Sonntag, 12. Juli 2015

Flo Morrissey - Tomorrow Will Be Beautiful
























Heute erfahren wir, warum es besser ist, bei der Inszenierung als Blumenkind nicht auf Schlafmohn, Baldrian, Passionsblume und Lavendel zu setzen.

Gerade einmal 15 Jahre alt war Flo Morrissey, als sie den Song "Show Me" komponierte, ihn über eine Videoportal der Öffentlichkeit zugänglich machte und prompt von Aram Goldberg, dem Manager von Devendra Banhart, entdeckt und zu Glassnote Records (Mumford & Sons, Daughter) vermittelt wurde. Dieser Song eröffnet nun auch "Tomorrow Will Be Beautiful", das Debütalbum der mittlerweile 20-jährigen, hoch gelobten Londonerin. 

Zusammen mit dem Produzenten Noah Georgeson (Devendra Banhart, Joanna Newsom, Cate Le Bon) wurden in Los Angeles 10 Songs aufgenommen, die die Engländerin zwischen dem orchestralen Dreampop ("If You Can't Love All This Goes Away", "Betrayed") einer Lana del Rey und einer entrückten Ausgabe des Freakfolks ("Wildflower"), wie ihn Joanna Newsom, Devendra Banhart und die wiederentdeckte Vashti Bunyan vor einigen Jahren zu einem Phänomen werden ließen, positionieren. 

Schlechte Kritiken findet man im Grunde keine zu "Tomorrow Will Be Beautiful" und so weist Metacritic aktuell einen Score von 75/100 aus. Aber häufig liest man aus den guten Reviews, die zudem häufig die Namen Nick Drake, Kate Bush, Karen Dalton, First Aid Kit und Jeff Buckley als Vergleiche heranziehen, ein wenig Enttäuschung heraus, denn offensichtlich hatte man sich von der als Wunderkind gehandelten Flo Morrissey mehr erhofft. Schöne Platte, keine Frage, aber leider auch etwas spannungsarm und einschläfernd - was bei der Wirkung der eingangs erwähnten Pflanzen auch niemanden verwundern dürfte. 


True, Morrissey’s voice can sigh and plead with the best of them – but for the most part her songs are gossamer-thin. Occasionally she stops keening and cooing and reveals a more interesting voice, slightly plummy, like Vashti Bunyan. “I can’t be a part of this villainy,” Morrissey sings on single Pages of Gold, in a line worthy of her namesake. Tomorrow almost certainly will be as beautiful for Flo Morrissey as her album title avers. But one longs for something more than mere prettiness, which over the course of a whole album becomes a bit glutinous.
(The Guardian)




TOMORROW WILL BE BEAUTIFUL ist ein cineastisch angehauchter Erstling geworden, was besonders in der wunderbaren Vorab-Single „Pages Of Gold“ und dem großartigen „If You Can’t Love This All Goes Away“ deutlich wird: Großflächige Streicher, ein jazziges Schlagzeug und diese für eine so junge Frau so alt und weise anmutende Stimme wirken auf den Hörer ein und erschaffen eine wohlige Atmosphäre, der man sich schwer entziehen kann. Das ist Musik, die gemacht wurde, um uns große Dramen näher zu bringen. Und wenn man sich dabei etwas an Lana Del Rey erinnert fühlt, dann schadet das kein bisschen.
(Musikexpress)


Das Gesamtwerk "Tomorrow will be beautiful" schwebt, driftet wohlig umher in einer sepiafarbenen Umlaufbahn, manchmal aber wünscht man sich eine Stecknadel, die sticht, Volumen nimmt und kaum mehr überlässt als Akustikgitarre, Folk-Song und Morrisseys Stimme. Liegt wohl am Nachnamen. Da erwartet man automatisch mehr. Vielleicht sogar mehr als ein zweifelsfrei bezauberndes Debüt.
(Plattentests)


1 Kommentare:

Dirk hat gesagt…

Schön langweilig.

4,5 Punkte