Gut, dass uns das nicht passieren kann: Richard Ashcroft verbrannte öffentlich aus Protest gegen eine schlechte Kritik...

Richard Ashcroft - Natural Rebel



















Gut, dass uns das nicht passieren kann: Richard Ashcroft verbrannte öffentlich aus Protest gegen eine schlechte Kritik seines neuen Albums eine alte Ausgabe des NME auf deren Titelbild er zu sehen war. Zwei von fünf Sternen erhielt „Natural Rebel“ und einige vermutlich nicht nett gemeinte Vergleiche:

The lovestruck troubadour of ‘Urban Hymns’ is back centre-stage, a little more country, no more rock’n’roll. When Richard croons “all my dreams are wrapped up in you” on the Tom Petty-ish ‘All My Dreams’; indulges classic rock’n’roll on the wistful ‘Birds Fly’; or comes on like a ‘50s teen idol on the string-slathered ‘That’s How Strong’, he’s treading very familiar territory. He’s so comfortable in his well-worn big ballad rut that he almost sounds like a pastiche of himself.
There are moments of ‘70s symphonic rock classicism here that sound like Richard dropping a CV off with The Travelling Wilburys (‘A Man In Motion’, ‘Streets Of Amsterdam’), while ‘Born To Be Strangers’ is the sort of vaguely motoric blues you might have found on an ‘80s Clapton record. But ‘Natural Rebel’ is best when it doesn’t rely on hackneyed formulas – when Ashcroft mingles ELO strings with Jam Northern soul on the life-loving ‘Surprised By The Joy’, for instance, or when ‘That’s When I Feel It’ rattles by on an effervescent hookline and somehow rhymes “it’s like a gift for me” with “it’s like the garden of Gethsemane”.
(NME)




Wenn Richard Ashcroft das nächste Mal in Deutschland ist, kann er mit dem musikexpress (1,5 von 6 Sternen) gleich weiter machen:

Dieser musikalische Zauber ist längst verflogen, Ashcroft hat es sich in einem latent eingeschmalzten Sicherheitssound bequem gemacht, in dem durchschnittlicher Rock mit sülzigen Streichern, ein paar Beats und etwas Northern-Soul-Manierismen angereichert wird. Das Grundproblem offenbart sich auf dieser Platte indes mehr denn je: Die langweilige Musik wird von Texten flankiert,  in denen sich „know“ auf „show“ und „fine“ auf „mind“ reimt,  „Power“ zunächst auf „Shower“ und dann auf „Tower“ und „Rock“ auf „shock“.
(musikexpress)




Und was wird er erst mit dem Autor von Drowned in Sound anstellen, der sein fünftes Soloalbum gerade einmal mit 2 von 10 Punkten bedachte?  


Pedestrian musical arrangements linger throughout, while Ashcroft's vocal, which once soared and demanded your attention, sounds languid and forced to the point where one is left wondering if he can muster up any will power himself to sing what are by and large, trite soundbites that could have been written on any number of post-it notes. (…)
Sadly, Natural Rebel oozes magnolia from every pore, and in the current climate that simply won't do.
(Drowned In Sound)


Und leider haben sie alle irgendwie Recht: Rebellische Haltung und großartige Songs sucht man leider vergebens auf „Natural Rebel“. Richard Ashcroft lässt behagliche Streicher aufspielen, singt mit leicht kratziger Stimme und reichert seinen Britpop mit einer Portion Blues an. 21 Jahre nach „Urban Hymns“ muss man beim Hören eines Albums von Richard Ashcroft eher an Tom Petty oder Rod Stewart denken als an The Verve. 
„A Man In Motion“, „Streets Of Amsterdam“ und den einzigen Rocker „Money Money“ habe ich zu meinen Lieblingssongs erkoren. Da sie sich alle am Ende von „Natural Rebel“ befinden, könnte dies natürlich auch auf eine Art Torschlusspanik meinerseits hindeuten. 


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