Mittwoch, 19. September 2012

Ben Folds Five - The Sound Of The Life Of The Mind



























Comebacks, auf die die Welt gewartet hat, oder? (VII)

Ben Folds Five gründeten sich 1993 in Chapel Hill, North Carolina, und müssten eigentlich Ben Folds Three heißen, denn die Band besteht aus Ben Folds (Gesang, Piano), Robert Sledge (Bass) und Darren Jessee (Schlagzeug). Sie veröffentlichten zusammen zwischen 1995 und 1999 vier Alben, von denen sich "Whatever And Ever Amen" am besten verkaufte (Platin in den USA) und das abwarf, was einem Single-Hit noch am nächsten kommt ("Brick").
2000 sollte das Ende von Ben Folds Five kommen. Ben Folds startete daraufhin eine erfolgreiche Karriere als Solokünstler und Produzent (Amanda Palmer, William Shatner).

Nach einigen Reunion-Konzerten 2008 und ersten neuen gemeinsamen Aufnahmen 2011 gibt es nach fast 13 Jahren nun mit "The Sound Of The Life Of The Mind" wieder ein neues Album der Band. Nachdem ihr langjähriger Produzent Caleb Southern verhindert war, nahmen sie zusammen mit Joe Pisapia  innerhalb weniger Wochen zahlreiche neue Titel auf, von denen 10 auf dem neuen Album zu finden sind. Bis auf "Sky High" (Darren Jessee) und den Titelsong, dessen Text bereits in Zusammenarbeit mit Nick Hornby ("Lonely Avenue, 2010) entstand,stammen alle Titel aus der Feder von Ben Folds.
Über PledgeMusic wurde Geld für die Aufnahmen generiert und für das Artwork konnte der bekannte Künstler Eric Joyner gewonnen werden.   

"The Sound Of The Life Of The Mind" bietet den gewohnten Piano dominierten Alternative Rock, der relativ schnell den Wunsch nach einer Gitarre wecken kann. Auch wenn ich früher schon immer an Billy Joel, Elton John oder Supertramp denken musste, so gab es doch viele, die die ersten Platten von Ben Folds Five sehr schätz(t)en (insbesondere "The Unauthorized Biography Of Reinhold Messner"). An diese frühere "Glanztaten" vermag das aktuelle Album trotz aller nostalgischen Anwandlungen sicherlich nicht heran zu reichen, dennoch hat sich die Reunion Dank des Video mit den Fraggles zu "Do It Anyway" bereits gelohnt:




Jan Wigger vom Spiegel ist begeistert:
"The Sound Of The Life Of The Mind" ist ein Meisterstück, ein aus dem Ärmel geschüttelter Festakt, der die skandinavischen Hut-und-Hocker-Weichlinge links und rechts von der Straße spült, und eine subtile, geistreiche Studie über Elastizität und Zerbrechlichkeit von Gefühlen. "On Being Frank": Einer der rührendsten und großartigsten Songs, die der Mann am Klavier jemals verfasst hat. "The Sound Of The Life Of The Mind": A sort of homecoming, leichthändig, unverfroren, wehmütig, also so wie "Whatever And Ever Amen" oder Joe Jackson zwischen 1980 und 1982. "Draw A Crowd": Der größte Spaß seit "Superbad". "Hold That Thought": Reine Melancholie mit der preiswürdigen ersten Zeile "She broke down and cried at the strip mall acupuncture/ While the world went on outside." Dazu "Sky High", der geteilte Himmel, zieh' das Piano ab und es ist "Every Breath You Take". Zum Schluss ein letzter Seufzer, ein Nachtlied zu einem Satz, der niemals stimmt: "Thank You For Breaking My Heart": "Yeah, I want a different answer/ So I ask you once again/ But the truth's in the silence/ And this time I got it/ It's over." Die Literatur greift immer dem Leben vor. Lauf, wenn du kannst.

2 Kommentare:

Olly Golightly hat gesagt…

7 Punkte

Dirk hat gesagt…

Comebacks, auf die die Welt gewartet hat, oder? (7)

Gut, dass sie sich damals nich Ben Folds Seven oder Eight genannt haben! So weiß man nämlich direkt, in welcher Pnkteregion die Bewertung anzusiedeln ist:

5,5 Punkte