• Lambert - Stay In The Dark
























    Letztes Jahr sind wir eher zufällig beim Maifeld Derby ins Konzert von Lambert geraten. Zwischen den Auftritten von Get Well Soon und Warpaint im großen Palastzelt sahen wir zum Einbruch der Nacht einen hinter einer Antilopenmaske verborgenen jungen Mann, der die Zuhörer im bestuhlten Parcours d'Amour mit seinem Klavierspiel gefangen nahm. Zwischen zeitgenössischer Klassik und Soundtrack könnte man die rein instrumentale Musik Lamberts verorten, die uns den Trubel, die Hektik und die Lautstärke eines Festivals für eine halbe Stunde vergessen ließ. 

    Nach seiner ersten Platte "Lambert" (2014) hat sich der Pianist mit Arbeiten an Soundtracks ("Hedi Schneider steckt fest") oder Piano-Re-Works für Künstler wie Moderat oder Boy beschäftigt und nun mit "Stay In The Dark" ein neues Album vorgelegt, dass tatsächlich ausschließlich in der Dunkelheit der Nacht aufgenommen wurde. 
    Auch wenn sich gerade beim Hören der 12 Titel nicht wie vor einem Jahr in Mannheim der dunkle Sternenhimmel über mir erstreckt, so bietet "Stay In The Dark" dennoch eine wohltuende, entspannende Auszeit im Alltag, fern jeder Hektik. Freunden von Max Richter, Ólafur Arnalds oder Yann Tiersen sei Lamberts zweites Album ans Herz gelegt. 




    Vergleichbar ist das vielleicht mit den Arbeiten von Chilly Gonzales – doch wo bei dem die Persona immer auch ein Verkaufsargument ist, tritt Lambert völlig hinter seine Stücke zurück. Die sind übrigens keineswegs so „klassisch“, wie man vermuten mag. Wer genau auf das hört, was sich im Hintergrund abspielt, wird oft verstecktes Beiwerk entdecken. Mal etwas, das wie eine Rückwärtsspur klingt, mal ein schüchternes Holzblasinstrument.
    Ach, und zu der Sache mit der einfach nachvollziehbaren Melodie bleibt zu sagen: Die steht in „Birds“, dem vielleicht schönsten Stück des Albums, plötzlich doch mitten im Raum, erstaunt über ihre eigene Existenz und ihre dem Albumtitel Lügen strafende Helligkeit. Was für eine feine, kleine Platte.
    (Musikexpress)


    Lambert live:
    20.10.2015 Düsseldorf, FFT
    21.10.2015 Leipzig,  UT Connewitz
    22.10.2015 Magdeburg, Moritzhof
    23.10.2015 Hannover, FZH Lister Turm
    24.10.2015 Hamburg, Kampnagel K2
    29.11.2015 Berlin, Heimathafen
    09.01.2016 Erfurt, Franz Mehlhose
    12.01.2016 Nürnberg, Neues Museum
    13.01.2016 Saarbrücken, Theater im Viertel
    14.01.2016 Karlsruhe, Jubez
    15.01.2016 Stuttgart, Merlin
    16.01.2016 Wiesbaden, Hessisches Landesmuseum


  • 2 Kommentare:

    Ingo hat gesagt…

    Selten fand ich ein Instrumental Album so wenig langweilig. 7 Punkte

    Dirk hat gesagt…

    Und beim nächsten Mal dann, ähnlich wie Yann Tiersen, zwei bis drei Gastsänger bitte. Darf ich Wünsche äußern, Lambert? 7 Punkte

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    7. 1999 (1982)
    6. The Gold Experience (1995)
    5. Dirty Mind (1980)
    4. Sign O' The Times (1987)
    3. Parade (1986)
    2. Purple Rain (1984)
    1. Around The World In A Day (1985)

    (ausgewählt von Volker)