Dienstag, 27. Oktober 2015

Here We Go Magic - Be Small
























Der Albumtitel "Be Small" soll, nachdem der Vorgänger "A Different Ship" (2012) noch von Nigel Godrich (Radiohead, R.E.M., Travis) produziert wurde, zeigen, dass es diesmal eine Spur kleiner ablaufen soll. Und so übernahmen Here We Go Magic auf ihrem vierten Album selbst den Produzentenstuhl ein und kehrten klanglich zu ihren Anfangstagen zurück. 

Für die Hörer bedeutet dies, dass sie der Band von Luke Temple auf einem nicht immer einfachen Trip zwischen versponnenen, experimentellen Sound-Collagen, groovenden, futuristischem Synthie-Pop und vertracktem, künstlerischen Indierock zu folgen versuchen müssen. Als Referenzen tauchen immer wieder Brian Eno, John Cale, Roberty Wyatt, Steely Dan und MGMT auf - ich sagte ja bereits: ein nicht immer einfacher Trip.

Mit Hilfe der Videos zu "Tokyo London US Korea" und "Falling" sowie die durchgängig positiven Kritiken dürfte einen ersten Eindruck davon vermitteln, was einen auf "Be Small" erwartet: 


 

Here We Go Magic haben ihre Instrumente direkt ins Mischpult gespielt, was der Platte einen kompakten, fast ein wenig gedrungenen Sound gibt. Eindrücke der Weite entstehen hier eher durch den ausgiebigen Einsatz von Synthesizern, allerdings nicht nur analogen, die im nostalgischen Rückblick auf die Schrauber-Pioniere von vor 40 Jahren heute beinahe schon als „natürliche“ Instrumente durchgehen.
Der gleich auf einem Dutzend Sequencer-Spuren den Hörer einkreisende Opener „Stella“ klingt eher wie eine teure 80s-Produktion von Peter Gabriel (damals war so was noch teuer); in dem groovenden „Tokyo, London, US, Korea“ fließen die Sounds ungenauer Herkunft in einem unentrinnbaren Strudel zusammen. Temple, der sich ausdrücklich eine „optimistische“ Platte in Dur vorgenommen hatte, nennt als ungewöhnlich eindeutige Bezugspunkte den Song „Spinning Away“ von dem Eno/Cale-Album WRONG WAY UP (1990) und Robert Wyatts „Heaps Of Sheeps“ von SHLEEP (1997). Allerdings sollten, wenn hier schon Klarnamen fallen, auch Steely Dan zur Sprache kommen. Wegen dieser leicht distanzierten Eleganz, dieser großen Souveränität im Vortrag der acht Songs (und zweier Zwischenstücke). Das Ergebnis klingt jedoch zu keinem Zeitpunkt ironisch oder gar snobistisch, wie es Walter Becker und Donald Fagen immer wieder gerne getan haben. Im Gegenteil: Je öfter man BE SMALL hört, desto näher kommt einem dieses Wunderding von einer Platte.
(musikexpress)




The two sides of Here We Go Magic blend beautifully. 'Stella''s choppy synths, dropping like rain, are warm and attractive even as Temple's asking the tough questions ("Who isn't marked with their own failure?"), and the busy, jittery 'Falling' overcomes elusive jazz chords to turn into a sprawling, grinning, jangly boogie. 'Girls In The Morning' and 'Ordinary Feeling' are hazy, deep-pile ballads that echo the dazed pace of MGMT's 'Congratulations, forensically constructed but blissed-out.
Always intelligent but never too clever for their own good, Here We Go Magic finally break into a huge, dumb guitar solo on 'News'. That's where they are, making the challenging accessible, a band forging their own path at last. Never mind, 'Be Small', this thinks big.
(NME)


2 Kommentare:

Ingo hat gesagt…

Also für mich klingt da nichts magisch. 5,5 Punkte

Dirk hat gesagt…

Und wieder ist es für mich leider nicht magisch. 4 Punkte