Sonntag, 10. Juli 2016

Linda Guilala - Psiconáutica























Für das Veranstalten von Konzerten im heimischen Wohnzimmer muss man schon ein wenig Enthusiasmus mitbringen und bereit sein, den ein oder anderen Euro aus der eigenen Tasche sowie etwas Zeit zu investieren. Wir waren bisher acht Mal so verrückt und wurden dafür zu Hause mit tollen Auftritten von Pelle Carlberg, Enno Bunger oder zuletzt Dirk Darmstaedter beglückt. 

Das lässt sich natürlich nur steigern, wenn man die eigenen vier Wände verlässt, gleich mehrere Bands einlädt und diese auch noch extra aus einem anderen Land anreisen lässt. 
So geschehen, bei Christoph vom Konzerttagebuch, der Anfang des Jahres gleich drei spanische Indie-Bands ins Kölner Tsunami bugsierte und nebenbei noch Instrumente und Unterkunftsmöglichkeiten organisierte!      

Bei When Nalda Became Punk wusste ich bereits vorher, dass sie mir gefallen würden und die nach  Trembling Blue Stars klingenden The Royal Landscaping Society konnten mich ebenfalls überzeugen. Das traf auf die mir live zu punkrockigen Linda Guilala leider nur bedingt zu. Doch nun lassen Eva María Lopez Castro und Iván González Gancedo ihr zweites Album folgen, wandeln darauf auf den Spuren von My Bloody Valentine, Spiritualized und The Jesus & Mary Chain und können mich auf diesem Wege begeistern.

"Psiconáutica" liefert in etwas weniger als einer Dreiviertelstunde gleich 20 Lieder, wobei es sich bei der Hälfte der Tracks nur um kurze, jeweils rund eine Minute dauernde Zwischenspiele handelt, die häufig auf Keyboard-Klängen basieren und die eigentlichen Songs einleiten oder in diese übergehen, wodurch einerseits die synthetisch-poppigen Sounds Hand in Hand mit den noisigen Gitarrenwänden gehen, andererseits das komplette Durchhören des Albums eher gefördert als gestört wird.    

"Psiconáutica" wurde über Elefant Records veröffentlicht und ist einer auf 500 Stück limitierten Auflage auch als durchsichtig / rot gemustertes Vinyl käuflich zu erwerben.