütende Platte, auf der die Band ihren alten Charme reaktiviert. Zuletzt hatten sie sich in gemächlichem Synth-Pop verloren.Jetzt greifen sie auf aufgeraute Gitarren zurück, auf zuckende Rhythmen und Melodien wie Seufzer. Da gibt es etwa den Titeltrack, den sie in zwei schizophrenen Varianten anbieten, einmal als melancholischen Rocker mit Riffs, die sich um Gibbards jungenhafte Stimme ranken – und dann krachend und verbittert als Gleichnis für die zwiespältige Gefühlswelt, wenn eine Liebe erkaltet. Anderswo pest das Quintett durch Dissonanzen, im wirbelwindigen, krummtaktigen „Envy The Birds“ etwa. Oder in „Punching The Flowers“, mit metronomhaftem Beat und verschnörkeltem Bass, eine Zeitschleife des Schmerzes. Eine Erlösung bleibt aus. Aber Death Cabs wohl größte Kunst ist es, all den Gram in etwas Tröstliches zu transformieren. Die Schwermut ist wieder einmal gezähmt.
7. „I Built You A Tower“ ist als CD und Kassette käuflich zu erwerben. Zudem gibt es die folgenden zwölf (!) Vinyl-Varianten: Black Vinyl, Aquamarine Vinyl, Sunset Boulevard Vinyl, Clear Green Vinyl, Solid White Vinyl, Radio Wave Vinyl, Chocolate Covered Vinyl, Clear Orange Wave Vinyl, Frosted Teal Vinyl, Sky Blue Vinyl, Tie-Dye Orange And White Vinyl und Cotton Candy Splash Vinyl.
8. Dem Album gingen seit Mitte März mit „Riptides“, „Punching The Flowers“ und „Stone Over Water“ drei Singles voraus. „Riptides“ kletterte in den USA direkt auf Platz 1 der Billboard Adult Alternative Airplay-Charts. Es ist bereits der neunte Nummer-eins-Erfolg der Band in diesen Charts: „Soul Meets Body“, „I Will Possess Your Heart“, „You Are a Tourist“, „Black Sun“, „Gold Rush“, „Northern Lights“, „Here to Forever“, „Pepper“ und „Riptides“.
9. Zum Release-Tag steht das Album bei Metacritic bei starken 82/100 Punkten (basierend auf den ersten 8 Kritiken). Auf den gleichen Wert kam zuletzt „Asphalt Meadows“, nur „Transatlanticism“ (84/100) kommt auf einen höheren Metascore.
10. Gute Nachricht: Death Cab For Cutie werden am 1. Oktober 2026 in der Columbiahalle in Berlin gastieren. Schlechte Nachricht: Das ist der einzige Auftritt in Deutschland.

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