Sonntag, 10. April 2011

The Kills - Blood Pressures




















The Kills sind Alison Mossharts leicht rauchiger Gesang und Jamie Hinces dreckig-knarzige Gitarrenriffs. Hinzu kommen schlicht polternde Beats, um die sich hauptsächlich der Drum-Computer zu kümmern hat. Schmückendes Beiwerk schenken sich die Beiden größtenteils, wie ich mir die Erwähnung von Kate Moss oder die Vergleiche zu den White Stripes.

"Blood Pressures", das vierte und von Tom Elmhirst (Amy Winehouse, Goldfrapp, Hot Chip) abgemischte The Kills-Album, startet mit "Future Starts Now", "Satellite" und "Heart Is A Beating Drum" genau so, wie man es nach dem tollen Vorgänger "Midnight Boom" (2008) erwarten durfte. Nach Mossharts Zusammenarbeit mit Jack White bei The Dead Weather und der Ankündigung, dass die neue Platte deutlich reduzierter als ihre Vorläufer sein werde, war bereits zu befürchten, dass ein deutlicher Schritt in Richtung Blues und Stonerrock erfolgen würde. Da und durch Songs wie "Nail In My Coffin", "DNA" oder "Damned If She Do" muss der Hörer nun durch. Ob man bei einer Sängerin von Mossharts Kaliber wirklich einen von Hince gesungenen Song nahe der Lagerfeuer-Romantik ("Wild Charms") braucht, sei hiermit kritisch hinterfragt. Als Höhepunkt des Albums und eine absolute Überraschung präsentiert sich die Piano- und Streicher-Ballade "The Last Goodbye", in der Mosshart eine extrem soulige Darbietung abliefert. Unterlegt ist es mit dem Knistern und Knirschen einer alten Langspielplatte, die den Retro-Charakter, der sich komplett durch "Blood Pressures" zieht, noch unterstreicht.




Wie The Kills live waren, verrät Oliver im Konzerttagebuch.

Blood Pressures klingt eckig und schmutzig, nach alten Gitarren und kaputten Drums, nach Schmerz, Sehnsucht und Selbstzerstörung. An jeder Ecke knattert, knistert, knirscht und zischt es. Man weiß nicht genau, aus welcher verstaubten Spielzeugkiste Jamie Hince das Optigan ausgegraben hat, ein Keyboard aus den frühen 70ern. Das verleiht der Platte den nötigen Vintage-Sound und auch Streicher werden durch das Optigan in die Songs integriert, wie in Last Goodbye, dem stillsten Song auf Blood Pressures – eine leise Ballade mit Klavierbegleitung.

Doch auch die Kills-typischen knarzigen Gitarren, die teilweise verstimmt klingen und dem englisch-amerikanischen Duo eine gewisse punkige Attitüde verleihen, fehlen auf Blood Pressures nicht. Im Opener Future Starts Slow klingen sie trotzig, in Nail In My Coffin röhren und quietschen sie und in DNA klingen sie einfach nur rotzfrech und extrem lässig. Alles auf's Wesentliche reduziert, nicht zu dick aufgetragen – Lo-Fi eben. Kombiniert mit dem zügellosen Gesang von Alison Mosshart, die faucht und zugleich schreit, ergibt sich so der düstere und eigenwillige Charme der Kills.
(detektor.fm)

5 Kommentare:

Dirk hat gesagt…

Meine Lieblingstitel sind "Baby Says" und "The Last Goodbye". Diese lassen sogar die ein oder andere Blues-Rock-Einlage vergessen.

7 Punkte

Ingo hat gesagt…

Auch von mir 7 Punkte

Dirk hat gesagt…

Annette sagt: 6 Punkte

Oliver Peel hat gesagt…

Oliver sagt das Gleiche wie Annette:

-6- Punkte

Julia hat gesagt…

Und Julia das Gleiche wie Dirk und Ingo: 7 Punkte