10 Fakten zum neuen Album von Björk : 1. Wenn man Björks Kinderalbum „Björk“ (damals war sie 12 Jahre alt) sowie das jazzige „Gling-Gló“ (al...

Björk - Fossora


10 Fakten zum neuen Album von Björk:

1. Wenn man Björks Kinderalbum „Björk“ (damals war sie 12 Jahre alt) sowie das jazzige „Gling-Gló“ (als Björk Guðmundsdóttir & tríó Guðmundar Ingólfssonar) außen vor lässt, ist „Fossora“ das zehnte Soloalbum von Björk. Und auch mit diesem Album bleibt die Isländerin ihrem englischen Indie-Label One Little Independant Records (früher One Little Indian) treu.

2. Den Albumtitel hat sich Björk selbst ausgedacht. Es ist die ungrammatische weibliche Form des lateinischen Begriffs Fossor und bedeutet in ihrer Fassung Gräberin oder Totengräberin. Für das Artwork arbeitete Björk wieder einmal mit James Merry zusammen, einem in Island lebenden englischen Künstler, der seit 2009 in alle visuelle Konzepte von Björk involviert ist.

3. Die Liste der Mitwirkenden ist recht lang: Neben Björks Sohn Sindri Eldon und ihrer Tochter Isadóra Bjarkardóttir Barney, die beide Hintergrundgesang beisteuern (auf „Ancestress“ bzw. „Her Mother’s House“), stehen der spanische Musiker El Guincho, Josiah Wise (aka Serpentwithfeet), die norwegische Sängerin Emilie Nicolas, Schauspielerin Soraya Nayyar, der isländische Hamrahlid Chor, das Siggi Streicherquartett, das Klarinettensextett Murmuri und Kasimyn vom indonesischen Dance-Duo Gabber Modus Operandi darauf.


 


4. Im September ging es Schlag auf Schlag: „Atopos“, „Ovule“, „Ancestress“ und „Fossora“ wurden innerhalb von drei Wochen veröffentlicht, zwischendurch kam die kurzfristige Albumankündigung. Für die kunstvollen Video zu den ersten drei Singles arbeitete Björk mit dem isländischen Fotografen Viðar Logi, dem britischen Fotografen Nick Knight und dem chinesisch-amerikanischen bildenden Künstler und Filmregisseur Andrew Thomas Huang zusammen. Knight führte vor einigen Jahren auch schon Regie bei dem Clip zu „Pagan Poetry“.


 


5. „Fossora“ wurde während des COVID 19-Lockdowns in Island konzipiert. Teilweise wurde das Album durch den Tod von Björks Mutter, Hildur Rúna Hauksdóttir, im Jahr 2018 inspiriert: die Songs „Sorrowful Soil“ und „Ancestress“ handeln von ihr und davon, wie Björk mit ihrer Trauer umging. 

6. „Fossora“ ist als Kassette (Clear Glitter Shell) und als CD im Digipack erhältlich, eine limitierte Auflage erscheint als 20-seitiges Mediabook.

7. Die Schallplatte gibt es als Doppel-LP im Klappcover und auf black Vinyl und in mehreren limitierten Auflagen: turquoise Vinyl, dark green Vinyl, clear Vinyl, green lime Vinyl und burgundy Vinyl. 


 


8. Björk konnte bisher mit keinem Album in Deutschland, Großbritannien oder USA auf Platz 1 landen. Die Rekordhalter sind in den drei Ländern unterschiedlich: „Vespertine“ (#3 in Deutschland), „Post“ (#2 in Großbritannien) und „Volta“ (#9 in USA). In ihrer isländischen Heimat sind bisher fünf Nummer Eins-Alben verbucht, zuletzt „Vulnicura“ (2015). 

9. Zwischen den Veröffentlichungen von „Volta“ (2007) und „Biophilia“ (2011) lagen 4 Jahre, 5 Monate und 3 Tage.  Nun hat es noch etwas länger gedauert: Zwischen „Utopia“ und „Fossora“ vergingen 4 Jahre, 10 Monate und 6 Tage.   


Erst mal wird "Fossora" allenthalben vorsichtig als "zugänglicher" bezeichnet, von einer "Rückkehr zum Pop" ist gar die Rede. Es ist trotzdem zu früh, die Tanzschuhe, die seit "Debut" im Schrank stehen, rauszuholen. Wenn Björk im dritten Stück minutenlang Sample-Schnipsel ihrer Stimme rumschiebt, klingt das wieder eher nach Tonband-Avantgarde der Siebzigerjahre, man will intuitiv nach dem Programmheft greifen. Aber direkt danach, in den warmen, pastoralen Chorsätzen von "Sorrowful Soil" macht sie das Gleiche dann einfach noch mal in richtig: keine Sample-Schichtereien, sondern Gesang, schmachtend und umarmend. (…)
Die Melodien bleiben weiterhin eher spröde, in Radiogefälligkeit will sie erkennbar nie wieder zurück. Aber nach und nach finden sich auf "Fossora" Lieder, die einen ein bisschen mehr willkommen heißen als die der vorherigen Alben. "Freefall" ist eine zarte Meditation mit Streichquintett. "Fagurt Er í Fjördum", Björks Version eines isländischen Volkslieds, schwelt verträumt dahin (jetzt bloß alle Vergleiche mit Geysiren-vor-dem-Ausbruch vermeiden). Und im vergleichsweise harmonischen "Ovule", dem vielleicht schönsten Lied des Albums (Posaunen!), ist Björk am ehesten wieder an dem Punkt, wo ihre Musik klingt wie an der Küste in den Wind gesungen, majestätisch und impulsiv und wetterfest. (...)


10. Bei Metacritic sind von Björk ihre sieben Alben dieses Jahrtausends gelistet. „Fossora“ liegt in diesem Ranking nach „Vespertine“ und „Vulnicura“ an dritter Stelle.
Hier die einzelnen Wertungen: „Vespertine“ (2001; 88/100), „Medúlla“ (2004; 84/100), „Volta“ (2007; 77/100), „Biophilia“ (2011; 79/100), „Vulnicura“ (2015; 87/100), „Utopia“ (2017; 82/100) und „Fossora“ (2022; 86/100). 



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