Montag, 29. Juni 2015

Bang Gang - The Wolves Are Whispering
























Der Isländer Barði Jóhannsson scheint ein Tausendsassa zu sein: Musiker, Soundtrack-Komponist, Autor, Moderator einer TV Sendung, Regisseur und Designer. Es scheint kaum einen kreativen Job zu geben, den er noch nicht ausgeübt hat. Zusammen mit Keren Ann betreibt er das Projekt Lady & Bird, Starwalker heißt seine Kollaboration mit Jean-Benoit Dunckel (Air) und Bang Gang nennt er sein eigenes musikalisches Projekt, bei dem er seit 1996 wechselnde Partner begrüßt und bereits auf vier Veröffentlichungen zurückblicken kann. 

"The Wolves Are Whispering" heißt seine soeben erschienene Platte, die eine siebenjährige Entstehungsgeschichte zu verzeichnen und mit Keren Ann, Helen Marnie (Ladytron), Jófríður Ákadóttir (Pascal Pinon, Samaris) und Bloodgroup einige bekannte Gast-Musiker aufzuführen hat. Den düster-bedrohlichen Klängen des Albums ist sowohl Jóhannssons Nähe zu den spacig-sphärischen Sounds von Air als auch seine Fähigkeit, bewegte Bilder mit stimmungsvollen, epischen Soundtracks zu unterlegen, anzuhören. 

Highlights sind jedoch die Songs, die versuchen, aus diesem warmen, aber teilweise zu monotonen Wohlklang ein wenig herauszubrechen, etwa "The Sin Is Near" mit Bloodgroup und "Silent Bite" mit Helen Marnie von Ladytron. Den Mehrwert, den "The Wolves Are Whispering" durch seine Gastsänger erhält, kann man aber auch vollkommen anders  interpretieren: 

Doch trotzdem wirken die “feat.”-losen Songs gelungener. “Out Of Horizon”, der direkt nach “The Sin Is Near” angestimmt wird, trägt zum Beispiel maßgeblich zum Vergessen des von Elektro-Sounds traktierten und zugegebenermaßen schaurigen Anfangs der Platte bei.
Das Lied zeigt auf, Jóhannsson braucht keine Unterstützung von anderen – weder aus der Elektro-Sparte, noch von einer multikulturellen Sängerin.
Durch diesen zweiten Track und den später folgenden Song “Silent Bite” gewinnt der Tonträger an Abwechslung. Ein statuiertes Exempel dafür, dass melancholisch-depressive Zeilen wie Open your eyes / Give yourself to him tonight / Fell Alive / Whipe your tears away (“Silent Bite”) nicht mit ebensolcher Musik unterlegt sein müssen. Auch mit etwas lockererem Pop vermögen sie noch zur selben Wirkung.
Das sieben Jahre lange Warten auf “The Wolves Are Whispering” war demnach also schon lohnenswert, allerdings hätte es sich letzten Endes noch mehr ausgezahlt, wenn Bang Gang sich keine Hilfe von außerhalb ins Boot geholt hätte. Denn diese “Hilfe” hat seinem vierten Album lediglich Schwachpunkte verliehen.
(Radio Q)




“The Sin is Near,” featuring Bloodgroup, is quite possibly the best track on the album. A heavy beat, low atmospheric synth and perplexing lyrics create an all-around great song. Using this as our first taste of Bang Gang’s music may not have been the best idea, because we are left longing for another stellar track later in The Wolves Are Whispering, and our palettes are, unfortunately, never satisfied.
“Out of the Horizon” marks an immediate change from the record’s first track. Though not as beautiful as “The Sin is Near,” its music is more organic and it moves quickly. “My Special One” is where The Wolves Are Whispering becomes glaringly average. The lyrics are syrupy, the music is lazy and it is simply boring.
There are few noteworthy tracks afterward. However, “Lonely Bird,” featuring Keren Ann, and “Silent Bite,” which features vocals by Helen Marnie, are relative stunners amid the frozen tundra of The Wolves Are Whispering. Perhaps they are so noticeable because they break up the monotony, but the talent is also undeniably there.
Luckily, The Wolves Are Whispering finishes strong. The last track, “We Will Never Get Along” is rousing and inventive. It, with its naked piano intro and clear vocals, is heart-wrenching and a great closer to what could have been an amazing album. Had every track been as special as the first and last, this record would have been a triumph for Bang Gang.
(mxdwn)




4 Kommentare:

Olly Golightly hat gesagt…

7,5 Punkte

Ingo hat gesagt…

Sehe ich auch so. 7,5 Punkte

Dirk hat gesagt…

Die Platte ist besser als der Bandname. 6,5 Punkte

Jörg hat gesagt…

Starke Momente wechseln sich mit großer Langeweile ab. Gesamturteil: ok.
6 Punkte.