Foreign Diplomats - Princess Flash























Diese Platte muss wohl per Flaschenpost über den großen Teich geschippert sein, denn wie sonst würde sich eine Verzögerung von über 18 Monaten erklären lassen?

Im Oktober 2015 veröffentlichte das Quintett Foreign Diplomats bereits in seiner kanadischen Heimat sein Debütalbum "Princess Flash". Kennengelernt haben sich Élie Raymond (Gesang, Gitarre), Antoine Lévesque-Roy (Bass), Thomas Bruneau Faubert (Synthesizer), Charles Primeau (Gitarre) und Emmanuel Vallières (Schlagzeug) bereits als Teenager in Quebec, 2010 gründeten sie ihre Band, fanden deren Namen zufällig auf einem Schild am Flughafen, veröffentlichten 2013 eine erste EP und siedelten nach Montreal um.  

Gemeinsam mit ihrem Produzenten Brian Deck (Modest Mouse,The Shins, Counting Crows) bastelten sie an gleichzeitig tanzbarem und verschachteltem Indiepop, der ein Nebeneinander von Gitarren und Synthies erlaubt. Als würde man Foals, Clap Your Hands Say Yeah, The Wombats und Fisher Z in einen Topf werfen.

"Wir wollen, dass unsere Fans Party machen und tanzen! Crack, Boom, Pow!“ - diese Gelegenheiten bieten sich in den Wochen und Monaten: 

01.02.2017 Nürnberg, MuZ
02.02.2017 Stuttgart, Goldmarks
03.02.2017 Freiburg, Swamps
06.02.2017 Dresden, Ostpol
09.0.2017 Haldern, Haldern Pop Bar
10.02.2017 Bensheim, Musiktheater Rex
11.02.2017 Hamburg, Molotov (Motorbooty Party)
19.04.2017 München, Milla
22.04.2017 Osnabrück, Popsalon




Direkt der erste Song „Lies (of November)“ macht deutlich, welche Reise man mit diesem Debütalbum antritt. Mit markantem Bass, schillernden Synthies und rotzigem Songtext unterscheiden sich Foreign Diplomats deutlich von dem Einheitsbrei anderer Indie-Elektro Bands. Bei „Queen+King“ setzen die Kanadier auf all ihre Gesangskünste und stimmen den Song gemeinsam ein. Mit „Color“ beweist die junge Band, dass ihnen auch leise Töne gut stehen.
Zur Mitte des Albums kommen wir auch schon zu meinem Lieblingssong. „Flash Sings For Us“ ist ein Paradebeispiel dafür, was in den Kanadiern steckt. Sie schaffen es klassische Instrumente, wie eine Trompete, so gekonnt in ihre Songs einzubauen, ohne dass diese irritieren würden. Ganz im Gegenteil: Diese machen den Sound von Foreign Diplomats so einzigartig. „Mexico“ bringt anschließend sicherlich live am meisten Spaß.
Der sechsminütige, letzte Song „Drunk Old Paul (and his Wild Things)“ schafft es dem Werk den letzten Schliff zu verleihen. Mit ihrem Debütalbum haben es Foreign Diplomats geschafft, sich selbst zu fordern, zu experimentieren und sich und ihrem Sound jederzeit treu zu bleiben. Die fünf Kanadier heben sich mit „Princess Flash“ aus der Masse hervor und sind nicht ohne Grund einer der spannendsten neuen Acts 2017!
(NOISIV)




Die insgesamt elf Songs haben alles, was ein gutes Indie-Album braucht – Herzschmerz, Sehnsucht, Liebe, Leidenschaft, Nonsens, Kitsch und Klischees. Musikalisch kommt das ganz rhythmisch-klassisch mit Gitarre, Bass, Synthie und Drums daher. Ein Album zu welchem man gleichzeitig im Club tanzen und dabei weinen kann, also perfekt für den Monat Januar, bonjour tristesse. Unser Herzenssong auf der Platte ist Mexico. Hoch anrechnen muss man den Foreign Diplomats dabei, dass ihr Album, trotz diverser Indie-Klischees, mit Sounddiversität glänzen kann und gekonnt den musikalisch-monotonen Einheitsklang umschifft.
(Reissnadel)



Kommentare:

Olly Golightly hat gesagt…

6,5 Punkte

Ingo hat gesagt…

Die Wartezeit hat sich gelohnt. 7 Punkte

Dirk hat gesagt…

Diplomatisch ausgedrückt: 6 Punkte

Jörg hat gesagt…

Zurückhaltende 5 Punkte

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