Genau wie die gestern vorgestellten Die Sterne kommen auch die Sleaford Mods auf mittlerweile dreizehn Studioalben. Jedoch benötigte das Duo aus Notthingham nicht wie ihre Hamburger Kollegen 35 Jahre für diese Anzahl an Alben, sondern lediglich deren 19. Da wundert es fast schon, dass zwischen „UK Grim“ (2023) und nun „The Demise Of Planet X“ fast drei Jahre ohne neue Veröffentlichung vergingen.
Für gleich mehrere Songs auf „The Demise Of Planet X“ konnten die Sleaford Mods unterschiedlichste Musiker*innen gewinnen, die etwas Abwechslung in den Sprechgesang von Jason Williamson brachten: die Schauspielerin Gwendoline Christie und die Punk-Band Big Special beim Opener „The Good Life“, die neuseeländische Folkmusikerin Aldous Harding („Elitest G.O.A.T.“), Sue Tompkins von der Indierock-Band Life Without Buildings („No Touch“), den Singer/Songwriter Liam Bailey („Flood The Zone“), der sich sonst eher im Soul, Reggae und Blues zu Hause fühlt, sowie den Grime-MC und Rapper Snowy („Kill List“).
„The Demise Of Planet X“ ist über Rough Trade als CD, Kassette und LP (black Vinyl, Glow in the Dark Vinyl, neon pink Vinyl) erhältlich. Bei Metacritic stehen zurzeit nur 78/100 Punkten für das Album zu Buche, damit es das einzige dort gelistete Album der Sleaford Mods, das keine 8 beim Zehner hat.
Bizarre Dub-Einsprengsel, dystopische Synths, rotzige Spoken Words und minimal New Wave sind die Zutaten dieses Soundtracks zum Ende der Welt, Tanz-Therapie inklusive. „The Demise Of Planet X“ ist dabei nicht nur eine Abrechnung mit allen toxischen Idioten auf diesem Planeten, sondern auch eine Auseinandersetzung mit den inneren Dämonen. Zwischen provokant lässigen Melodien und provozierend wütenden Sounds spielt sich die ganze Skala von Resignation und Hoffnung angesichts dem Wahnsinn dieser Welt dank Sleaford Mods immer noch frech freshem DIY-Charme und Coolness ab.(Tonspion)

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