Freitag, 16. September 2016

Sundown - Crab Apple, Wild Cherry & Slow




















PVG: Volker, jetzt besteht also doch noch Hoffnung, dass du ein beachteter Remixer wirst.

Volker: Wieso das?

PVG: Na, du und Oliver haben schließlich vor 32 Jahren euren berüchtigten, Sagen umwobenen, leider verschollenen, halbstündigen Remix von „Woodpeckers From Space“ angefertigt. Und Tom Liwa hat vor 38 Jahren gemeinsam mit Mike Krollmann angefangen Songs zu komponieren. Beide haben sich dann aus den Augen verloren, sind sich kürzlich wieder begegnet und haben über einen intensiven Mailverkehr Texte und Musik ausgetauscht, so dass ein komplettes Album entstanden ist.

Volker: Naja bei unserem Woodpeckers-Remix wäre wahrscheinlich außer "He he he he he" nicht viel Text auszutauschen gewesen. Wobei ich jetzt gerade mal parallel nachgeschaut habe, das war ja tiefgründiger als gedacht, und wie die aussahen. Prima.

PVG: Zurück zu Tom Liwa: Der LoFi-Charakter soll den Sound der früheren Uralt-Cassettenrekorder-Aufnahmen nachahmen. Zufrieden damit?

Volker: Er scheint zufrieden damit, ich mag es ja bekannterweise etwas opulenter. Das hätte aber zugegebenermaßen zu diesem Projekt nicht wirklich gepasst.

PVG: Überraschend für mich war: es wird englisch gesungen…

Volker: Ja, das ist bei Tom Liwa erst mal ungewohnt, wobei es mit den Flowerpornoes damals ja auch auf Englisch losging. Ich empfand es eigentlich ganz schön mal wieder an die Anfangstage erinnert zu werden.

PVG: Wenn du drei Songs auswählen müsstest, um mich von Sundown, so der Name des Projektes von Liwa und Krollmann, zu überzeugen, welche wären das? Und warum diese?

Volker: Direkt zu Beginn „Lanzarote“, wegen der typischen Liwa-Gitarre, „I'm Not Deep“ weil es fast ein kleiner Popsong ist und „Beware of The Storm“, im Vordergrund eines der eher erzählten als gesungenen Stücke, im Hintergrund eine schöne zweite Stimme. Erinnert mich ein bisschen an eins meiner Lieblingsalben „Ich Reite Ein Pferd Auf Dem Sonst Nur Frauen Reiten“.

PVG: „Für mich ist das Sundown-Album ein absoluter Höhepunkt meiner Karriere als Recording Artist“, sagt Tom Liwa. Für dich als Fan auch? Oder ist die Begeisterung eher einseitig, wie vermutlich bei eurem „Woodpeckers“-Remix?

Volker: Unser Remix hat damals das ganze Freibad unterhalten und die Menge hat getobt (nein, nicht vor Wut), aber davon abgesehen gebe ich offen und ehrlich zu, dass ich mir von Tom mal wieder ein Album wie „St. Amour“ oder oben genanntes „Ich reite...“ wünschen würde. Allerdings ist Tom ja nicht dazu da, mir Wünsche zu erfüllen, und so lange er mit seinen Projekten glücklich ist, sollte das wohl reichen.

PVG: Wenn du einen Song des Albums auf ein Mixtape nehmen dürftest, welcher wäre es und zwischen welchen beiden Liedern (anderer Künstler) würdest du ihn platzieren?

Volker: Ich denke, so aus dem Bauch raus würden da vielleicht Nick Drake und Tim Buckley ganz gut passen.

PVG: Als viel belesener Mensch ist dir natürlich der Verweis des Albumtitel sofort aufgefallen, oder?

Volker: Aber natürlich auf Anhieb. Der Album Titel stammt aus einem Kapitel des Klassikers „Der Wind in den Weiden“, welches "The Piper At The Gates Of Dawn" betitelt ist. Ob das Zufall ist?

PVG: Danke, Volker, jetzt wird es aber aller höchste Eisenbahn für deine nächste Plattenvorstellung… 

(Fortsetzung folgt)




Tom Liwa findet Inspiration in der Vergangenheit. Letztes Jahr setzte sich der Duisburger Troubadour auf dem brillanten Flowerpornoes-Album ´Umsonst und draußen´ mit den Idolen seiner Jugend auseinander und lud für die Tour seinen alten Gitarrenlehrer, Bröselmaschinist Willi Kissmer, ein, nun vollendet er gemeinsam mit Mike Krollmann ein Projekt, das die beiden als Teenager vor 38 Jahren begonnen hatten. Auch wenn Songs und Produktion neu sind: Dem spontanen Geist der kruden Lo-Fi-Aufnahmen, die sie in den 70ern fabrizierten, sind die beiden treu geblieben. Diese Psych-Pop-umspülten Momentaufnahmen mit englischen Texten sind für alle, denen Martin Newell und Dan Treacy noch etwas sagen, denn Sundown wissen, wo Syd Barrett lebt(e)!
(Westzeit)

1 Kommentare:

Olly Golightly hat gesagt…

Ich glaube der Woodpeckers-Remix war sogar 45 Minuten lang!