Samstag, 22. Oktober 2011

Coldplay - Mylo Xyloto



















Coldplay ist es gelungen, einen einzigartigen Plattentitel zu finden, für den es sogar einer Aussprach-Anleitung bedarf ("My-lo zy-letoe"). Zudem soll es sich um ein Konzeptalbum (eine Liebesgeschichte zwischen Mylo und Xyloto mit Happy-End) handeln, aber vielleicht stimmt das genau so wenig wie die Aussage, dass das neue Album "more acoustic" und "more intimate" sein soll. Doch dies trifft bestenfalls auf die Songs "Us Against The World" und "U.F.O." zu.

Hinter dem schrecklich(en) bunten Graffiti-Cover steckt (gut, wenn man einen silber-grauen Pappschuber erwischt, der den Farb-Schock zwar nicht verhindert aber zumindest verzögert), der Vorab-Song "Every Teardrop Is A Waterfall" deutete es schon an, eine musikalische Weiterentwicklung Coldplays, die vermutlich die Wenigsten goutiren werden. Überladene Synthesizerflächen und -spielereien hier, satte Beats, das Flirten mit R'n'B und Dancefloor dort ("Up In Flames" und "Princess Of China" mit Gastsängerin Rihanna) und dazu drei kurze, minimalistische, elektronische und letztendlich überflüssige Snippets ("Mylo Xyloto", "M.M.I.X." und "A Hopeful Transmission"), zu denen sich Coldplay offenbar von Brian Eno angeregt sahen. Großartige Songs, packende Gitarren-Riffs, ergreifende Piano-Balladen? Größtenteils Fehlanzeige. So stellen wohl das schlichte "Us Against The World", das rockige "Major Minus" und vielleicht noch "Paradise" und "Charlie Brown" die Höhepunkte eines Albums dar, aus dem das anfangs skeptisch betrachtete "Every Teardrop Is A Waterfall" herausragt.

Coldplay ist es gelungen, einen einzigartigen Plattentitel zu finden, die Musik des Albums darf sich mit diesem Attribut jedoch nicht schmücken. "Mylo Xyloto" wetteifert mit "X&Y" um den Titel des schwächsten Coldplay-Albums.



If the addition of electronic undertows, instrumental snippets (the title-track, M.M.I.X., A Hopeful Transmission) linking many of the tracks and the presence of Rihanna on Princess of China count as "other avenues", then job well done. But Mylo Xyloto is much more a brilliant, shiny and emphatic reinstatement of the euphoric hooks and cuddly ballads that have served the band so well. Case in point: Paradise, where melting strings and church organ feed into a brilliant chorus line that equal parts Fix You and Viva la Vida’s title-track. But the main vocal chorus doesn’t arrive until over two minutes in, building the tension; the pay-off is both simple and devastating. It’s the equal of Yellow, and when Coldplay return to Glastonbury it will take the roof off the sky.

Every Teardrop Is a Waterfall goes one step further than Paradise by lifting Vida la Vida’s "who-hoa!" hook, suggesting Coldplay can’t truly comprehend new avenues. U2-shaped echoes still run through the deep and wide canyons of their landscaped sound – Major Minus features The Edge-patented guitar chatter, but it’s nevertheless a triumph. Charlie Brown has one of those Coldplay-patented sun-breaking-through-clouds moments; Us Against the World (the sentiment that unites the graffiti and anti-Nazi camps) is the key wistful/cuddly ballad alongside Up in Flames, a successful grafting of soul onto the Coldplay model, helped by an understated falsetto and the simplest of piano parts (echoes of Parachutesgorgeous Everything’s Not Lost).

The closing Up With the Birds, which samples Leonard Cohen, is a serene finale that shows Coldplay understand the change of dynamics more than the dynamics of change. Better this than the nominally Euro-disco bent of Princess of China, where Rihanna’s presence feels more of a marketing tool than a creative necessity, and there’s yet another "who-ay-oh-oh!" chant just in case Coldplay were straying too far from their remit. This appears to support Martin’s message of expressing the freedom to be yourself under negative surroundingsnot to change just because critics of the band tell them they should. Mylo Xyloto may have an oblique title but it’s a triumph because the music is anything but.
(bbc.co.uk)




Wer viel Geld in die Hand nehmen möchte, sollte sich außer einer Konzertkarte auch noch die Special Pop-Up-Version des Albums leisten, die am 12. Dezember erscheint.

Coldplay in Deutschland:

15.12.11 Köln, Lanxess Arena
20.12.11 Frankfurt, Festhalle
21.12.11 Berlin O2 World

11 Kommentare:

Volker hat gesagt…

Ein Satz macht mir Hoffnung, denn

x&Y: 9,5 Punkte

Ingo hat gesagt…

Volker hat das Konzept der Band entschlüsselt: Durch schwache Nachfolger soll X&Y aufgewertet werden... "Mylo Xyloto" ist mir 5,5 Punkte wert.

Dirk hat gesagt…

Was war mir die Platte (180g vinyl, stencil cover, gatefold, printed inner sleeve, shiny silver) wert?
6,99 €.

Was kostete mich das Konzert?
Fast 75 €.

Verrückte Welt.

aXel hat gesagt…

6,5 Punkte

gudrun.thaeter hat gesagt…

Finde es höchstens durchschnittlich: 5 Punkte.

Christoph hat gesagt…

5 Punkte

Volker hat gesagt…

Erstes Album der Band, das auch nach längerer Zeit die Erwartungen nicht wirklich erfüllt. Hat ein paar einzelne Höhepunkte, aber leider viel zu viele Lieder, die sich im Refrain auf ein OHOHOH AHAHAH UHUHUH zurückziehen. Soll das der zurückgenommene Chris Martin sein? Dann bitte wieder einen neuen Weg einschlagen. Auf diesem Album geht Produktion eindeutig zu sehr über Song. "Hurts Like Heaven" und "Us Against the World" bleiben dennoch Hits und "U.F.O." eine tolle Ballade

6,5

U. hat gesagt…

5,5 Punkte.

Dirk hat gesagt…

Die beim Konzert in Frankfurt gehörten Songs klangen live wesentlich besser als hier auf der Platte, daher 7 Punkte.

Dirk hat gesagt…

Und bevor Oliver P. fragt: So war das Konzert in der Frankfurter Festhalle.

Nur kann ich leider nicht das Konzerttagebuch verlinken, da immer noch die Fotos fehlen.

Mei hat gesagt…

Ich finde das Album ist die logische Folge von Viva la Vida. musikalisch ähnlich aufgebaut, aber übertrieben; viele neue Elemente aber nichts vertieft.

Ich finds schade...

4,5 Punkte.