Dienstag, 11. Juni 2013

Future Bible Heroes - Partygoing

















Wenn Stephin Merritt nicht gerade an Soundtracks oder Musicals arbeitet, Platten für seine Band The Magnetic Fiels aufnimmt oder diese unter dem eigenen Namen herausbringt, dann kann er immer noch auf eines seiner Nebenprojekte zurückgreifen, seien es The Gothic Archives, The 6ths oder Future Bible Heroes. 

Das letzte Lebenszeichen der Future Bible Heroes, zu denen neben Merritt noch Chris Ewen und Claudia Gonson (auch bei The Magnetic Fields aktiv) zählen, liegt bereits 11 Jahre zurück: Denn nach "Memories Of Love" (1997) und 3 EPs erschien 2002 mit "Eternal Youth" das zweite und für lange Zeit letzte Album des Trios.

Durch den typischen Gesang von Gonson und Merritt steht "Partygoing" nicht sehr weit von The Magnetic Fields entfernt, zumal sich einige Songs der Platte textlich um einen Fixpunkt, die gute und die schlechte Seite von Parties drehen (die Freude und der Spaß sowie der Morgen danach) und das Trinken, Tanzen und den Tod thematisieren. 

Musikalisch schlagen sich die Future Bible Heroes jedoch auf die Seite des tanzbaren, synthetischen Indiepops mit pluckernder Drummachine ("Keep Your Children In A Coma", "Digging My Own Grave"), jedoch nicht ohne auch die ein oder andere traurige Ballade ("Sadder Than The Moon") zu integrieren. 

Für die interessierten Neueinsteiger in das Thema Future Bible Heroes liefert Merge Records nicht nur "Partygoing", sondern auch das Rundum-glücklich-Paket, das alle bisher veröffentlichten Songs beinhaltet:
Die 3xLP kommt im Dreifachklappcover mit Downloadcode. Die Songs der drei EPs sind als Download im Vinyl-Set enthalten. Die 4xCD kommt im 10-täfeligen Soft-Digipak mit einem 12-seitigen Booklet.



Seine Future Bible Heroes lagen sehr lange auf Eis, elf ganze Jahre, doch nach dem letzten Magnetic Fields-Album wurde es mal wieder Zeit, die Indietronic-Pet Shop Boys-Schiene zu bedienen, die er so liebt. Obskure Synthies dengeln, Glockenspiele tirilieren und Drumcomputer husten aus dem letzten Loch. Die Tanzfläche ist der weiße Flokati, den du mit Hausschuhen platt trampelst, während dein Lover nackt Chat-Roulette spielt.

Leichte Dance-Songs, die so tolle Wendungen haben, dass man entweder an Stephins Lippen hängt oder tränenreich Solotanz vollzieht, schummeln sich in dein Ohr und machen sich als Wurm selbständig. Der Brummbär bleibt ein tapsiger Zyniker und Ex-Moralist

Langzeit-Managerin Claudia Gonson ist an seiner Seite und veredelt mit ihrer glasklaren Stimme die zynischen, wunderhübschen Texte Merritts. Aber die vorgegaukelte Fröhlichkeit, die diese sonnige Musik impliziert wird von der Realität in den Lyrics weggeregnet. Merritt schafft den Spagat zwischen Pop und Drama. Manchmal watscheln die Songs den Broadway hinunter, sind arg trutschig, doch oft sind es Gassenhauer, die so nur Neil Tennant fabriziert. Partygoing ist sogar schlüssiger als das letzte Magnetic Fields-Album. Glatte 1.
(Jahrgangsgeräusche)

On the very funny “Keep Your Children In A Coma,” Old Man Merritt wonders what’s the matter with kids today: “Life is hard for kids today, they have to program everything / Dude, they have to use computers just to sing.” He then proceeds to list, to a bouncy beat and chirping synths, the dangers that face these hellions, including melanoma, abusive priests, and “all that background radiation.” In other words, what is the world coming to? Also, get off of Stephin Merritt’s lawn! This being a Merritt project, there’s heartbreak and sadness for every moment of irony (the lovely, bittersweet ballad “Sadder Than The Moon” more than lives up to its title). All of this darkness, however, is brightened by howlingly funny lyrics and some genuine surprises. The sprightly “Living, Loving, Partygoing” is a catalog of nightlife adventures, including a party hosted by John Waters and a one-night stand with a clown. On the ebullient “Drink Nothing But Champagne,” Jesus resurrects himself to give the titular advice (as well as “Don’t drink the water, ’cause water’s mostly piss”). He’s followed by Merritt as David Bowie and, for some reason, writer and occultist Aleister Crowley, who growls, “We don’t drink water in the ninth circle of Hell” like a sloshed Cookie Monster.
Not everything here works—the plodding “How Very Strange” and “A Drink Is Just The Thing” bog the record down—but those looking for a Magnetic Fields fix could do worse than the breezy Partygoing. Its best track, “All I Care About Is You,” with its straightforwardly romantic lyrics and classic-pop chord progression, would sound right at home on 69 Love Songs. The rest, delightfully, sounds like nothing else around.
(A.V.Club)


2 Kommentare:

Ingo hat gesagt…

6,5 Punkte

Dirk hat gesagt…

Unterliegt im direkten Duell mit The Ballet.

6,5 Punkte