Sonntag, 18. September 2016

Nick Cave & The Bad Seeds - Skeleton tree






















Selbst für Nick Cave-Verhältnisse ist dieses Werk sehr düster und traurig geraten. Nick Cave & The Bad Seeds befanden sich im Endstadium der Aufnahmen zum Nachfolger des starken "Push the sky away", da verunglückte Caves Sohn. Nach einer kurzen Pause machte sich der in Brighton lebende Australier mit seinen Bandkollegen Warren Ellis wieder an die Arbeit. Synthesizer und Loops entwickelten sich zu den prägenden Elementen auf "Skeleton tree". Und noch über denen stehen natürlich Caves meist klagende Stimme und seine Lyrics, denen man in dem Kontext besondere Bedeutung beimisst.

In dieser Phase ließ sich Cave vom Regisseur Andrew Dominik über die Schulter schauen, der daraus die Dokumentation "One more time with feeling" machte.

Die Grundstimmung dieses 16. Albums der Band ist eindeutig. Die letzten beiden Titel brechen aus: "Distant sky" ist ein Duett mit der dänischen Sopranistin Else Torp und allein ihre Stimme sorgt schon für eine Aufhellung. Der abschließende Titelsong klingt nach einem verhältnismäßig positiven Ausblick.

Spex.de:
Skeleton Tree beheimatet keine großen, erhabenen Stücke für die Ewigkeit wie »Jubilee Street«. Das Album gibt aber einen ungeschönten Eindruck davon, wie ein Musiker sich selbst verliert und nur zögernd wiederfindet. [...] Nick Cave wollte das Mitleid seiner Umwelt nicht. Mit Skeleton Tree fordert er vielmehr die Empathie derer heraus, die ihren Helden als coolen Zyniker mit perfekter Frisur kennen. Im Moment ist Cave nicht mehr wütend, er ist verzweifelt. Mit den Worten »And it’s alright now« und einem milderen Titeltrack endet Skeleton Tree. Trauer kann den Blick schärfen, die Dinge klarer machen. Aber erst, nachdem man den schlimmsten Schmerz überwunden hat. Susie Bick und er hätten irgendwann beschlossen, einfach wieder glücklich zu sein, erzählt Cave. Wir sind guter Hoffnung.

Das Video zum Opener "Jesus alone":