Sonntag, 5. Juni 2011

Herman Dune - Strange Moosic



















"I Hear Strange Music". Mit dieser Aussage versuchen uns David Herman Dune und Neman Herman Dune, so die aktuelle Besetzung, in die Irre zu schicken, denn eigentlich ist alles wie gehabt. Die Dunes treiben weiterhin Verwirrspiele mit diversen Namen, Veröffentlichungen unter Pseudonymen oder ihrer Herkunft, bleiben aber ihrem musikalischen Stil auch auf ihrem x-ten Album treu. Feine, entspannte Popsongs (angekündigt als “Herman Dune’s most Pop Record to date) im Umfeld von Americana und Lofi-Folk, dazu ein Gitarrensolo in jedem Song und Backround-Gesang in (nahezu) jedem Refrain.
Während "Tell Me Something I Don't Know" versucht (auch mit seinem charmanten Video, in dem neben Jon Hamm aus der TV-Serie Mad Men ein niedlicher blauer Yeti/Wookie-Mischling zu sehen ist) in die Fußstapfen von "I Wish That I Could See You Soon" zu treten (und hat dabei auch die Textzeile "You see, I wish that I could stay with you" zu bieten hat), folgt "Be A Doll & Take My Heart" den Spuren von Tom Petty & The Heartbreakers.
Herman Dune verneigen sich im weiteren Verlauf noch vor weiteren Idolen, seien es nun Dylan, Richman, Young oder die Beatles, und werden in "In The Long Long Run" dank Pedal-Steel-Gitarre geradezu countryesk. Aus 20 Titeln wurden 12 für "Strange Moosic", das über das neu gegründete bandeigene Label gleichen Namens veröffentlicht wird, ausgewählt - auf den drögen Shuffle-Rock von "Your Love Is Gold", den Country-Ausflug und den Reggae-artigen Schunkler "The Rock" hätte ich gern verzichtet. Gut, dass nach diesem Zwischentief noch 3 weitere Songs folgen und die Platte wieder in ein etwas besseres Licht rücken.

Herman Düne wird wohl seine Platte im Verlauf des Jahres auch noch auf einer Deutschlandtournee live vorstellen. Termine gibt es - abgesehen von einem Konzert in Berlin am 14.06.11 - noch keine, in Paris war es aber diese Woche so.



Und so können Herman Dune wieder ganz entspannt an ihren Songs werkeln. Und das hat den beiden Köpfen hinter der Band ziemlich gut getan. Denn „Strange Moosic“ ist ein wirklich gutes und vor allem homogenes Album geworden. Der Opener „Tell Me Something I Don´t Know“, zu dem es auch ein niedliches Video mit einem kleinen blauen Yeti und „Mad Men“-Star Jon Hamm gibt, ist ein perfekt produzierter Folk-Song mit gewohnt eingängigem Refrain. Das fröhlich-sehnsüchtige „Be A Doll And Take My Heart“ ist derweil der heimliche Hit des Albums. Textzeilen wie „May you live and not die / May you never love another guy / May there always be a fire from our spark / Be a doll and take my heart“ gehören sicherlich nicht zu den ganz großen der Musikgeschichte. Aber mit so einer großartigen musikalischen Untermalung passen sie wie die Faust aufs Auge.

Und so befindet sich auf „Stange Moosic“ eigentlich kein einziger schlechter Song. Ob das ausreichen wird, auch in anderen Ländern ähnliche Erfolge feiern zu können wie in Frankreich, der heimlichen Heimat der Band, ist zu bezweifeln. Ein Platz in den Platten des Monats sei ihnen aber gegönnt. Ganz tolles Album.
(crazewire.de)

8 Kommentare:

Oliver Peel hat gesagt…

Sehr schöne Vorstellung. Vor allem so fabelhaft formuliert, das ist auf dem Niveau von professionellen Musikjournalisten. Zu dumm nur, daß wir Blogger für unsere wohlgewählten Worte nicht bezahlt werden!

Christoph W. hat gesagt…

An sich ein sehr schönes Album, aber an die älteren Platten der Band reicht "Strange Moosic" leider nicht ganz heran. Trotzdem 7,5 Punkte.

Oliver Peel hat gesagt…

Dirk, hast du wirklich 14 Lieder auf der Platte gefunden? Meine Version von Strange Moosic hat nur 12!

Den Livetest haben die Songs vollkommen überzeugend bestanden. Mann, war das ein tolles Konzert gestern!

Dirk hat gesagt…

Ups, da war wohl der Wunsch Vater des Gedanken!

Volker hat gesagt…

Oh ja "Learning to Fly" ist äußerst präsent.
Ansonsten stört mich, nachdem ich bisher nur die ersten 4 Songs gehört habe, etwas doch so ein bisschen. Dieses ständige Wiederholen einer einzigen Zeile in nahezu jedem Refrain, was auf dauer doch ziemlich eintönig ist. Bleibt das so auf dem Rest des Albums oder wird das noch etwas variantenreicher?

Dirk hat gesagt…

Es benötigt schon einige richtig nervige Titel (z.B. #8, #9), damit ich bei Herman Düne unter die 8-Punkte-Marke gehe.

7,5 Pnkte

Oliver Peel hat gesagt…

Finde eigentlich keinen Titel nervig udn erfreue mich besonders an den tollen Gitarrenparts.

Die Bubblegum-Refrains gehören bei Herman Dune zum Programm.

-7,5- Punkte

aXel hat gesagt…

8 Punkte