Mittwoch, 9. Februar 2011

M. Walking On The Water - Flowers Of The Departed



















Die berühmtesten Krefelder - neben dem Grotifanten - sind nach 14 Jahren Sendepause zurück: Markus Maria Jansen, Mike Pelzer, Axel Ruhland, Konrad Mathieu und Martell Beigang bildeten nach 1990 die konstante Besetzung von M. Walking On The Water und sind auch auf deren achten Album wieder mit an Bord.

"Flowers Of The Departed" bringt den Balkenkopf zurück, knüpft an den Sound des Debütalbums an und lässt die Schwächen uninspirierter ("Split"), zu bemüht klingender ("La Louisianne") und zu elektrolastigeren Alben ("File") vergessen. Jansens Bariton brummt wie gewohnt, Pelzers englische Aussprache hat sich nicht weiter entwickelt, dazu spielen Akkordeon, Violine und Mandoline groß auf, als wären seit '88 erst wenige Monate verstrichen.
Short-Distance-Psycho-Folk nannte die Band selbst einstmals ihren Musikstil und Uptempo-Songs wie "Dust In The Suitcase" oder "Sing Sally" sind damit auch heute noch treffend umschrieben. Zu den Highlights gehören die äußerst eingängigen "Love Is On Your Side" und "Song For The Nameless", "Glitter", welches stilistisch auch sehr gut auf "Elysian" (neben "Pluto" das beste Album der Band) gepasst hätte, und "Questionmark", das mehr nach Phillip Boa klingt, als dieser selbst auf seinen letzten Veröffentlichungen. Die Idee, Kaisa Ilmalahti, Mike Pelzers Freundin, hier die Backround Vocals singen zu lassen, stammt vom Produzenten Gregor Henning (Die Sterne). Dass die zweite Hälfte der Platte insgesamt etwas schwächer geraten ist, entschuldigt spätestens das abschließende "Candleblue" (Streicher-Ballade rummst gegen Gitarrenwand).





"Love Is On Your Side" Video

Die Krefelder recyceln hier zwar ihre alten Leidenschaften, aber das viele vergossene Herzblut macht aus "Flowers for the departed" ein untotes Feierwerk. Glockenspiele, Nörgelgitarren und Katzenfußklaviere bevölkern abseitige Hits wie das Mardigras-Kleinod "Bury me upright". Jansens rustikales Englisch passt vortrefflich zu weinseligen Rhythmen, quietschenden Geigen und schunkelndem Akkordeon. Sein Sprechgesang wird zu Ohrwürmern wie "Twist your head" oder "Lucky girl"dressiert. Das versoffene "Questionmark" kreuzt Tom Waits mit Phillip Boa, während die Libido von "Heavenlove" in einer dunklen Lounge atemlos "Jazz" in die Rauchschwaden lispelt. Die wankelmütigen Rhythmen werden im entrückten "Glitter" oder vom groovenden Knochenklavier in "Sundownraft" auch noch synkopiert. Irgendein Idiot hat die "Flowers for the departed" in Fusel ertränkt, statt das Zeug selbst zu trinken. M. Walking On The Water wäre das nicht passiert. Denn der Fuß wippt am Besten, wenn der Leib sich schüttelt.
(plattentests.de)


M. Walking On The Water, live auf jeden Fall empfehlenswert und sicherlich wieder mit den hin und her schwingenden Glühbirnen auf Stangen:

15.03.11 Bremen, Modernes
16.03.11 Hamburg, Beatles Museum /Beatlemania
17.03.11 Wuppertal, Live Club Barmen
18.03.11 Krefeld, Kufa Kulturfabrik
19.03.11 Osnabrück, Lagerhalle
24.03.11 Mainz, KUZ
25.03.11 Erlangen, E-Werk
26.03.11 München, Backstage
14:04.11 Münster, Sputnikhalle
15:04.11 Ludwigsburg, Scala
16.04.11 Weinheim, Cafe Central
17.04.11 Köln, Underground

3 Kommentare:

Dirk hat gesagt…

Hier kann man einen Bericht über das gestrige Konzert lesen.

Dirk hat gesagt…

Was soll ich, als alter Fan, anderes geben als mindestens

8 Punkte !?

Michael hat gesagt…

Ich habe nicht mehr mit diesem Album gerechnet. Ich liebe ihr Album Elysian und ich verehre den Song Poison. Er wird immer auf meinen Playlisten vertreten sein.
Flowers for the Departed hat mich sehr erfreut, jedoch kommt das Album an Elysian nicht heran - ist aber weitaus besser als viele andere Platten in diesem Musikbereich.

Bewertung: 8 von 10 Punkten