Jens Lekman - Life will see you now






















“Neulich auf Volkers Couch beim Anhören des neuen Jens Lekman-Albums” - Grattis, Jens!

Dirk: Mensch, wir drei hier auf Volkers Couch an Volkers Geburtstag. Was habt ihr ihm den für Geschenke mitgebracht?
Ingo: Eine neue Jazz-Platte für seine aus dem Fernsehen bekannte Sammlung.
Oliver: Ein paar Sammelbilder für sein PvG-Sammelalbum.
Dirk: Den Vorab-Download des neuen Jens Lekman-Albums “Life will see you now”.
Oliver: Cool, das wird doch erst Mitte Februar erscheinen. Da freut er sich bestimmt. Wie alt wird Volker eigentlich?
Ingo: Keine Ahnung, aber Lekman bezeichnet die Platte als ‘midlife-crisis disco album’, damit gehört Volker auf jeden Fall zur Zielgruppe.
Dirk: Volker beschäftigt sich mit den anderen Gästen, lass’ uns schon mal reinhören.

1. To know your mission

Dirk: Alles wird gut, Jens singt in den ersten 15 Sekunden bereits “Gothenburg”.
Ingo: Nachdenklicher Start vor schwerem Beat.
Oliver: Aha, die Disco geht los. Oh...
Dirk: Hatte ich “Alles wird gut” gesagt? Das war vor dem kurzen Euro-Pop-Ausflug.
Ingo: Macht mal lauter, damit Volkers Gäste auch was davon haben.
Oliver: Anfangs war der Sound gewöhnungsbedürftig. Mittlerweile passt’s irgendwie.
Ingo: Im Refrain musste ich kurz an “Last Christmas” denken.
Oliver: Ja, hatte was weihnachtliches.
Dirk: Sehr schön, diese Verringerung des Tempos nach 3 Minuten und natürlich zieht es am Ende zu den Weihnachtsglöckchen noch einmal an.
Ingo: Macht selbst mir Lust, auf die Texte zu hören. Ah, da ist wieder der Weihnachts-Refrain.
Oliver: Und ausgeblendet… Aber ganz lustig, der Song.

2. Evening prayer

Ingo: Handclaps.
Oliver: Und Soul hat er auch.
Dirk: Schon wieder ein Uptempo-Song, damit schon mehr als auf seinem letzten Album “I Know What Love Isn’t” (2012).
Oliver: Diese 80er-Drums. Und der Refrain erinnert mich an was. Aber an was?
Ingo: So und nun muss ich an Daft Punks “Get lucky” denken. Ist ja wie ein Pub-Quiz.
Dirk: Den weiblichen Chorgesang und einiges andere muss man hier mit Humor nehmen. Über den irren Text mit dem Mann und dem Tumor, den er sich mit dem 3D-Drucker nach seiner Operation ausdruckt, hatte ich schon gelesen.

3. Hotwire the ferris wheel

Dirk: Schon 1 Minute vorbei - und keiner sagt etwas? Sollen wir über das hässliche Plattencover reden?
Ingo: Kleine Atempause. Das Cover? Darüber habe ich was gelesen. Es stammt von einer Künstlerin, die eine Graphic Novel gemalt, geschrieben oder was auch immer hat.
Oliver: Hat Jens jetzt so lange Haare?
Dirk: Eher das Gegenteil.
Ingo: Wer singt denn da mit? Schöner Kontrast. Die männliche Stimme kommt hier von einer Frau, oder?
Dirk: Laut Promotext ist das Tracey Thorn. Und die Textzeile "if you're gonna write a song about this, then please don't make it a sad song" stammt von einer Freundin von Jens, die ihm die Idee zu diesem Song gab.
Ingo: Bei den Aufnahmen eines Songs mit ihr hat Lekman auch den Produzenten des aktuellen Albums kennengelernt, Ewan Pearson (M83, The Chemical Brothers, Goldfrapp).               
Oliver: Stimmt, wenn man’s weiß erkennt man Tracey.          
       
4. What’s the perfume that you wear?

Ingo: Steeldrum!
Dirk: Ein Sample von Ralph MacDonalds "The Path" (1978).
Oliver: Ein Freund kommentierte das kürzlich mit: “Hörer kauften auch: Goombay Dance Band.”
Ingo: Nach ca. 50 Sekunden geht es hier aber richtig los.
Dirk: Auch für diese Calypso-Klänge braucht man Humor. Aber beim zweiten Mal hören hat mir die Single schon deutlich besser gefallen.
Ingo: Hier stören sie gar nicht. Letztes Jahr Malcolm Middleton mit “Summer of ‘13” und nun Lekman auf dem Electro-/Disco-Trip.
Oliver: Bei Volker ist auch ordentlich was los auf der Tanzfläche.
Ingo: Ist das Axel, der da nackt rumtanzt? Den würde ich nicht mehr zu mir nach Hause einladen.
Dirk: Aber wenn jens Lekman zum Wohnzimmerkonzert kommt, dann schon. In Schweden hat er das ja vor ein oder zwei Jahren gemacht...
Ingo: Ein paar Auftritte für Deutschland hat Lekman angekündigt. Ein Besuch in Montabaur sollte aber zusätzlich drin sein, hoffe ich.
  • 17.04. Hamburg
  • 18.04. Berlin
  • 19.04. Köln 
  • 28.04. München
Dirk: Vielleicht, wenn wir ihm ein Sammelalbum schicken.



5. Our first fight

Ingo: Ein Song zum Ausruhen. Ist ja keine Teenie-Fete hier bei Volker.
Dirk: Das Album erscheint ja erst am 17. Februar - wann veröffentlichen wir denn unser Gespräch? Vielleicht an Jens’ Geburtstag am 06. Februar? Würde doch passen, da wir hier auf Volkers Party sitzen.
Ingo: Klingt plausibel.
Oliver: Finde ich auch.
Dirk: Schon vorbei der Song, und die erste Plattenseite auch schon! Bisher das unauffälligste Lied.

6. Wedding in finistère

Ingo: Bläser. Oh, Jens lässt sich für Hochzeiten buchen?
Oliver: Lustig, ich habe meiner Frau ja den Heiratsantrag im Finistère gemacht. Aber zur Hochzeit spielten andere Bands auf...
Ingo: Toller Refrain. Unglaublich viele Worte pro Refrain. ;-)
Dirk: Wieder zum Tanzen.
Ingo: Ich habe mich gerade so ein wenig in den Refrain verliebt.
Dirk: Bisher der größte Hit auf dem Album.

7. How we met, the long version

Ingo: Disco galore.
Oliver: Toll! Mag ich. Phillysound.
Dirk: 70er Jahre Disco plus Streicher und wieder ein Sample (höre ich nicht heraus, sondern sagt der Promotext): Jackie Stoudemire’s “Don’t Stop Dancin’” (1983).
Ingo: Aber egal was Lekman auf diesem Album macht, es klingt authentisch. Und es macht überwiegend gute Laune. Toller Soundtrack für Volkers Party.
Dirk: So anders als der Vorgänger! Damit hatte ich nicht gerechnet.
Ingo: Starker Titel, stärkstes Disco-Album 2017 bislang. Vermute ich. ;-)
Dirk: Das “bislang” kannst du streichen.
Ingo: Erledigt. Mensch, selbst wir wippen hier auf der Couch mit.
Oliver: Puh, anstrengend auf der Tanzfläche.
Ingo: Ja da habe ich mich hingetraut. Axel soll erst wieder was anziehen und die Fische zurück ins Aquarium tun.

8. How can I tell him

Dirk: Gut zum Durchatmen. Akustische Gitarre, Streicher und mal kein tanzbarer Beat.
Ingo: Das kann auf dem Album jederzeit passieren… also das mit dem Beat.
Oliver: Aber nur kurz. Fängt doch schon wieder an, der Beat. Also was lateinamerikanisches kann man darauf schon tanzen.
Ingo: Bossa Nova?
Oliver: Frag mal Volker, wenn er gleich kommt. Hat er damals in der Tanzschule gelernt.
Ingo: War das noch vor seinen Filmaufnahmen?
Ingo: Schöne Gitarre… mal so zwischendurch.

9. Postcard #17

Dirk: 2015 hat Jens Lekman jede Woche einen Song unter dem Namen „Postcard“ veröffentlicht und die Nummer der Woche dem Titel hinten angestellt. „Postcard #17“ hat es auf das neue Album geschafft.
Ingo: Percussion und Piano. Reicht ja schon fast für einen guten Song.
Oliver: Ja, blubbert so ein bisschen vor sich hin.
Dirk: Pitchfork hat vor einem Jahr alle 52 Postkarten unterteilt, von „Essentials“ bis hin zu „Entering Superfans Only Territory“ und „Rarities For The Box Sets“. Über Soundcloud kann man sich alle Songs anhören, die besten sollen #44, #6, #42, #40, #9, #2, #29, #5, #7 und #4 sein.
„Postcard #17“ soll „Album-Worthy“ sein. Stimmt offensichtlich.
Ingo: 1 aus 52.
Oliver: Die kann Volker ja gleich noch alle besprechen.
Dirk: “How We Met, The Long Version” soll wohl auch aus diesem Projekt stammen...
Ingo: Das wäre schon ein würdiger Abschluss gewesen. Aber eine Song kommt ja noch.

10. Dandelion seed

Ingo: Lisa? Lisa Who?
Oliver: Hihi.
Dirk: Die aus “Happy Birthday, Dear Friend Lisa”? Singen wir gleich noch für Volker.
Ingo: Noch ein Abschlusstitel.
Oliver: Ich bewege zumindest meine Lippen.
Dirk: Eigentlich schade, dass “Life Will See You Now” schon vorbei ist. Aber das ist ja ein gutes Zeichen, dass man dies so empfindet.
Ingo: Stimmt. Das machte Laune.
Oliver: Sehr sehr guter Song nochmal am Ende.


Fazit:

Ingo: Bestes Disco-Album 2017. Überraschend nach “I know what love isn’t”. Aber auch befreiend. Schönes Album. Nicht zwangsläufig etwas für den Januar. Sollte man sich auf jeden Fall noch mal im Sommer anhören und dann gefälligst vor das Klez.E-Album wählen.

Oliver: Irgendwie anders, aber irgendwie auch ziemlich cool. Nach der Single hatte ich ein wenig Angst, aber wie Ingo schon sagte: Klingt sehr authentisch.

Dirk: Ich muss noch die 52 Postcard-Lieder hören und die 17 aus seinem Ghostwriting-Projekt - aber nicht mehr dieses Jahr, das gehört “Life Will See You Now”.

Kommentare:

Volker hat gesagt…

Indie und ich, das scheint wirklich vorbei, selbst wenn man es wie hier mit "Tropical Indie" versucht.
Jetzt habe ich wirklich ein bisschen Angst vor der neuen The Magnetic Fields-Box (auf die ich mich natürlich trotzdem freue)

Das war mein Ersteindruck, den ich hier posten wollte.
Allerdings ist das Album mittlerweile ein bisschen gewachsen. Mal schauen, wo das endet.

d.teil hat gesagt…

wunderbares Pop Album: 7.5 Punkte.

Olly Golightly hat gesagt…

7 Punkte

Volker hat gesagt…

Es endet bei knappen

7 Punkten

Dirk hat gesagt…

Wunderbares Pop-Album (2). Jedoch: 8,5 Punkte

Ingo hat gesagt…

Klappt im Sommer noch besser als im Winter. 7,5 Punkte

U. hat gesagt…

7,5 Punkte.

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