Donnerstag, 12. Mai 2016

LUH - Spiritual Songs For Lovers To Sing























Ellery Roberts schein ein Faible für Majuskeln und Abkürzungen in Bandnamen zu haben, denn nach WU LYF gründete er LUH. Bei seiner ersten Band, deren Sound er mit seinem quengelnd-kratzigen Gesang entscheiden prägte, standen die Großbuchstaben stellvertretend für "World Unite Lucifer Youth Foundation", bei dem mit seiner Freundin, der niederländischen Künstlerin Ebony Hoorn, gegründeten Duo kürzen sie "Lost Under Heaven" ab. 




LUH verstehen sich als Multimedia-Projekt und bemühen sich Elemente aus Folk, Shoegaze, Electronica und Pop zu verbinden, das gelingt mal mehr, mal weniger gut ("$ORO"), ist aber bei einer Auswahl an 12 Songs und einer Laufzeit von einer Stunde zu verschmerzen.




Sie arbeiten sich an einem thematischen Überbau rund um Kapitalismuskritik und Transhumanismus ab und haben dieser Tage ihr von Bobby Krlic, aka The Haxan Cloak (Björk, Health), mitproduziertes Debütalbum namens "Spiritual Songs For Lovers To Sing" über Mute Records veröffentlicht, das vielerorts tolle Kritiken erhält. Da muss man schon eine Weile suchen, um einen Miesepeter zu finden:


So wohlüberlegt die philosophischen Betrachtungen, die das Duo in Stücken wie „Future Blues“ oder „First Eye To The New Sky“ anstellt, auch sein mögen, in der Musik finden diese oft virtuosen Gedankengebäude nur wenig Entsprechungen. Die Symbiose aus sphärischen Popklängen, vermischt mit dezenten Folk- und Rockanleihen sowie Elektroniksounds klingt über weite Strecken seltsam blutleer. Da hilft auch der Einsatz von Auto-Tune und massiven Verfremdungseffekten nur bedingt weiter, mit denen LUH immer wieder die Songstrukturen aufbrechen. Zu den schönsten und intimsten Momenten, die dieses Albums bereithält, zählen vor allem Songs wie die introvertierte Ballade „Loyalty“, bei der das Duo auf alle klanglichen Gimmicks verzichtet und vollkommen zu sich selbst findet. Und da stört selbst der oft mit zu viel Pathos aufgeladene Gesang von Ellery Roberts kaum.

Aufgenommen haben LUH ihr Album übrigens in aller Abgeschiedenheit auf der Insel Osea, einem kaum bewohnten Flecken Marschland an der englischen Ostküste. Und irgendwie klingt diese Platte auch nach dauerhaft schlechtem Wetter und eher depressiver Stimmung.
(musikexpress)





LUH in Deutschland:

24.05.16 Köln, Yuca
25.05.16 München, Storm
26.05.16 Hamburg, Nachtyasyl
27.05.16 Neustrelitz, Immergut Festival


2 Kommentare:

Lukas hat gesagt…

Mein bisheriges Lieblingszitat zu $ORO: "die erste Hymne eines post-everything anarchist Futurepunks."

http://blogs.taz.de/popblog/2016/05/06/song-der-woche-luh-oro/

Dirk hat gesagt…

Casper, bist du es? 6,5 Punkte