Samstag, 3. September 2016

The Slow Show - Dream darling

 




















“Neulich auf Volkers Couch beim Anhören des neuen The Slow Show-Albums”

Die Tagen werden kürzer, da finden sich sich Richter auch endlich mal wieder zu Listening-Sessions auf Volkers Couch zusammen. Diese Woche lockte mit "Dream darling" das zweite Album der englischen Band The Slow Show. Dem Label Haldern Pop blieb die Band treu und es galt festzustellen, ob sie auch das hohe Niveau des Debüts "White water" halten konnte.

“Kommt Volker auch noch?”
“Nein. Er faselte irgendwas von ‘Fußball’. Ich glaube er rechnete damit zum Kapitän der National-mannschaft berufen zu werden. Er ist extra noch dem VfB Stuttgart beigetreten um seine Chancen bei Löw zu steigern. Da es Neuer wurde, möchte er noch heute Abend seine Beschwerde vorbereiten.”
“Schade.”

1. Strangers now

Ingo: Beginnt weihnachtlich. Ja, mit Weihnachtsbläsern.
Dirk: Traurige Piano-/Streicher-/Bläser-Ballade zum Auftakt. Geht gut los.
Oliver: Da kommt die markante Stimme gut zur Geltung.
Ingo: Und nun noch der Weihnachtschor.
Dirk: So muss ein Auftakt klingen, über 5 Minuten immer bombastischer werdend.
Oliver: Absolut. Und noch eine Bläsersektion zusätzlich.
Oliver: Toller Opener. Weiter so!
Dirk: Auch hier: Begeisterung.
Ingo: Hier nur gedämpfte Freude.

2. Hurts

Dirk: Es geht Rob Goodwin nicht gut: “It hurts like hell.” In “Dresden” schmerzte es auch schon höllisch.
Ingo: Die Stimme ist weiter das Highlight der Band. Hoffentlich wird das über die Albumlänge nicht eintönig. Ui, wer singt denn da mit?
Dirk: Sehr schön, die Schmerzenverursacherin meldet sich gesanglich in der Mitte des Songs selbst zu Wort.
Oliver: Von Eintönigkeit keine Spur…
Dirk: Leise summender Chor am Ende, noch besser als der Opener.
Oliver: Finde ich nicht. Aber schlecht ist es natürlich auch nicht.

3. Ordinary lives

Ingo: Flotter Start. Erfreulich!
Oliver: Eine Uptempo Nummer sozusagen.
Dirk: Und eher Gesang als wie zuvor Gerede. Das ist die erste Single. Wieder tolle Streicherarrangements und ein eingängiger Refrain.
Ingo: Ein richtiges Video gibt es wohl noch nicht, aber ein “Lyric Video”:

Oliver: Fast ne tanzbare Nummer.
Ingo: Gefällt mir gut!
Dirk: Wir haben The Slow Show bereits vor einigen Wochen beim A Summer’s Tale Festival gesehen, dort haben sie auch schon fünf der neuen Songs gespielt, “Ordinary lives” war live noch etwas druckvoller und eindringlicher.

Wer Lust auf The Slow Show live hat:
  • 29.09. Dortmund (Festival)
  • 16.11. Köln
  • 17.11. Hamburg
  • 18.11. Berlin
  • 19.11. München
Dirk: Köln ist aber leider bereits ausverkauft.
Oliver: Ja, leider. Dabei ist es doch direkt in meiner Nachbarschaft.
Oliver: Der nächste Song kündigt schon im Titel wieder was Langsameres an...

4. Lullaby

Ingo: “Lullaby”. So etwas gehört ja eigentlich an das Ende eines Albums.
Dirk: Das habe ich mir auch gedacht.
Oliver: Fragt mal The Cure… Die haben’s an fünfter Stelle, oder?
Ingo: Aber nicht wirklich einschläfernd, also weder das von The Cure noch dieses. 
Dirk: Nett, reduziert auf Gitarre und Piano, man kann schließlich nicht in jedem Song Streicher und Bläser haben.
Ingo: Vor allem die Gitarre gefällt.

5. Dry my bones

Dirk: Schön, dass er, nach den depressiven Liedern sagt, dass wir uns keine Sorgen um ihn machen müssen.
Oliver: Stimmlich muss ich hier oft an Lou Reed denken. Beim gesprochen Part, nicht beim gesungenen.
Ingo: Nach knapp drei Minuten wieder eine prägnante Gitarre.
Dirk: Und erneut wird es hinten raus bombastischer, auch wenn die Stimme hier deutlich im Vordergrund steht. Ich glaube, Volker würde sich mal wieder über den Mix aufregen.

6. This time


Dirk: Oh, wir müssen die Platte schon umdrehen. Das ging aber schnell - was ein gutes Zeichen ist, wenn man dies so empfindet.
Ingo: Der Piano-Part treibt den Song. Ich glaube auf diesem Album gefallen mir die flotteren Songs einen Tick besser als die ruhigeren Titel.
Dirk: “Flotter Song” aber nur im Slow Show-Kosmos, oder?
Ingo: Ja, “relativ flott”.
Oliver: Jetzt gegen Ende wirkt er schon recht flott.
Dirk: Und James Bond-mäßig mit seinen Bläsern.
Ingo: “Don’t let the pain drag you down”... schon so ein wenig ein Lebenshilfe-Album.

7. Brawling tonight

Dirk: Bester Satz des Promo-Textes: “Und wieder geben Jazz-Einflüsse und klassisch anmutende Elemente den Ton an.” Schade, dass Volker nicht da ist, um uns die Jazz-Einflüsse zu zeigen.
Oliver: Zum Glück hör ich die Jazz-Einflüsse nicht raus.
Ingo: Da ist wieder die weibliche Stimme. Fein. Steht im Promo-Text etwas zum Produzenten? Oder zu der Dame am Mikro?
Dirk: Nein, leider nicht.
Ingo: So spärlich die Gitarren gesät sind… wenn sie erklingen, sind sie genau richtig.
Dirk: Bisher der unauffälligste Song, gut dass die Dame mitsingt.

8. Last man standing

Ingo: Das geht ja schon mit einem Chor los. Wo soll das enden?
Oliver: Jetzt hat der Chor erstmal Pause. Dafür sind die Bläser wieder da.
Ingo: “Wir haben den Chor nun schon mal hier, dann muss er auch genutzt werden.”
Dirk: Und die Sängerin ist wieder dezent zu hören. Live war eine Dame an der Trompete dabei, auf dem aktuellen Bandfoto sind jedoch nur fünf Männer zu sehen.
Ingo: An Kurt Wagner erinnert mich seine Stimme.
Dirk: Hast du in den Promo-Text gespinkst?
Ingo: Nein, gestern Lambchop gehört.
Dirk: Es flossen wieder Tränen, aber erneut nicht so stark wie bereits andere Titel.
Ingo: Eher so im Mittelfeld, dieser Song.

9. Breaks today

Oliver. Hier geht’s mit Piano los. Und mit Herzensbrecherei.
Dirk: “Dresden”-Gedächtnis-Chor?
Oliver: Chor galore.
Ingo: Also auch hier wieder geklotzt und nicht gekleckert. Das ganze Programm. Aber noch nicht überladen.
Dirk: Gehörte auch zu den bereits live gespielten Songs - sie hatten sich wohl die Perlen des neuen Albums herausgesucht.
Oliver: Auf jeden Fall eine Perle. Sehr sehr schön.
Ingo: Ja, im oberen Drittel der Songs.
Dirk: Dieser Song war 2015 bereits auf einer Single veröffentlicht worden, die eigentliche A-Seite “Hopeless Town” fehlt jedoch auf dem Album.

10. Brick

Ingo: Oh, schon der letzte Titel. Noch ein “Lullaby”?
Dirk: Und dann auch noch so kurz!
Oliver: Bestimmt instrumental. Ach nee, ein Chor...
Ingo: Da gibt der Chor aber noch mal alles. Weihnachtlicher Beginn, weihnachtliches Ende.
Dirk: Auf meinen iPod nehme ich dann noch “Hopeless Town” mit ins Album. Das ist mehr ein verlängerter Ausklang von “Breaks today” als ein eigenständiges Lied. Schade, dass “Dream Darling” schon vorbei ist!


Fazit:

Ingo: Schwierig… das Album muss ich noch ein paar Mal hören. Aber “Ordinary lives”, “This time” und “Breaks today” haben es mir bereits angetan. Drei aus zehn. Ein Reinfall ist “Dream darling” damit schon mal nicht. Anfang und Ende fallen etwas aus der Zeit, aber bei der Jahresendwertung im Winter helfen vielleicht weihnachtliche Klänge. 

Dirk: Noch getragener als das Debüt. Die Arrangements sind spannender und aufwendiger, ich habe, auch dank des Konzertes, bereits einige Lieder im Ohr. Hat Rob Goodwin auf “White Water” auch schon mehr gesprochen als gesungen? 

Oliver: Das vom ersten Album bekannte Rezept aus Stimme, Piano, Streichern und Bläsern kommt hier erfreulicherweise wieder zum Einsatz. Keine Experimente. Gut so, Fans des ersten Albums können hier blind zugreifen.

2 Kommentare:

Volker hat gesagt…

Ich war natürlich im Gedanken bei euch und habe das Album mittlerweile auch gehört. Aber warum sollte ich mich über den Mix aufregen. Ich mag das, wenn die Stimme gut rauskommt, mich stört es ja eher, wenn die so Shoegazemäßig im Gitarrenbrei untergeht. Schöne Produktion, schöne Stimme. Was mich aber wirklich wundert ist, dass diese Band hier so gut ankommt. Da klingt Einiges doch so dermaßen nach Lambchop, und die waren ja alles andere als Platten vor Gericht-Lieblinge.

7,5 Punkte

Mit meiner Fußball-Karriere wird das übrigens nix mehr, aber "unsere" Jungs haben gestern ihren Saison-Auftakt 11:1 gewonnen ;-)

Olly Golightly hat gesagt…

8,5 Punkte