Donnerstag, 30. Juni 2016

Twin Peaks - Down in heaven






















Wie soll man diese Band ohne Verweis auf die Serie vorstellen? Schon letztes Jahr hier angekündigt, soll nun ja wirklich auch bald die dritte Staffel ausgestrahlt werden.

Die Serie Twin Peaks wirbelte 1990 die Landschaft der TV-Serien auf. Frische und unkonventionelle Ideen fesselten das Publikum ebenso wie die spannende Suche nach Laura Palmers Mörder. Direkt ein Jahr später wurde die zweite Staffel nachgeschoben. Mit 22 Episoden geriet diese etwas lang und nach der Auflösung der zentralen Frage der Serie war die Luft weitgehend raus. Nächstes Jahr soll die dritte Staffel gesendet werden. Bei aller Vorfreude bin ich skeptisch und erwarte eine ähnliche Enttäuschung wie durch den Akte X-Aufguss. 

2013 erschien mit "Sunken" das Debüt der Chicagoer Band Twin Peaks. Diese frische und freche Werk hatte die Band mit einfachen Mitteln und GarageBand im Keller aufgenommen. Schon ein Jahr später erschien mit "Wild onion" der Nachfolger, der etwas ausgefeilter klang aber im Grunde die Linie des Debüts fortsetzte. Erlaubt das kürzlich veröffentlichte dritte Album "Down in heaven" einen Ausblick auf die dritte Staffel der TV-Serie? Natürlich nicht. Vor allem werde ich nächstes Jahr nachdem ich die neuen Episoden geschaut habe kaum an dieses Album zurückdenken. Dafür fehlen die Einstellungsmerkmale oder gar erwähnenswerte Hits. "Wanted you", "Cold lips" und "Holding roses" sind die besseren Songs auf "Down in heaven". Ansonsten ist die Mischung aus Indierock, Indiecountry, Surf Rock und Garage Rock zwar irgendwie lässig aber auch weitgehend austauschbar. Das haben die ganz alten Ikonen (Beatles, Stones, Stooges) oder deren Reinkarnationen (sogar die Strokes) schon ähnlich gut hinbekommen. Und das ganz ohne Garageband. Man mag anerkennen, dass die Band gereift ist, aber mit Verlust der Garage-Mentalität ging m. E. auch der Großteil des Twin Peak-Reizes abhanden.

Bedroomdisco kann dem Album mehr abgewinnen und hat gleich einen Sommer-Soundtrack gefunden:
Twin Peaks haben den DIY-Gedanken mit diesem Album vertont. Fünf Schulfreude treffen sich nach der High-School und machen einfach die Musik, die sie machen wollen. Das Raue, das Ungestüme an ihrem Sound macht einfach Freude, gerade weil es so unperfekt ist. Schwere Gedanken werden einfach weggespaßt. Das Unbekümmerte der Musik überträgt sich auf den Hörer. Alle Sorgen können mit guter Musik vergessen gemacht werden. Sommer, hier hast du deinen Soundtrack.

Das Video zu "Butterfly":