Montag, 11. November 2013

Radical Face - The Family Tree: The Branches

















Ben Cooper (Electric President) nimmt den Faden wieder auf und spinnt seine fiktive Familiengeschichte weiter. Begonnen hat das als Trilogie geplante Konzept 2011 mit der Veröffentlichung von "The Family Tree: The Roots", das die Ursprünge der Northcode-Familie im 19. Jahrhundert schildert. 

Im zweiten Teil "The Family Tree: The Branches" schildert Cooper die Ära von 1860-1910, dabei kommen wie im ersten Teil hauptsächlich Instrumente zum Tragen, die auch in dieser Epoche zugänglich waren, musikalisch begibt er sich auf die Spur des Folkpops eines Sufjan Stevens, jedoch ist anzunehmen, dass er im Gegensatz zu diesem sein Projekt auch abschließen wird:
“Each record is approaching storytelling from a different angle. The first album was written with verbal storytelling in mind. This current album was written around the idea of letters, either as diary entries or correspondence between two people. The final one will be as snapshots, with photos and videos and visual storytelling in mind.”

Wie bereits zuvor wird "The Family Tree" auch diesmal wieder von einer "Bastards" EP begleitet, die ebenfalls zum Stammbaum der Familie gehört, aber Songs beinhaltet, die es nicht auf das Album geschafft haben.

So schließt das Album auch nahtlos an den Vorgänger an, man erkennt gewohnte Instrumentierungen und Motive wieder und wird gleich in den Bann gezogen.
Diese Wiedererkennbarkeit und dezente Weiterentwicklung ist auch gleich die größte Stärke des dritten Radical Face Albums. Es stellt sich gegen den Trend, sich mit jedem Album neu erfinden zu müssen, aus Angst Hipsterfans zu langweilen. Cooper zeigt jedoch, dass man gewohnte Mittel einsetzen kann und sich nicht neu erfinden muss, um sich weiter zu entwickeln. Die Songs auf “The Branches” leben wie auch die der Vorgänger von gekonntem Percussion- und Drumeinsatz, tollen Pianomelodien und vor allem toll erzählten Geschichten. Dabei gibt es ebenso wieder Bombastmomente, in denen die Drums anschwellen und die Songs wunderbar stampfen. Dagegen stehen dann ruhige, zerbrechliche Momente, in denen Cooper sich langsam und leise durch die Songs singt. Bekannte Motive, wie Handclaps und leicht gehetzte Erzählweise, wie bei “Always Gold” finden sich auf dem Album zum Beispiel im Song “From The Mouth Of An Injured Head”. Damit zeigt Cooper aber keineswegs Einfallslosigkeit, sondern zeigt sich als talentierter Geschichtenerzähler, der sein Handwerk beherrscht und seine Geschichten in mitreißende Instrumentierungen kleidet und nie langweilt. Bleibt zu hoffen, dass sich andere Musiker vielleicht auch ein Beispiel an der altmodischen Herangehensweise von Radical Face nehmen und erkennen, dass Weiterentwicklung nicht auf Kosten alter Stärken und des eigenen Sounds gehen muss. Dass es nämlich auch schief gehen kann, sich auf jedem Album unbedingt neu erfinden zu wollen haben ja Arcade Fire unlängst mit “Reflektor” bewiesen.
(WhiteTapes)


The Branches will remind you of the ground beneath your feet. Tonally set within the parameters of realism, Cooper creates a guide to animate everyday life, armed with an acoustic guitar and copious amounts of reverb, The Branches will compliment the human experience through wood and work. The first full song, “Holy Branches,” sets the tone for the entire piece, a seemingly simple sew through chords and melodies, Cooper creates an environment that resonates down to our conceptual substratum. This sentiment continues on through the entire album, as easy favorites “Reminders” and “The Crooked Kind” pass through each other patently.
“We were down by the shore, and the sky opened up.”
Something about the bridge of “Summer Skeletons” creates such a vivid image in my mind. Possibly to the passing views of a long drive, the waves of a lake, sitting against a shore, or a small march into the nether-woods. The point is that The Branches will take you somewhere. Where that is exactly for you, I do not know, but if you close your eyes and open your ears, the songs reverberate deep into your subconscious. The Branches will make anyone a naturalist.
Radical Face has created something special with The Family Tree: The Branches. An artistic style that is effective enough in bringing the listener down to their essential being, The Branches is a reminder of the tangible objects we are able to surround ourselves in. Forget the materialistic desires of modern society, there is nature, there is family, there is warmth and there is intimacy, all within the human experience that surrounds us.
(Under The Gun)

Radical Face in Deutschland:

19.11.13 Köln, Kulturkirche
20.11.13 Berlin, Lido
21.11.13 Hamburg, Übel & Gefährlich
23.11.13 Offenbach, Hafen 2
24.11.13 Heidelberg, Karlstorbahnhof
25.11.13 München, Backstage


6 Kommentare:

Christoph W. hat gesagt…

Das Album wollte ich mir auch noch zulegen - erwarte keine Wunderdinge davon, aber an sich ist Radical Face schon immer sehr hörenswert.

Olly Golightly hat gesagt…

8 Punkte

Jörg hat gesagt…

Netter Folkpop !
7 Punkte

Ingo hat gesagt…

Lang. Aber nicht langweilig. 7 Punkte

Volker hat gesagt…

Ans Debüt und an Electric President kommt es wieder nicht heran, aber dennoch schön

7

Dirk hat gesagt…

Von mir gibt es für Radical Face:

7,5 Punkte