Sonntag, 25. September 2016

BirdPen - O'Mighty vision






















BirdPen lässt sich kaum ohne einen Verweis auf die ebenfalls englische Band Archive vorstellen. Archive wurde 1994 gegründet, BirdPen macht sich seit 2003 einen Namen als Projekt der beiden Gründer Dave Pen und Mike Bird. 2007 fanden die beiden Projekte zueinander. Dave Pen übernimmt als Sänger, Gitarrist und Songschreiber inzwischen eine gewichtige Rolle bei Archive. Doch BirdPen definiert sich nicht nur durch die Nähe zu Archive. Aus den Grundzutaten "Indierock" und "Electro" bereiten die Bands unterschiedliche Gerichte. 

BirdPens Output wird ab und zu mit Radiohead verglichen. Für das 2012er Album "Global lows" würde ich das sogar unterschreiben, weil es der Band gelang, sehr intensive und mitreißende Songs zu produzieren. Auf dem aktuellen vierten Album "O'Mighty vision" wird diese Intensität durch ein paar ausufernde Elektro-Parts keineswegs vollwertig ersetzt. Die Gitarren sind weniger prägend, die Stimme weniger vielfältig. "Tookit", "Traitors" und "The underground" können mich noch halbwegs überzeugen. Die weiteren fünf Songs stören nicht während der Zugfahrt, wobei "The solution is the route of all my problems" sowohl vom Songtitel als auch von der Spieldauer mit über zwölf Minuten den üblichen Rahmen ohne erkennbaren Mehrwert sprengt. Vielleicht reichen Pens Songideen auf Dauer nicht für Archive und BirdPen, wenn mit "Axiom", "Restriction", "In the company of imaginary friends" seit dem Jahr 2014 Alben "am Fließband" produziert werden. Dabei habe ich "Unrestricted" (Archive Remix-Album aus 2015) und das für Oktober angekündigte "The false foundation" nicht einmal berücksichtigt.

Eclat meint:
„O' Mighty Vision“ ist aus einem Guss, aber recht langweilig und banal. Größtenteils nur zusammengeschusterte Keyboardflächen, das war es. Es fehlen die cleveren Elemente, die schön zusammengepuzzelten Aufbauschemata der Songs oder zumindest so etwas wie Hits, von denen es auf den bisherigen Alben immer ein paar gab. „O' Mighty Vision“ dagegen ist blass. Hier sollte der Inhalt über die Verpackung hinaus wirken – mit mäßigem Resultat.
Das Video zum Titelsong: