Sonntag, 26. Februar 2012

Pretty Mery K - Oh

























7 Tage - 7 Platten - 7 Länder

Heute: Deutschland

Können Elliott Smith-Hörer schlechte Menschen sein? Und kann eine Band, die sich nach einem Elliott Smith-Song benennt, schlechte Musik machen?

Pretty Mery K aus Dresden und Hamburg geben uns darauf mit ihrem Debütalbum "Oh" eine Antwort. Dabei bezieht sich der Bandnamen einerseits auf den Smithschen Songtitel ("Pretty Mary K") und andererseits auf Sängerin Meryem Kilic. Ihr drei Mitstreiter sind Michael Fromme (Schlagzeug), Dirk Häfner (Gitarre) und den Hamburger Ben Schadow (Bass), der auch in der Band von Bernd Begemann spielt und ein eher ruhiges Mitglied der Flimmerfreunde ist.

"Oh" liefert unaufdringlichen, zerbrechlichen, meist melancholischen, akustischen Folkpop, der dem Jazz recht nahe steht. Kein Wunder, schließlich studierte Meryem Jazzgesang an der Dresdener Musikhochschule und auch mindestens zwei ihrer Mitstreiter (und Kommilitonen), denen sie zum ersten Mal Ende 2009 im Jazzclub Tonne auffiel, fühlen sich in jazzigen Gefilden sehr wohl.
Pretty Mery K traten erstmals Anfang 2011 gemeinsam live auf und nutzten die Zeit davor, um Songs zu schreiben und diese während der Proben und später im Studio immer weiter auszufeilen und detailverliebte Ideen einzubauen. Von 16 aufgenommenen Songs schafften es 10 auf das Debütalbum, das über ein startnext-Projekt mit der Unterstützung von Freunden und Fans finanziert wurde und nun am 28. Februar erscheinen wird.



Ein locker aus der Hand geschüttelter Beat, schmeichelnde Streicher und ein verspielter Gitarrenlauf sind das Grundgerüst für den ganz besonderen Gesang von Meryem Kilic. Eine Stimme, die ihre Jazzwurzeln nicht verleugnet, aber auch naiv jugendlich tirilieren kann, als stünde da nicht die studierte Musikerin am Mikrofon sondern das Mädchen von nebenan.

Dieses Wechselspiel von Pop zu Folk zu Jazz zieht sich nicht nur in der Stimme durch die gesamte CD und macht es ehrlich gesagt gar nicht so einfach, das passende Klangbild für “Oh” in Worte zu fassen. Die ersten Songs verleiten dazu, sich auf eine entspannte und Lächeln hervorzaubernde Folk-Version britischer Prägung einzustellen.

Ausgerechnet ab “happy” wird es dann aber vertrackter, unbequemer, düster. Spätestens hier wird jedem klar, dass absolute Ausnahmekönner am Werk sind und “Oh” keine Nebenbei-Platte ist, sondern sehr viel Aufmerksamkeit verlangt:

“Oh” ist eben kein poppiger Neo-Folk, wie er zur Zeit an allen Ecken sprießt, sondern ein sehr poppiges, Jazzalbum mit den Stilmitteln des Folks. Ein Album, das mit drei Songs beginnt und sich dann zum konzeptionellen Gesamtkunstwerk auswächst, für das man die richtige Stimmung braucht und einen sehr schweren und sehr guten Rotwein. Der ideale Begleiter für einen Abend mit dem Fotoalbum.




Pretty Mery K auf Tournee:

8.02.12 Dresden - Societätstheater (Releasekonzert)
29.02.12 Hildesheim - Club VEB
01.03.12 Halle - Brohmers
02.03.12 Leipzig - Horns Erben
03.03.12 Eberswalde - Studioclub
04.03.12 Berlin - Privatclub
07.03.12 Münster - Teilchen und Beschleuniger
08.03.12 Kiel - Prinz Willy
09.03.12 Lübeck - Blauer Engel
10.03.12 Hamburg - Grüner Jäger
29.03.12 Bochum - Ebstein
30.03.12 Düsseldorf - Forum Freies Theater
31.03.12 Bielefeld - Verve
01.04.12 Köln - Theater der Wohngemeinschaft
03.04.12 Stuttgart - Zwölfzehn
05.04.12 Freiburg - White Rabbit
06.04.12 Mannheim - Mohawk
07.04.12 Hof - Kunstkaufhaus
08.04.12 München - 8Below

2 Kommentare:

Ingo hat gesagt…

7 Punkte

Dirk hat gesagt…

Hinterlässt leider keinen bleibenden Eindruck bei mir.

5 Punkte