CMAT - Euro-Country


Ein heißer Anwärter auf das Album des Jahres! Also nicht hier bei Platten vor Gericht, sondern bei Plattencover vor Gericht, wo die misslungenste Plattenhülle des Jahres gekürt wird. 




Dieser Wahrheit muss sich die Künstlerin Ciara Mary-Alice Thompson stellen und strafverschärfend kommt noch hinzu, dass sich „Euro-Country“ auch noch bei „La Vérité sortant du puits armée de son martinet pour châtier l'humanité“ bedient, einem allegorisches Gemälde des französischen Künstlers Jean-Léon Gérôme aus dem Jahr 1896.


  


„Euro-Country“ ist das dritte Album von CMAT, so ihr abgekürzte Künstlername, und wird sicherlich in ihrer irischen Heimat erneut auf Platz 1 der Charts gehen. Ein Indiz dafür ist, dass ihr mit „Take A Sexy Picture Of Me“ (#22) ihre erste Top 30 Single in Irland gelang und der Titelsong des Albums danach sogar die Top Ten (#9) erreichte. Weitere Hinweise sind, dass CMAt selbst das Album als „best thing she has ever made“ bezeichnet und die Plattenkritiker ihr dabei zustimmen: Die 12 Song starke Mixtur aus Indiepop und Country steht aktuell bei Metacritic bei 88/100 Punkten und damit noch höher als die ebenfalls schon hoch bewerteten Vorgänger „If My Wife New I'd Be Dead“ (2022; 85/100) und „Crazymad, for Me“ (2023; 84/100).

„Euro-Country“ ist als CD, Kassette und Doppel-LP (black Vinyl, gold Vinyl, Butterfly effect 3-colour Vinyl (transparent green and red, with bright yellow splatter), Cornetto effect with blue and white Vinyl und blue liquid LP with transparent blue second Vinyl) erhältlich.


 


Zusammen mit ihrem Partner, dem Produzenten Oli Deakin, entstand dieses Werk in einer Zeit persönlicher Turbulenzen – und zwar anstelle einer angedachten Auszeit zur Re-Evaluierung, die aufgrund einiger Schicksalsschläge und persönlicher Verluste indes nicht zustande kam. Das verleiht den Songs dann jene Dringlichkeit, die CMAT insbesondere auch auf der Bühne mit Verve und Inbrunst auslebt. Tatsächlich gelingt es CMAT und Deakin aber bei dieser Produktion, diese Art von systemimmanenter Energie auch im Studio einzufangen. Das auch deshalb, weil sich CMAT songwriterisch keinem musikalischen Sophismus hingibt, sondern konsequent und ohne Umschweife die Extreme umarmt. Das reicht dann vom wirklich hemmungslosen, persönlich gefärbten Glam- bzw. Chamber-Pop-Songs wie z.B. dem Titeltrack, „Take A Sexy Picture Of Me“ oder „Running / Planning“ über die bereits erwähnten „Euro-Country“-Tracks bis hin zu fast schon abstrakten Konzept-Stücken mit eigenartigen Referenzen wie „Billy Byrne From Ballybrack, The Leader Of The Pigeon Convoy“, „The Jamie Oliver Petrol Station“ oder dem abschließenden „Janis Joplining“.




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