Montag, 28. Mai 2012

Admiral Fallow - Tree bursts in snow

cover
Admiral Fallows Debütalbum “Boots met my face” konnte mich nicht restlos überzeugen. Doch irgendwie machte mich der schottische Charme der Band um Louis Abbott noch einmal neugierig und ich wurde positiv überrascht. “Tree bursts in snow” ist weniger poliert als der Vorgänger. Während ich 2010 den Kammerpop-Teil als etwas zu präsent empfand, nehmen nun Indierock und “Indiefolkpop” erfreulicherweise mehr Platz ein. Vielleicht liegt es am Bandgefüge, welches fünf Jahre nach Gründung der Band ein gewisses Eigenleben entwickelt haben muss. Das Ergebnis ist gefällig. Durch die vielfältige Instrumentierung und die Duette mit Sarah Hayes erhebt sich Admiral Fallow ein Stück weit aus der Masse der radiotauglichen Bands in der Indiegrauzone.
Snow Patrol-Fans sollten das Album ganz schön gerne haben, Schottlandfreunde sowieso. Vielleicht lassen sich ja auch einige Richter von dieser von Olly ausgegrabenen “Best of”-Liste aus dem Jahr 2010 beeindrucken:
The Pop Cop Top 10 Albums 2010
1. ADMIRAL FALLOW – BOOTS MET MY FACE
2. ENDOR – ENDOR
3. THE NATIONAL – HIGH VIOLET
4. FRIGHTENED RABBIT - THE WINTER OF MIXED DRINKS
5. FREELANCE WHALES – WEATHERVANES
6. ROBYN – BODY TALK
7. TWO DOOR CINEMA CLUB – TOURIST HISTORY
8. JONSI – GO
9. DAN MANGAN – NICE, NICE, VERY NICE
10. KID CANAVERAL – SHOUTING AT WILDLIFE
“The paper trench”, “Guest of the government” und “The way you were raised” sind die rockigeren und damit von mir bevorzugten Songs auf “Tree bursts in snow”.
Der Vergleich mit Snow Patrol drängte sich offensichtlich auch White Tapes auf:
Das ist aber keinesfalls als Kritik zu verstehen, denn einen Durchbruch, wie ihn einst Lightbody und seine Jungs erleben durften, würden wir Admiral Fallow mehr als gönnen. Zumal die Schotten mit der wunderschönen Ballade “Old Fools”, in der sie tollen mehrstimmigen Gesang und einen Chor aufbieten, sowie dem ruhigen, in sich gekehrten “Oh, Oscar” schon zwei Hits mehr auf dem Album haben, als Snow Patrol zusammen auf ihren beiden letzten Alben zusammen.
Das Video zu “The paper trench”:

6 Kommentare:

Ingo hat gesagt…

7,5 Punkte

Christoph W. hat gesagt…

Ich hätte mir da etwas weniger Radiotauglichkeit und dafür ein paar mehr Ecken und Kanten gewünscht. Insgesamt aber ein sehr nettes Album mit einigen richtig starken Songs.

7 Punkte

Ole hat gesagt…

Die Band hat auf jeden Fall Potenzial, wenn man gerne Radio hört und sich nicht mit dem üblichen Kram abgeben möchte, allerdings muss ich sagen, dass ich ähnlich wie Christoph W. mehr Ecken und Kanten, mehr Persönlichkeit, einfach ein bisschen mehr Indie und ein bisschen weniger Radio erwartet hätte.

7 Punkte

Volker hat gesagt…

Scheiß auf Ecken und Kanten ;-) So dermaßen Radiopop ist das ja nun auch bei weitem noch nicht. Genau die richtige Mischung. Sehr schöner Tipp

7,5 Punkte

Dirk hat gesagt…

Zum Dienstgrad des Admirals würde es bei mir für diese Band nicht langen, aber doch mindestens zum Kapitänleutnant.

6,5 Punkte

Olly Golightly hat gesagt…

7 Punkte