Freitag, 1. Juni 2012

Regina Spektor - What We Saw From The Cheap Seats


























Wie The Temper Trap konnte sich auch Regina Spektor hier 2009 in die  Liste der besten Platten des Jahres eintragen: Mit einem Punktedurchschnitt von 7,33 landete "Far" auf Rang 49. Im Gegensatz zu den Australiern gingen bei der in Russland gebürtigen New Yorkerin jedoch bereits 4 Alben voraus.

Nun folgt mit "What We Saw From The Cheap Seats" das sechste Album von Regina Spektor, für das sie neben neuen Songs auch auf Lieder zurück griff, die bereits seit Jahren auf ihren Konzerten auftauchten, bisher aber noch nie aufgenommen worden waren, wie zum Beispiel "Oh Marcello". "Ne Me Quitte Pas" wurde zwar bereits vor 10 Jahren auf dem Album "Songs" veröffentlicht, hier war die Künstlerin aber mit dem Ergebnis nicht zufrieden, so dass der Song nun als "Don't Leave Me (Ne Me Quitte Pas)" umringt von 10 weiteren Liedern erneut auftaucht. 

Zwischen zumeist schwermütigen, emotionalen Balladen ("Small Town Moon", "How") und ebenfalls vom Piano dominierten dramatischen Uptempo-Songs ("All The Rowboats") zeigt sich Regina Spektor experimentierfreudig: hier singt sie mit starkem Akzent, dort französisch, dann baut sie den Klassiker "Don't Let Me Be Misunderstood" mit ein, imitiert einen 80er-Jahre Drum-Sound oder ist immer wieder für stimmliche Kapriolen zu haben. Dadurch wirkt das Album jedoch phasenweise recht zerfleddert und verfahren.   

Mit "Call Them Brothers" und den beiden ins Englische übersetzte Songs "The Prayer Of François Villon" und "Old Jacket" von Bulat Okudzhava liefert die Deluxe Edition noch 3 Titel für Sammler.

Trotzdem darf man Cheap Seats als neues Album bezeichnen. Die Pianistin hat zwischendurch immer wieder Stücke geschrieben, die sie erst nicht veröffent lichen wollte. Als sie sich im Sommer des vergangenen Jahres mit Produzent Mike Elizondo im Studio in Los Angeles traf, hat sie einige von diesen alten Songs neu aufgenommen und ein paar aktuelle hinzugefügt. Man muss Regina Spektor dafür loben, dass sie auch auf diesem Album künstlerischen Überernst vermeidet. Spektor kokettiert mit Kindlichkeit, holt mal übermäßig stark Luft und imitiert Trompetengeräusche. In diesen Momenten wirkt sie wie aufgedreht, aber nicht albern. Wer es sensibel mag, bekommt in „How“ eine herzergreifende Geschichte über einen Lover präsentiert, den man nicht so leicht vergessen kann.
(Musikexpress)


Aufgrund ihrer Finesse und Vielfalt wird der Spektor ja reflexartig hinterhergeschrieben, dass sie über irrsinniges Talent gebiete. Das tut sie auch. Doch verführt Talent häufig dazu, das Vielkönnen in Zuvielwollen zu überführen. Und genau dieses Zuvielwollen wird hier oft zum Problem. Spektor will alles: lustig sein und anrührend, zärtlich und donnernd. Sie will feine Popsongs singen und ironisch von der Off-Bühne hinabzwinkern. Dennoch klingt sie oft nur harmlos und desorientiert. Produzent Mike Elizondo (Eminem, Fiona Apple) hat viele dieser Songs live im Studio aufgenommen. Zu hören ist das nicht unbedingt.
(Rolling Stone)

Regina Spektor kommt für einen Termin nach Deutschland:

22.07.12 Berlin, Tempodrom

6 Kommentare:

gudrun.thaeter hat gesagt…

Ich warte schon sehnsüchtig auf das Album. Wertung kommt dann sicher!

Christoph W. hat gesagt…

Leider wesentlich schwächer als die Vorgänger.

5 Punkte

Dirk hat gesagt…

Ich habe auch schon deutlich bessere Alben von der Dame gehört.

6 Punkte

U. hat gesagt…

Ich mach' mit: 6 Punkte.

Gudrun hat gesagt…

Bisschen enttäuscht. Deshalb von mir auch nur 6 Punkte.

Volker hat gesagt…

Das Album kommt viel zu schlecht weg. Wusste gar nicht, dass sie solche Hits wie "All The Rowboat" "Firewood" oder "Don't Leave me " im Repertoire hat. Früher war mir die Dame einen Tacken zu schräg. Vielleicht muss ich mir auch "Far" mal anhören (oder hab ich das damals?)

7,5