Montag, 12. Oktober 2015

Hurts - Surrender
























Ich gestehe: Der 80er-Jahre-Retro-Charme von "Happiness" sowie dessen starke Singles "Wonderful Life" und (das mir noch besser gefallende) "Better Than Love" konnten mich durchaus für Hurts begeistern. Der Pet Shop Boys-Look des Plattencovers schürte zudem die Hoffnung, dass es sich bei Theo Hutchcraft und Adam Anderson um ein Synth-Pop-Duo handeln könnte, an dem wir langfristig Freude haben könnten.

Diese wurde mit dem Nachfolger "Exile" jedoch bereits getrübt.

Nun steht das dritte Album in den Plattenläden und man muss einfach allen Käufern von "Surrender" gratulieren - zumindest denjenigen, die sich für die Standardversion entschieden haben, da diese nach gut 33 Minuten überstanden ist. "Schlimmer geht's immer" ist nämlich in diesem Fall gleichbedeutend mit "Deluxe Edition" und drei weiteren Songs, die die Leidenszeit auf eine Dreiviertelstunde ausweiten. Was einem beim Hören von "Surrender" bevorsteht, beschreibt der musikexpress recht treffend und wird noch einmal überhöht, wenn man der Kritik den Werbetext von Sony Music entgegensetzt:

Sony: "Surrender" heißt ihr drittes Album, das erneut den Hurts-Spirit – diese anmutige Größe und stylische Breite – zelebriert, den die Band zu ihrem außergewöhnlichen Erfolg brachte. 
Musikexpress: Vor fünf Jahren hegten einige Menschen durchaus den Gedanken, Theo Hutchcraft und Adam Anderson könnten der Popmusik etwas Erbauliches hinzufügen. Sie waren durch deren Debüt-Smasher „Wonderful Life“ wohl kurzzeitig benebelt. Und erinnern sich heute mit einem Gruseln daran. Denn Hurts sind inzwischen längst anerkannt als Dudel funk-Interpreten, die sich, grundiert im Synthesizer-Pop und allgemein in der Hitparadenmusik der Achtziger, im Prinzip mit allem bespielen lassen, was ihnen von Produzenten einprogrammiert wird.
Sony: Hurts haben sich für "Some Kind Of Heaven" erneut mit ihrem langjährigen Kollaborateur Jonas Quant zusammengetan, um dieses glorreiche Stück Pop-Musik mit seinen erhabenen Vocals und dieser unglaublich ansteckenden Hook zu produzieren. Neben ihrer musikalischen Arbeit mit Quant steckten Hurts jetzt auch die Köpfe mit Grammy-Produzent Stuart Price (Madonna, The Killers, Take Thank) und Ariel Rechtshaid (Haim, Vampire Weekend) zusammen, um an dem Sound ihres heiß ersehnten, dritten Albums "Surrender" zu feilen.
Musikexpress: Ihr aktueller Beraterstab mit Langzeit-Partner Jonas Quant, Stuart Price (Madonna, The Killers) und Ariel Rechtshaid (Haim, Vampire Weekend) hat sich auf ihrem dritten Album nun für eine leicht Dance-lasterige Version des Grundsounds entschieden. Also kommen zu Theos Drama in der Stimme und den auf- und abschwellenden Synthesizern noch ein paar Breaks mit akzentuierter Bassdrum zum Hände-in-die-Luft-Strecken – und dazu singt Hutchcraft mit Frauen im Chor wiederholt „Oh-ooh!“, weil man das aktuell so macht in den/für die Charts. Aber auch auf Hochzeitsmarsch-Tempo eingebremste Kitschsocken und Discofoxler mit Rest-TÜV kriegen hier frische Pürierkost in die Löffel. Schmatz, schmatz!





They aim at big pop drama, at hooks and drops, at fist-in-the-air moments, and head-in-your-hands ballads. It’s a noble aim, and they’ve got there before, especially on their early singles, so it’s a shame that Surrender fails quite spectacularly. Never has such drama been so, so boring. Rarely has such sturm and drang felt so unremarkable. 
(Drowned In Sound)




'Surrender' begins with a stirring gospel-tinged intro and features some of the most euphoric pop songs Hutchcraft and Anderson have ever written. 'Nothing Will Be Bigger Than Us' is an EDM-flecked ode to togetherness, 'Kaleidoscope' gleefully pilfers the synth sounds from Fleetwood Mac's ’80s earworm 'Little Lies' and 'Some Kind Of Heaven' is a fist-pumping love song to rival The Killers. Though 'Why' features some pretty anguished lyrics ("If this is love, why does it hurt so bad?"), they're housed in a rousing chorus Coldplay would be proud of. 
It’s not all swagger and bombast though. 'Wish', a relatively restrained piano ballad, and 'Lights', a slinky electro-funk nugget which sounds it like it belongs in an ’80s rom-com, prove Hurts can pull off subtle when they want to. But because gloomy electro-R&B tunes 'RollingStone' and 'Slow' are less entertaining in comparison, it's difficult to ignore their slightly iffy lyrics. "But all I can think when you take off your mink is it's over", Hutchcraft sings on the latter, sounding more sulky Peter Stringfellow than sophisticated modern pop star. Thankfully, these two misfires can’t spoil an album packed with skyscraping highlights.
(NME)




Hurts live:

19.02.2016 Köln, Palladium
21.02.2016 München, Kesselhaus
22.02.2016 Zürich, Maag Halle
26.02.2016 Wien, Gasometer
15.03.2016 Berlin, Tempodrom
16.03.2016 Wiesbaden, Schlachthof


4 Kommentare:

Volker hat gesagt…

6,5

Ingo hat gesagt…

Bei solch uninspiriertem Unfug kann man sich nur ergeben. 4,5 Punkte

Miss Shapes hat gesagt…

Sorry, das war die schlimmste CD, die ich dieses Jahr rezensieren musste. Es schmerzte: 2 Punkte (nur für die Erinnerung an "Wonderful Life")...

Dirk hat gesagt…

Schlechter als das neue Album von Coldplay. Sogar noch schlechter als das neue Album von Duran Duran.

3,5 Punkte