Mittwoch, 22. Januar 2014

Matula - Auf Allen Festen



















Man singt Deutsch 03:

Ich gebe es gleich zu, wenn sich eine Band als Bandnamen den Namen eines prolligen Freitagabenddetektivs
gibt, wird das in einschlägigen Kreisen wahrscheinlich unter lässig abgeheftet, bei mir erweckt es in erster Linie dann aber doch negative Assoziationen. Matula also, und ganz dunkel im Hinterkopf regt sich etwas, eine Erinnerung, dass ich den Bandnamen doch schon mal gehört habe und tatsächlich, beim Blick in mein CD-Regal findet sich tatsächlich "Blinker", deren Album von 2010. Dass dieses Album dort eher verstaubte, rechne ich jetzt großzügig weniger seiner fehlenden Güte, denn der Tatsache an, dass bei mir nahezu keine CD mehr den Weg in den Player findet (Jahres-Compilations von geschätzten PvG-Kollegen mal ausgenommen). Beim Einlegen von Blinker wird mir aber auch ganz schnell klar, warum es bei mir aber auch kein Dauerbrenner wurde. Es hat so dieses Problem, dass ich mit vielen Alben habe, die ich mal in ein näheres Band-Sound-alike-Umfeld einordnen würde, sprich Adolar, Love A, Captain Planet etc., sie ermüden mich ungemein schnell weil sie mir meist zu wenig Abwechslung bieten, und die Balance von Singen und "Schreien", mir zu oft in Richtung "Schreien" verloren geht.

Umso positiver überrascht war ich, beim ersten Hören von "Auf allen Festen", dem neuen Album der Band aus Neumünster (btw gibt es eigentlich ein Gesetz, dass Kleinstadtbands sich vornehmlich in diese Richtung Gitarrenmusik mit punkigem Einschlag entwickeln müssen und in der Folge bei - natürlich -  einem meiner deutschen Lieblings-Label, GHvC, landen? (Anm. d. Red.: "Blinker" ist zwar im GHvC-Shop erhältlich, aber bei Zeitstrafe erschienen)). Die Melodien wirken plötzlich feiner, ausgeklügelter, umschmeicheln meine Ohren. Beginnt das Album mit "Tapete" und "Auf Allen Festen" schon sehr gut, kommt mit Song 3 "Schwarzweißfotos" ein absoluter HIT, der !Achtung Phrase! in einer besseren Welt im Radio rauf und runter laufen würde. Freunde von Kettcar würden sicher nicht abschalten.




Natürlich hat nicht jeder Track des Albums diese Güte, und so etwas wie "Der Makler" läuft dann bei mir auch schon mal unter "Totalausfall", dann aber hat es wieder so Grinsemomente wie beim Anfang von "Für ein Leben", wo ich dachte "Hey jetzt haben sie sich Mikroboy ins Studio geholt" und in den besten Momente des Albums, erinnern Matula mich von der Eingängigkeit her ab und an sogar an mein deutsches Lieblingsalbum 2013 "Das Ergebnis wäre Stille" von Herrenmagazin. Und auch die wurden ja von Platte zu Platte besser. Somit ist "Auf allen Festen", das am 21. Februar veröffentlicht wird, am Ende des Tages zwar sicher kein Großereignis, hat aber doch einige wirklich tolle Momente.

4 Kommentare:

Jörg hat gesagt…

Schön schrammeliger Indiepunkrock, ist live auch eine ganz sehenswerte Sache! Neben "Schwarzweissfotos" kommt auch "Kolombus" als kleiner Hit ganz gut. 7 Punkte

Ingo hat gesagt…

Im TV mochte ich Matula nicht besonders. Als Album.. geht so.... 6,5 Punkte

Volker hat gesagt…

7 Punkte

Dirk hat gesagt…

Indierock für den Jugentreff.

4,5 Punkte