Für das im April diesen Jahres statt gefundene Cologne Popfest ging dessen Machern eine fast schon vergessene und stilistisch nicht ganz ins Beuteschema passende Band aus den 90er Jahren ins Indiepop-Netz: Prolapse.
Die Band wurden 1991 in Leicester gegründeten und veröffentlichten im letzten Jahrhundert und bis zur ihrer Trennung insgesamt vier Alben auf unterschiedlichen Labels. Nach rund 15 Jahren Auszeit fanden Prolapse vor rund 10 Jahren wieder für einige Konzerte zusammen und veröffentlichten in Eigenregie drei EPs mit unveröffentlichten älteren Aufnahmen sowie John Peel Sessions.
In die Setliste beim Konzert in Köln hatten sich mit „On The Quarter Days“ und „The Fall Of Cashline“ auch zwei neue Songs eingeschlichen, ohne dass auf ein neues Album hingewiesen worden wäre. Nun ist „I Wonder When They’re Going To Destroy Your Face“ aber da, denn nicht nur beim Cologne Popfestes hat man sich an Prolapse erinnert, sondern auch beim Hamburger Label Tapete Records.
Der oftmals repetitive und ruppige Post-Punk und Indierock der Band wird auf Bühne und Platte vor allem durch den Gegensatz zwischen dem riesigen, exaltierten, rauen und mit starkem schottischen Dialekt ausgestattete Sprech- und Schreisänger Mick Derrick und der neben ihm extrem zierlich wirkenden, Linda Steelyard mit ihrer süßlichen Stimme, die hauptsächlich für die melodiösen Elemente im Sound von Prolapse zuständig ist, geprägt. Das leise, sphärisch-unheimliche „Ghost In The Chair“ stellt eine Art Gespräch zwischen den beiden dar und fällt - nicht nur aufgrund seiner Länge von über 7 Minuten - deutlich aus dem geschilderten Rahmen. Den größtmöglichen Gegensatz dazu stellt das in unter 3 Minuten ausgespuckte „Jackdraw“ dar, ein lärmender, aggressiver Angriff aufs Trommelfell.
„I Wonder When They’re Going To Destroy Your Face“ ist als CD und LP (black Vinyl) erhältlich, zudem gibt es eine auf 500 Exemplare limitierte Dinked Edition auf red Vinyl mit zusätzlicher red Vinyl 7’’ Single, die zwei Outtakes („Swearing For Decoration“ und „Ectoplasm Untied (A Faust Remix)“) bietet.
So, the challenge I guess for record number five, was whether they could keep their intensity, are they still crazy after all these years?Well, any doubts about that are declared null and void within seconds of the opener ‘The Fall Of Cashline’, which roars into life as Derrick rails against the world, and there’s a glowing familiarity about it, the passing of time has not seen them mellow, if anything there’s an extra steeliness about them, the shuddering riff building to a crescendo which heralds their return perfectly. There was nothing to worry about. (…)God, it’s so good to have this unique entity back. No-one does it quite like Prolapse do it.
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