Oh Wonder - Ultralife



















Im September 2014 begannen Josephine Vander Gucht und Anthony West damit, jeden Monat einen neuen Song ins Netz zu stellen, eigentlich, um sich als Songwriter zu präsentieren. Die zunehmende Schar an Hörern führte dazu, dass sie beschlossen Oh Wonder weiterzuführen und die ersten Songs als Album selbst zu veröffentlichen. In ihrer englischen Heimat konnten sich ausreichend Käufer finden, um „Oh Wonder“ 2015 auf Platz 26 der Charts zu hieven. 

Im April 2016 mieteten sie sich in ein Appartement in Brooklyn, New York, ein, komponierten am Klavier neue Lieder, nahmen diese im folgenden Dezember, wieder zu Hause in London, auf und veröffentlichten bei einem großen Label (Island) ihren zweiten Longplayer „Ultralife“, der es sogar bis auf Platz 8 in England schaffte.

Josephine Vander Gucht und Anthony West präsentieren zeitgenössischen, auf synthetischen Klängen basierenden Pop ohne Ecken und Kanten, der gelegentlich Richtung Soul und R’n’B kippt und vor allem aufgrund ihres zweistimmigen Gesangs spannend ist. Als Anspieltipps würde ich die balladesken „Slip Away“ und „My Friends“ sowie das abschließende, sich langsam aufbauende „Waste“ nennen.  




Einzig zwischen dem Opener und dem stimmungsvollen, letzten Track "Waste" ziehen Oh Wonder eine thematische Verbindung: Während "Solo" proklamiert Vander Gucht "I want to be solo" – dies wandelt sich im mysteriösen Closer zu "What a waste to be so alone". Abgesehen davon bieten die Londoner reihenweise Songs mit knapp über drei Minuten Laufzeit. Schön ist es, wenn liebevolle Details wie der kleine Jazz-Klavier-Part in "Heavy" integriert werden. Amüsant ist auch der etwas hilfslose Rap-Ausflug von Anthony West im R'n'B-Track "Lifetimes", der das liebenswerte Duo noch ein wenig knuffiger macht. In einzelnen Fällen könnten Oh Wonder aber tatsächlich ein wenig liebevoller und kreativer agieren. So wären Stücke wie "All about you" oder "Overgrown" mit einem finalen Twist, der den Song aus der Drei-Minuten-Hölle heben würde, viel überzeugender.(Plattentests)




Trotz aller Ästhetik klingt auf dieser Platte auch eine gewisse Gelassenheit durch. Titel wie »High On Humans« mögen manchmal zu viel des Guten und Begeisterten sein, zwischen lauter verliebten Texten taucht dann jedoch das gedämpfte »Solo« als angenehme Abwechslung und Zelebrierung des Alleinseins auf. »Heavy« wiederum lässt eher die 1990er aufleben, andere Titel wie das übereuphorische »Ultralife« oder »Waste« dagegen sind deutlich zeitgenössisch. Die ganze Magie des Duos kommt bei »Slip Away« zum Vorschein: einer ruhigen, beinah eintönigen Ballade, die zum Ende hin einen beeindruckenden Sog entwickelt.(intro)


Oh Wonder in Deutschland:

19.08.17 Hamburg, Dockville Festival
11.11.17 Wiesbaden, Schlachthof
13.11.17 Köln, Live Music Hall
17.11.17 München, Theaterfabrik
25.11.17 Berlin, Huxleys
01.12.17 Hamburg, Docks

1 Kommentar:

Dirk hat gesagt…

Oh wie langweilig. 5 Punkte

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