Sonntag, 10. Januar 2016

Faith No More - Sol invictus






















2015 ist noch nicht lange vorbei... (II)

Warum nicht mal ein Album nach einem unbesiegten Sonnengott benennen? Das dachten sich wohl auch die Herren von Faith No More. Und so trägt deren Comeback Album nach 18 (!) Jahren den Titel "Sol invictus". Nun mag ich bescheidene Künstler und Menschen, aber Faith No More darf sich m. E. durchaus mit einem Sonnengott vergleichen. Auf kein ein Album freute ich mich 2015 wie auf Faith No Mores Comeback. Und kaum ein Album hatte es 2015 so schwer bei mir. Auf der Suche nach guten "harten" Alben aus 2015 darf es aber keinesfalls fehlen. Erst jetzt mit etwas Abstand kann ich sagen, dass dieses siebte Werk der Band aus San Francisco den großen Namen gerecht wird, und damit meine ich sowohl "Faith No More" als auch "Sol invictus".

Bis Mitte der 90er Jahre hat Faith No More “Alternative” mit definiert. Und nun zeigen sie auf “Sol invictus” eben, dass sie noch immer druckvoll, einfallsreich und stellenweise mitreißend musizieren können. Für mich klingt das einen Tick steriler als die Vorgängerwerke, aber die Technik und auch die Musiker der Band haben sich in den 18 Jahren seit "Album of the year" und natürlich noch extremer in den 23 Jahren seit "Angel dust" entwickelt.

Mit "Sol invictus" schafft es die Band, auf alle ihren vergangenen Werke zu referenzieren und trotzdem etwas Abstand zu diesen zu gewinnen. Das hat Faith No More der neuen "Star Wars" Verfilmung voraus. Mit "Sol invictus" wird weder die Band noch "Alternative" oder "Crossover" neu erfunden. Aber das wäre ja auch zu tollkühn gewesen.

Die Band hat bislang offen gelassen, wie es nach dem Album und er dazu absolvierten Tour weitergeht. Der hyperaktive Mike Patton ist schon wieder in diversen anderen Projekten aktiv, aber ich würde mich auch über ein weiteres Faith No More Album und eine weitere Tour freuen. Ich finde die Alternative Welt benötigt weiter diese Band. So ein wenig "separation anxiety" verspüre ich da schon...

"Superhero", "Separation anxiety", "Rise of the fall", "Black friday" und "Matador" sind meine Lieblingstitel auf "Sol invictus".

Laut.de:
War das Album-Comeback nun nötig? Die fünf Herren sind schließlich nicht mehr Mitte 20, sondern um die 50. Im Herbst ihrer Karrire bleiben sie dennoch unpeinlich hart und über Albumlänge durchaus unberechenbar. "Sol Invictus" präsentiert sich so wie jede andere ihrer Platten seit "The Real Thing" (1989) bzw. Pattons Einstieg: Ein FNM-Studioalbum enthält fordernde Rockmusik, zu der sich trotzdem easy das Gehirn ausschalten lässt. Und genau so wollen wir das haben.

"Separation anxiety" aus einer BBC-Session:

Das Video zu "Sunny side up":