Donnerstag, 5. September 2013

Nine Inch Nails - Hesitation marks

cover

Ein Bekannter verehrt die frühen Alben der Nine Inch Nails. Nach “The downward spiral” ging es aus seiner Sicht mit der Qualität der neueren Musik steil bergab. Sobald ich ihm von einer neuen NIN-Veröffentlichung berichtete kam von ihm nur die Frage “gibt es darauf wieder ’uff – tzz, uff – tzz’?”. Meist lautete meine Antwort: “Nicht so viel wie auf den ersten Alben.” Damit stand sein abwertendes Urteil fest. Ich vermute “Hesitation marks” wird ihm gefallen. Und das nicht nur, weil mit Russell Mills der gleiche Künstler das Cover wie für “The downward spiral” entwarf sondern weil sich Reznor ohne nostalgisch zu erscheinen auf einige alte Stärken besonnen hat.

Trent Reznor geht nun schon auf die 50 zu. In 25 Jahren mit den Nine Inch Nails brachte er es auf acht Studioalben. Seit “The slip” sind fünf Jahre vergangen. In der Zwischenzeit beschäftigte er sich mit seiner Familie, Soundtracks die ihm Oscar-Ehren einbrachten und seiner Band How To Destroy Angels. Während die letzten Nine Inch Nails-Alben durchaus an der Fortführung des Projektes zweifeln ließen, gewann Reznor durch seine Nebentätigkeiten (zuletzt “Welcome oblivion”) den notwendigen Abstand, um sich wieder auf seine NIN-Stärken zu konzentrieren. “Hesitation marks” ist das beste NIN-Werk seit “The downward spiral”, die Rückkehr zu einem Major Label und eine Reminiszenz an seine poppige Version von Industrial-Beklommenheit: Die Rhythmen wirken nach heutigen Maßstäben merklich entspannter als sie vor 20 Jahren geklungen hätten, Reznor tritt gezähmt auf und offensichtlich ist er souverän genug den ein oder anderen Song mit eindeutigem Augenzwinkern darzubringen. 

Pretty much amazing” über “Hesitation marks”:

Hesitation Marks is Nine Inch Nails’ eighth and unquestionably finest release since The Downward Spiral, an album that comes tantalizingly close to the band’s peak without having to be graded on a curve. Trent Reznor, always a deceptively tuneful songwriter at heart, used to subvert the power of his melodies with ear-ripping abrasion or the breathtaking pain of his lyrics. He eschews obfuscation on Hesitation Marks and fashions his new songs from the melody up: a handful are superb, the rest just good. Even at its weakest, which means at times tedious and, like every Nine Inch Nails album before it, too long, Hesitation Marks finds Reznor bracingly reinvigorated.

Natürlich gibt es “Hesitation marks” in diversen LP- und CD Ausgaben. Zusätzlich stellt Reznor auch ein alternatives Mastering zur Verfügung, welches den Bedürfnissen seiner audiophilen Fans gerecht werden soll.

“Copy of A”, “Came back haunted”, “Everything”, “Satellite”, “Various methods of escape” und “In two” sind die stärksten Tracks auf “Hesitation marks”.

Das Video zu “Came back haunted”: