Freitag, 21. November 2014

Damien Rice - My favourite faded fantasy

 




















Einige Songs von Damien Rices Debüt “O” (Platz 32 der besten Alben der Jahre 2000 - 2009 bei PvG) haben sich seit 2002 für mindestens zwölf Jahre in mein Gehirn eingebrannt. Diese gefielen mir so gut, dass die vier Jahre Wartezeit bis zur Veröffentlichung des Nachfolgers “9” schon recht lange erschienen. Auch “9” war ein starkes Album, aber die Wirkung von “O” erreichte es bei mir nicht. Zur Strafe ließ der irische Musiker uns nun sogar acht Jahre auf “My favourite faded fantasy” warten.

Schon die mit gut zwei Dutzend Musikern beeindruckend lange Liste der Mitwirkenden lässt vermuten, dass Damien Rice sich für “My favourite faded fantasy” nicht allein auf die Wirkung seiner Akustikgitarre verließ. Die Aufnahmen fanden auf Island statt und Damien Rice lud gefühlt JEDEN isländischen Musiker in sein Haus mit Studio ein um an seiner Musik zu basteln. Da sind eine stattliche Anzahl von Bläsern und Streichern angetreten, seinen Songs einen dicht gewobenen Klangteppich zu verschaffen. Doch auch unter diesen Bedingungen bewahrt Rice noch einige intime bis filigrane Atmosphäre. 

Unter den zahlreichen Gästen sind u.a. Helgi Jónsson und dessen Freundin Tina Dico sowie Markéta Irglová. Den Weggang von Lisa Hannigan können diese m. E. aber nicht komplett kompensieren. Rick Rubins Beitrag als Produzent erscheint mir eher unauffällig.

Ich finde man spürt das Herzblut, welches Rice in “My favourite faded fantasy” gesteckt hat.  Wer auf der Suche nach ein paar locker-fluffigen Songs ist, wird hier nicht fündig werden. Aber wer sich Zeit nimmt und die Muse findet, wird sicher einiges entdecken können. Doch während Rice sich und seine Songs auf “O” zurückhaltend unter die Lupe seiner Hörer begab, versucht er nun mit einem Megafon in der Hand die gleiche Wirkung zu erzielen. Das funktioniert nicht ganz. Trotzdem ist “My favourite faded fantasy” keine echte Enttäuschung und ich möchte nun wirklich nicht 16 Jahre auf den Nachfolger warten müssen.

Anspieltipps sind “It takes a lot to know a man”, “The greatest bastard”, “I don’t want to change you” und “Long long way”. 

“I don’t want to change you”:

“My favourite faded fantasy” wird in diversen Editionen angeboten und auch die limitierte Auflage in einer Holzbox ist noch verfügbar.

4 Kommentare:

Ingo hat gesagt…

7,5 Punkte

Volker hat gesagt…

Er kann es noch, er kann es noch

8,5 Punkte

Dirk hat gesagt…

8 Songs, 8 Punkte. Hättest du doch mehr auf dieses Album gepackt, Damien!

U. hat gesagt…

8 Punkte.