Yeasayer - All Hour Cymbals




In der aktuellen intro müssen wohl noch ein paar Seiten frei gewesen sein, denn unter der Überschrift „Das Hippie-Comeback“ wird ein nicht mehr ganz frisches Thema aufgegriffen und Bands von damals (Cream, The Byrds, Creedence Clearwater Revival u.a.) und heute (Fleet Foxes, MGMT, Yeasayer u.a.) werden gegenübergestellt.
Dabei fiel mir auf, dass mit „All Hour Cymbals“ ein erwähnenswertes Album hier nicht nur letztes Jahr einfach übersehen wurde (denn es wurde bereits am 23.10.2007 in den USA und kurze Zeit später in Europa veröffentlicht), sondern dass ich die Yeasayer auch bei meiner Haldern-Runde schlicht vergessen hatte. Es ist also höchste Zeit diesen Fehler zu beheben:




„2080“ Later with Jools Holland Video; MP3


Chris Keating (Gesang, keyboards) und Anand Wilder (Gitarre, Gesang) zogen von Baltimore nach New York, wo sie gemeinsam mit Ira Wolf Tuton (Bass) und Luke Fasano (Schlagzeug) die Band Yeasayer gründeten. Über ihr MySpace-Profil, diverse Blogs und ihren Auftritt beim SXSW Festival erlangten sie erste Aufmerksamkeit. Sie selbst beschreiben die Musik ihres Debüts als „Middle-Eastern-Psych-Pop-Snap-Gospel“, was die Sache schon ziemlich genau trifft, denn zu ihrer Mischung aus Rock und psycheldelischem Pop gesellen sich hier in Form von mehrstimmigen Gesängen und Ethnobeats Anleihen von Folk und Weltmusik, ebenso wie Einschläge von Elektro und 80ies Sounds durch den Einsatz von Keyboards. Der Musikexpress versuchte diesem kunterbunten Gemisch mit Hilfe zahlreicher Referrenzen Herr zu werden:

Was Yeasayer darauf machen, müsste man Weltmusik nennen, wenn dieser Begriff in Bescheidwisserkreisen nicht so furchtbar diskreditiert wäre. Der Sound der Brooklyner Visionäre speist sich aus allen Kontinenten dieser Erde, gerät manchmal aufs Terrain afrikanischer Stammesgesänge und lässt keine Berührungsängste mit unterschiedlichsten Musiktraditionen zu. Darunter liegen Bässe und Drums wie direkt aus dem New Wave, darüber säuselnde Stimmen aus der Ära Boston, ELO, 10cc. Midlake sind ähnlich mit solchen Verweisen umgegangen, TV On The Radio, M.I.A. und Beirut pflegen einen vergleichbaren Zugang zu den Musikkulturen dieser Welt. Yeasayer nennen nicht nur Leonard Cohen als bedeutenden Einfluss, sondern auch Phil Collins (man vergleiche "Sunrise" und "In The Air Tonight"!), Cindy Lauper und Prince. All das macht Sinn, so bald man sich auf die seltsam elektrisierende Musik von Yeasayer eingelassen hat, die ganz zeit- und ortlos ist und doch so trefflich von der Welt und unserer Zeit erzählt wie weniges sonst.
(Musikexpress)





„Sunrise“ Later with Jools Holland Video; MP3

Kommentare:

Dirk hat gesagt…

Heute ein Blick auf das „Hippie-Comeback“:

Ob bei der Entstehung dieses Albums wohl Drogen im Spiel waren???

7 Punkte

Ingo hat gesagt…

Vielleicht bei der Entstehung... während meines Plattenkonsums nicht. Daher nur 5,5 Punkte von mir.

oliver r. hat gesagt…

Ich bin hinsichtlich der Benotung eher mit Dirk auf einer Linie. Wenn Drogen im Spiel gewesen sein sollten, wirkte der Stoff am Anfang besonders gut, denn die ersten drei Songs Sunrise, 2080 und Wait For The Summer sind eindeutig die besten Lieder des Albums, danach wird es etwas schwächer.

-7- Punkte

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