• Mumford & Sons - Babel


























    Mumford & Sons reihen sich mit "Babel" in die Liste der ganz Großen ein: Georg Friedrich Händel, Giuseppe Verdi, Don McLean, Leonard Cohen, Boney M. und Chumbawamba.
    All diese Künstler haben sich textlich mit "Babel" auseinandergesetzt und die Befreiung der Juden aus der babylonische Gefangenschaft, den Turmbau zu Babel oder auch den Raub von historischen Ausstellungsstücken aus dem Irakischen Nationalmuseum thematisiert.     

    Und Marcus Mumford und seine drei Mitstreiter setzen nicht nur auf diese Weise eine musikalische Tradition fort, denn - die Festivalauftritte im Sommer hatten es bereits angedeutet und die Live-Qualitäten einer ganzen Hand voll neuer Titel bewiesen - "Babel" ist nicht wirklich weit von "Sigh No More" entfernt. Wäre man gemein, so würde man dem Quartett mit Blick auf das Cover Stillstand attestieren. Aber die bewährte Instrumentierung mit Banjo, Kontrabass, Mandoline, Gitarre, Piano und ohne Schlagzeug wird gelegentlich um Bläser erweitert ("Holland Road"), der bekannte mehrstimmige Gesang ist selbstverständlich weiterhin vorhanden und es gibt neben den gewohnten, sich langsam steigernden ("Lover Of The Light") bzw. durchgängig stampfenden ("I Will Wait") Mitgröhl-Titeln nun auch einige intime und schlichte Balladen ("Ghosts That We Knew"). 

    Der einzig wirklich große Unterschied zum ersten Album von Mumford & Sons ist, dass wir es nicht wieder übersehen / ignoriert / verpasst haben. Eigentlich schade um die nun ausbleibenden Diskussionen, aber vielleicht drehen sich diese ja nun diesmal um die Musik...    



    Experimente machen andere. „Babel“ knüpft nahtlos dort an, wo das Debüt aufhörte, ist vielleicht eine Nuance abgeklärter und routinierter als das wilde, ungestüme Debüt, aber ebenso (wenn nicht gar mehr) dynamisch, ansteckend und mittreißend.
    Mumford & Sons´ Gespür für Tempo und Intensität, ihre Fähigkeit, einen anfänglich intim wirkenden Song zum euphorischen Orkan anschwellen zu lassen, ist auch aufgrund Hunderter Liveauftritte in den vergangenen drei Jahren noch ausgeprägter geworden. Ein Umstand, der auch auf Sänger Mumfords prägnanten Bariton zutrifft. Was leise, unscheinbar und schüchtern beginnt, endet – angetrieben von hibbeligen Banjo-Soli, großartigen Harmonie-Gesängen und stampfenden Rhythmen – nahezu immer in einem wirbelsturmartigen Feuerwerk an Melodramatik und Herzschmerz.
    Mit Blick auf das seinerzeit herausragende „Little Lion Man“ (mit dem Festival erprobten Schlachtruf „I really fucked it up this time“) könnte mancher Nörgler der Band nun vorhalten, dass „Babel“ über keinen ähnlich großen Hit verfüge. Das ist natürlich Unsinn. Neben dem gleichnamigen Titelsong und der ersten Single „I Will Wait“ stechen sowohl die hymnischen „Ghosts That We Knew“, „Whispers In The Dark“, „Holland Road“ oder „Hopeless Wanderer“ als auch die betörenden „Lover Of The Light“ und „Lovers’ Eyes“ sowie „Reminder“, „Broken Crown“, „Below My Feet“ und „Not With Haste“ heraus. Einen Song vergessen? Nein. Noch Fragen?
    (Focus)

  • 8 Kommentare:

    Ingo hat gesagt…

    7,5 Punkte

    Olly Golightly hat gesagt…

    7 Punkte

    Ingo hat gesagt…

    "Listener Picks": Die Top 50 der "All songs considered" (NPR) Hörer:
    1. Mumford & Sons, Babel
    2. Of Monsters And Men, My Head Is An Animal
    3. Alabama Shakes, Boys And Girls
    4. Jack White, Blunderbuss
    5. Grizzly Bear, Shields
    6. The Lumineers, The Lumineers
    7. Frank Ocean, Channel Orange
    8. Beach House, Bloom
    9. The xx, Coexist
    10. Fiona Apple, The Idler Wheel...
    11. fun., Some Nights
    12. The Avett Brothers, The Carpenter
    13. Japandroids, Celebration Rock
    14. Regina Spektor, What We Saw From The Cheap Seats
    15. Passion Pit, Gossamer
    16. Andrew Bird, Break It Yourself
    17. Cat Power, Sun
    18. The Shins, Port Of Morrow
    19. First Aid Kit, The Lion's Roar
    20. Tame Impala, Lonerism
    21. The Tallest Man On Earth, There's No Leaving Now
    22. Dirty Projectors, Swing Lo Magellan
    23. Alt-J, An Awesome Wave
    24. Macklemore & Ryan Lewis, The Heist
    25. Kendrick Lamar, good kid, M.A.A.D. city
    26. Gotye, Making Mirrors
    27. Grimes, Visions
    28. Lana Del Rey, Born To Die
    29. Kishi Bashi, 151a
    30. David Byrne & St. Vincent, Love This Giant
    31. Sharon Van Etten, Tramp
    32. Sigur Ros, Valtari
    33. Leonard Cohen, Old Ideas
    34. Bruce Springsteen, Wrecking Ball
    35. Father John Misty, Fear Fun
    36. Amanda Palmer, Theatre Is Evil
    37. Edward Sharpe & The Magnetic Zeros, Here
    38. Norah Jones, Little Broken Hearts
    39. Purity Ring, Shrines
    40. Bob Dylan, Tempest
    41. The Mountain Goats, Transcendental Youth
    42. Neil Young & Crazy Horse, Psychedelic Pill
    43. Best Coast, The Only Place
    44. Santigold, Master Of My Make-Believe
    45. The Walkmen, Heaven
    46. Sleigh Bells, Reign Of Terror
    47. Cloud Nothings, Attack On Memory
    48. Bat For Lashes, The Haunted Man
    49. Band Of Horses, Mirage Rock
    50. M. Ward, A Wasteland Companion

    Julia hat gesagt…

    6,5 Punkte

    aXel hat gesagt…

    7.5 Punkte

    noplace hat gesagt…

    als ich zum ersten mal "i will wait" gehört habe, dachte ich nur "meine fresse, fällt denen denn gar nichts mehr ein"... irgendwann wagte ich mich dennoch an das album... komischerweise gefiel es mir. aber bitte bitte für das nächste album ein klein wenig mehr wagnis. man kann doch nicht immer ein und denselben song recyclen.

    7 Punkte

    Dirk hat gesagt…

    Nicht so stark wie das Debüt und ohne den Überraschungseffekt.

    7,5 Punkte

    U. hat gesagt…

    The Onion schreibt als Topmeldung: : "Mumford And Sons Can't Believe They All Got Each Other Mandolins For Christmas". 6 Punkte.

    Die 10 besten Alben von The Beatles

    10. Beatles For Sale (1964)
    9. Let It Be (1970)
    8. A Hard Day’s Night (1964)
    7. Help! (1965)
    6. The Beatles (The White Album) (1968)
    5. Magical Mystery Tour (1967)
    4. Rubber Soul (1965)
    3. Abbey Road (1969)
    2. Revolver (1966)
    1. Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band (1967)

    (ausgewählt von Dirk)