Sonntag, 10. August 2014

Jenny Lewis - The Voyager



















Das Ende von Rilo Kiley liegt mittlerweile drei Jahre zurück, deren letztes Album "Under The Blacklight" bereits deren sieben. Jenny Lewis' letzte musikalische Veröffentlichung trug den Titel "I'm Having Fun Now", stammt aus dem Jahre 2010, entstand in Zusammenarbeit mit ihrem Freund Jonathan Rice und erschien unter dem Künstlernamen Jenny and Johnny. 
Es wird also Zeit für ein neues Album der 38jährigen Jennifer Diane Lewis! 

Das 40-minütige "The Voyager" wird mit der Textzeile „I’ve been wearing all black, since the day it started“ eröffnet, jedoch lassen weder das bunte Plattencover noch die meist fröhliche, beschwingte Musik vermuten, dass Lewis in den letzten Jahren einerseits den Tod ihres Vaters als auch andererseits die Auflösung ihrer Stammband verarbeiten musste. Zusammen mit First Aid Kit, Beck, Ryan Adams und Jonathan Rice entstanden zehn melodiöse Titel ohne Ecken und Kanten zwischen 70ies West Coast-Klängen, Midtempo-Folk und Indiepop im Stile von Rilo Kileys letztem Album. 
Neben der Single "Just One Of The Guys", in deren Video u.a. Anne Hathaway und Kristen Stewart zu entdecken sind, würde ich "Head Underwater", "Love U Forever" und "The Voyager" als Anspieltipps nennen:



Immer wieder schimmern jene Folk- und Americana-Fragmente durch, die auch den Sound Rilo Kileys bestimmten. Americana-Erneuerer Ryan Adams wird als maßgeblicher Produzent ebenfalls seinen Teil dazu beigetragen haben. So setzt vor allem das letzte Drittel von „The Voyager“ auf Middle-West-Twang und Rock-Country.
Zuvor regiert die West Coast. Jenny Lewis’ liebreizender Gesang cruist zu aufgekratzten Soundflächen aus dumpfen Gitarren, blubberndem Bass und straighten Drums. Ein zuckriges Glockenspiel veredelt das von Beck (!) produzierte „Just One Of The Guys“, ein Schellenkranz das Stevie-Nicks-inspirierte „Late Bloomer“. Damit die Lebensfreude nicht überschäumt, sorgen verwaschen-verzerrte Sounds für die Vertiefung des vermeintlich Oberflächlichen. „Slippery Slopes“ rockt mit seinen knarzenden Gitarren eher in Surf-Manier, das bereits erwähnte „Just One Of The Guys“ setzt den Motown-Girlgroups die rotzige Garage-Attitüde von Bands wie Vivian Girls oder Best Coast entgegen.
Manche Künstler entwickeln sich durch Neuerfindung. Jenny Lewis dagegen ist das gelungen, was Kunst eigentlich ausmacht: dem ureigenen Stil durch innere Häutung auf die Spur zu kommen. „The Voyager“ ist das bemerkenswerte Ergebnis dieses Prozesses.
(byte.fm)

nicht so sehr der countrylastige der letzten jahre, sondern eher die weitgefächerte variante – ein bisschen knopfler in ‘ she’s not me ‘ , etwas new order bei ‘ the new you ‘ und jede menge fleetwood mac – beim großteil klingt es ohnehin so, als hätte adams selbst in die saiten gegriffen. was ja beileibe nicht die schlechteste alternative wäre. und auch wenn es stellenweise durchaus wieder um ernste themen wie den tod ihres vaters, um die ewig wiederkehrenden vergeblichkeiten und enttäuschungen des beziehungslebens geht – jenny lewis hat nichts von ihrem trockenen humor verloren, schließlich ist sie nach wie vor, wie sie selbst sagt, eine große anhängerin der mary-poppins-methode – „a spoonfull of sugar helps the medicine go down“, zu hören und zu sehen im grandiosen ‘ just one of the guys ‘, entstanden in zusammenarbeit mit beck.

dort, wo lewis schon den rückspiegel für ihre betrachtungen wählt, kommen noch melancholie (das ‘coming of age‘ der frühen tage in ‘ late bloomer ‘) und trotzige zuversicht hinzu, allen notorischen schwarzsehern singt sie mit ‘ head underwater ‘ („there’s a little bit of sand left in the hourglass, there’s a little bit of fight left in the end“) und ‘ the new you ‘ ins gewissen. erwähnen sollte man noch, dass auch die geschwister klara und johanna söderberg zu gast sind – die schwedischen first aid kit, selbst große verehrerinnen von jenny lewis, dürfen den background des titelsongs verschönern, und der ist, auch hier muss man sich nicht zurückhalten, einfach traumhaft geworden.
(oh fancy)


2 Kommentare:

Ingo hat gesagt…

5 Punkte

Dirk hat gesagt…

Nettes Album, Jenny!

6,5 Punkte