Samstag, 23. Januar 2016

Bloc Party - Hymns






















“Neulich auf Volkers Couch beim Anhören des neuen Bloc Party Albums”

Mit Bloc Party verbinden wohl alle PvG Richter vor allem das starke Debüt aus dem Jahr 2005. Dieses schaffte es gar auf Platz drei unserer Bestenliste der Jahre 2000-2009. Auch die Nachfolger “A weekend in the city”, “Intimacy” and “Four” wurden bei PvG mit fast durchgehend wohlwollenden Urteilen bedacht. Auf Volkers Couch wollen wir herausfinden, ob auch das fünfte Album “Hymns” überzeugen kann.

1. The love within

Ingo: Das war die erste Single, ich glaube dazu gibt es auch ein Video.

Dirk: Ich habe vorher noch keinen Song vom Album gehört, so haben Bloc Party die Erwartungen in den letzten Jahren heruntergeschraubt. Ich kann also fast nur positiv überrascht werden.
Ingo: Ich habe noch mal geschaut… die Wertungen der letzten Alben waren auch nicht schlecht. Nur Keles Alben waren unnötig.
Oliver: Ich habe im Vorfeld nochmal die alten Alben gehört, teilweise hatte ich die gar nicht bewertet. Ist aber keins schlechter als 7,5. Wertungen folgen noch, aber die Jahre müssen nicht neu berechnet werden, Dirk ;-)
Ingo: Die Beats erinnern gerade etwas an Psys Gangnam Style. Ich hoffe Kele ist nicht so begeistert von seinen Solo-Experimenten, dass er diese bei Bloc Party fortsetzt.
Dirk: Dance-Music. Ich musste an die fürchterlichen Sachen auf dem letzten Madonna-Album denken. Für diesen nervigen Effekt, der sich durch den kompletten Track zieht, gibt es bestimmt einen Fachbegriff. Müsste man mal David Guetta fragen.
Ingo: Der Song ist Mist. Warum wurde das die erste Single?
Oliver: Der Song ist kein Mist. Der Song ist sogar ein Hit! Volker würde mir zustimmen.
Ingo: :-) Nur einer hat Pop verstanden...
Dirk: Für eine Kele-Solosong ganz gut, aber nicht für Bloc Party.

2. Only he can heal me

Ingo: Ich bin nicht sprachlos aber irgendwie freudig gespannt. Kann ja nur besser werden.
Dirk: Das klingt schon besser. Spannend mit diesem tiefen Chorgesang zu Keles Gesang. Statt diesem Piano würde ich aber gerne noch eine Gitarre hören.
Oliver: Eigentlich ein typischer Bloc Party Song. Es fehlen nur irgendwie die Gitarren, oder?
Ingo: Der Titel gefällt mir. Der Original Gitarrist ist ja noch an Bord. Vielleicht kommt da noch was. Ah, da ist die Gitarre.
Dirk: Tatsächlich, nach über 3 Minuten! Gefällt mir ganz gut, würde auf “A Weekend In The City” passen.

3. So real

Ingo: Der Gesang erinnert mich gerade ganz schön an Damon Albarn. Das gibt bestimmt Punktabzug von Dirk. ;-)
Oliver: Und von mir Plus-Punkte ;-)
Dirk: Nein, ich freue mich, dass der Song auch besser ist als der Opener. Sehr entspannt mit dieser wechselnden Piano- / Gitarren-Kombination.
Ingo: Und wieder eine tolle Gitarre. Das könnte wirklich ein Blur Song sein. Nett.
Oliver: Ob wir uns generell auf ein eher entspanntes Album einstellen können?
Ingo: Ich wippe im Hotelzimmerbett im Takt mit. Ist mir beim Opener auch nicht passiert.
Dirk: Ein ruhiges Bloc Party Album? Das hatten wir zumindest noch nicht.

4. The good news

Ingo: Das war die zweite Single. Der Song wurde bereits letztes Jahr live aufgeführt.
“The good news” aus einer Live Session:


Ingo: Das klingt ja schon wieder nach Blur.
Dirk: Stimmt. Blur spielen “Personal Jesus”.
Ingo: Mit Country-Gitarre. Packender Refrain.
Oliver: Packend ist vielleicht ein bisschen zu viel gesagt, aber cooler Song auf jeden Fall.
Ingo: Hör’ den Song noch zwei mal...
Dirk: 4 Lieder und schon 3 Treffer?!
Oliver: 4 von 4 ;-)
Ingo: Schon jetzt besser als das letzte Coldplay-Album.

5. Fortress

Oliver: Diesmal Jamie xx vs. Blur.
Dirk: War die Schlagzeugerin bei den Aufnahmen schon mit an Bord, oder hat Kele das allein mit dem Computer aufgenommen?
Ingo: Ich glaube nicht, dass sie schon dabei war. Bloc Party hat einen Neustart hinter sich. Nach den ersten vier Alben blieben nur die beiden Gründer Kele Okereke und Russell Lissack übrig. Wie in den frühen Tagen der Band schrieben die beiden die Songs und erst daraus erwuchs mit Menomenas Bassisten Justin Harris und Louise Bartle am Schlagzeug ein neues Bandgefüge.
Dirk: Kele mit viel Falsettgesang, klingt eher nach Soloalbum oder “Intimacy”-Outtake.
Ingo: Da hätte der Song auch gerne bleiben dürfen.
Dirk: Nach 3 Minuten bin ich etwas gelangweilt / eingelullt und es kommen noch 1:30.
Oliver: Ich weiß gar nicht, warum ich Bloc Party so lange ignoriert habe. Den Song finde ich ziemlich gut. Und gar nicht langweilig.
Dirk: Dir hat ja auch das Jamie xx-Album gefallen!
Oliver: So ist es.

6. Different drugs

Dirk: Ist das jetzt die zweite Plattenseite? Habe gar nicht mitbekommen, dass sie jemand umgedreht hat.
Ingo: Wahrscheinlich waren wir eingelullt vom fünften Titel. Hier mit richtigem Schlagzeug, gut.
Dirk: Und nach etwas über 90 Sekunden dürfen auch Gitarre und Bass etwas zu den Synthieklängen beitragen. Wann geht der Song denn endlich richtig los?
Ingo: Je mehr Band desto Bloc Party?
Oliver: So ein typischer Bloc Party Song ist es auch nicht, oder?
Ingo: So typisch Bloc Party ist bislang wenig. Aber nur zwei miese Songs und vier auf der Haben Seite. Dieser eben auch.
Dirk: Sie bauen hier viel Spannung auf, die sich bisher (4:05) noch nicht entladen hat. Lässt mich am Ende eher an Radiohead denken.
Oliver: Ist doch ein Lob.
Ingo: Die letzte Minute gefiel mir sehr gut.

7. Into the earth

Ingo: Ui, ein Weezer-Song.
Dirk: Nur Kele und die Gitarre, hatten wir bisher auch noch nicht. “Rock ‘n’ Roll has got so old” singt Kele - Bloc Party auch? Auch hier fehlt der Pfeffer.
Oliver: Finde ich diesmal auch. Werde ich noch richtig warm mit.
Ingo: Sehr entspannt. Toll, ruhiger Song und auf Volkers Couch die Füße hochlegen.

8. My true name

Dirk: Das Tempo des Albums bleibt schleppend bis behäbig.
Oliver: Ich fürchte auch, dass wir nichts Flottes mehr bekommen werden.
Ingo: Ja, es wird nun wirklich etwas eintönig. Einen echten Mehrwert bringen die Synthiespielereien hier ja auch nicht.
Dirk: Ich dachte gerade (2:30), dass es fast überstanden ist, aber es kommen noch 3 Minuten!
Oliver: Vielleicht ist der Song ja doch noch eine Wundertüte am Ende? 2 Minuten hat er noch.
Ingo: Oliver, Du bist aber auch ein Optimist. Muss man ja sein, wenn man Jamie xx mag. ;-)
Oliver: :-)
Dirk: Am Ende wiederholt Kele, wie bei einer Coda, immer den gleichen Satz, das prägt diesen zumindest ein.
Oliver: Aber von einer Wundertüte dann doch weit, weit entfernt.

9. Virtue

Ingo: Na nun nehmen wir doch wieder etwas Fahrt auf.
(Schweigen der anderen)
Dirk: Zu spät, wir sind schon eingenickt.
Ingo: Nun kommt, treibender Rhythmus, Gitarren… wie in alten Zeiten.
Oliver: Bin wieder wach.
Dirk: “Wie in alten Zeiten” - ja, auf B-Seiten. Aber immerhin. Das Highlight der zweiten Hälfte?
Oliver: Bisher ja. War aber nicht ganz so schwierig.
Dirk: Der Trick mit der am Ende häufig wiederholten Textzeile funktioniert auch hier. Nur diese monotonen Synthies haben etwas genervt.

10. Exes

Dirk: Keles Falsettgesang wird erneut von tiefem Gesang untermalt, Justin Harris sorgt für einen positiven Effekt.
Ingo: Ist das der erste Titel ohne Synthieklänge? Die Frage hat sich gerade erledigt. Aber zumindest sind es weniger Synthieklänge…
Dirk: Gefällt mir von den ruhigen Songs bisher mit Abstand am besten.
Ingo: Auf jeden Fall hat es Bloc Party geschafft, mit diesem Album zu überraschen.
Dirk: Mir ist kurz der Angstschweiß ausgebrochen, weil ich dachte, dass da jemand pfeift - waren aber nur die Synthies.
Oliver: Das dachte ich auch.



11. Living lux

Dirk: Zum Abschluss noch einmal in die Disco?
Oliver: Bestimmt falscher Alarm. Mal weiter hören.
Dirk: Die Synthies wabern, man denkt wieder “Gleich passiert etwas” und dann nichts.
Ingo: Das ist wieder so ein Titel, der auf ein Kele-Album gehört.
Oliver: Vielleicht sollte ich mir das Kele-Album nochmal genauer anhören. Schlecht ist der Song ja nicht.
Dirk: Auf der Deluxe Version gibt es noch 4 zusätzliche Songs. Ob das die schnellen Gitarren-Songs sind? Bei “Living Lux” ist auf jeden Fall nichts mehr passiert.

Fazit:

Ingo: Nach dem ersten Song war ich wirklich auf das Schlimmste vorbereitet. Der Rest des Albums überrascht überwiegend positiv. So ein Stück weit hat sich die Band tatsächlich neu erfunden. Es fehlen nur die Bloc Party-Songs auf diesem Bloc Party-Album. Dafür zeigt die Band neue Facetten. Ich gönne „Hymns“ noch ein paar Durchläufe.

Dirk: Mensch, Ingo, du hast jetzt schon alles gesagt! Vermutlich kann man sich “Hymns” ein wenig schön hören, es gibt ja jetzt schon ein halbes Dutzend Songs, die mir ganz gut gefallen. In zwei bis drei Jahren wird man sich, wie bei den beiden Vorgängern, aber an keinen Titel mehr erinnern können und im Zweifelsfall zu “Silent Alarm” und “A Weekend In The City” greifen.

Oliver: Fängt spannend an, wird auf Dauer und zum Ende hin leider ein wenig zu eintönig. Aber einen richtig schlechten Song gibt es glaube ich nicht. Mal schauen, was die nächsten Hördurchgänge bringen.

4 Kommentare:

Volker hat gesagt…

Gut dass ich (mal wieder) nicht dabei war. Mir wäre es merklich schwer gefallen zu diesen fast immer ähnlich klingenden Liedern was Konstruktives zu sagen. Eintönig wäre wohl der Gesamteindruck, mit dem positiven Ausreißer "Into The Earth". Da würde ich mir eine 7" von wünschen.

6 Punkte

Ingo hat gesagt…

7 Punkte

Olly Golightly hat gesagt…

7 Punkte

Dirk hat gesagt…

Schön gehört. 8 Punkte