Dienstag, 14. Mai 2013

The Pigeon Detectives - We Met At Sea

















Einen Originalitätspreis werden The Pigeon Detectives sicherlich nicht mehr gewinnen. "We Met At Sea" ist bereits ihr viertes Album und kann sich weder in der Hitdichte noch hinsichtlich der Platzierung in den britischen Charts mit "Wait For Me" (2007, Platz 3, 4 Hit-Singles) und "Emergency" (2008, Platz 5, 2 Singlehits) messen, sondern folgt eher "Up, Guards And At 'Em!" (2011, Platz 30, keine erfolgreiche Single).

Matt Bowman (Gesang), Oliver Main (Gitarre), Ryan Wilson (Gitarre), Dave Best (Bass) und Jimmi Naylor (Schlagzeug) brauchen für ihre 10 Titel nur knapp 32 Minuten und liefern rumpelnd-rauhen Garagenrock ("I Won't Come Back") ab und schielen mit tanzbarem Indierock in Richtung Two Door Cinema Club ("Light Me Up"). The Pigeon Detectives bezeichnen sich selbst als Live-Band und so wurde in den Cottage Road Studios in ihrer Heimatstadt Leeds zusammen mit Produzenten Matt Peel (The Crookes) und Sound Engineer Andy Hawkins (Kaiser Chiefs) versucht, diese energetischen Qualitäten  unverfälscht aufzufangen. Zumindest das ist ihnen gut gelungen.   



Die zehn Stücke der Schnösel sind wie üblich tanzbar und warten mit nichtigen Texten übers Jungsein auf. Von Ironie der Postmoderne ist zum Glück aber keine Spur zu finden, gleichzeitig da THE PIGEON DETECTIVES erfrischend kräftig zupacken, vor allem die Rhythmusgruppe. Das krachende "I Won't Come Back" sei genauso wie "Where Are You" und "Can't You Find Me" (sehr Eighties; Post Punk ist wieder en vogue) als Beispiel genannt. "Unforgettable" erweist sich als größter Ohrwurm unter vielen, was im Zusammenhang mit der im Verhältnis betrachtet härteren Ausrichtung tatsächlich eine Sogwirklung erzielen kann.

Nerviger Pop wie "Light Me Up" oder "I Don't Mind" ist und bleibt in dieser Sparte aber entbehrlich und wäre angesichts der Chart-Tauglichkeit der übrigen Kompositionen nicht notwendig gewesen. Mit "No State To Drive" ist vermutlich ein Stück dieser Machart zu viel aufs Album gerutscht - zumindest nach Auffassung von Hörern, die nicht berufsjugendlich sind. Die Texte möchte man ab einem Alter von 25 nicht mehr mitsingen.

FAZIT: THE PIGEON DETECTIVES gefallen wegen ihres ruppigen Sounds bei gleichzeitig üppiger Produktion und aufgrund der Hitdichte von "We Met At Sea". Ansonsten gilt aber: Die Band steht DIRTY PRETTY THINGS oder THE RIFLES und RAZORLIGHT in nichts nach, ist aber entsprechend wenig originell.
(Musikreviews)


rockender britischer stakkato-powerpop, der zwar nicht besonders progressiv und originell ist, aber mächtig laune macht und eigentlich jede indierockparty stilsicher bereichern kann. es ist schön, das es zum glück immer noch solche working class-pub-bands wie the pigeon detectives gibt. poetischer tiefgang ist eben nicht ihr ding. die band räumt ja sogar ein, nicht besonders tiefgehende lyrics zu haben ("we're not the kind of band who preach..."), sondern ihren gesamten schwerpunkt auf die intensität und eingängigkeit ihrer rockenden gitarrren-hooklines und beats zu legen. das gelingt zwar nicht immer, da einige songs doch recht austauschbar wirken, doch auf ganzer albumlänge mag man diesem kompromislosen hooligan-britpop dann doch nicht wirklich böse sein. songs wie "i won't come back", "animal" oder "where you are" sind superbe rocker die für vieles entschädigen. wer the enemy oder the cribs mag wird 2013 an the pigeon detectives nicht vorbeikommen.
(Revolver Club)

The Pigeon Detectives in Deutschland:

15.05.13 Hamburg, Molotow
16.05.13 Köln, Luxor
17.05.13 Frankfurt, Nachtleben
21.05.13 Berlin, Grüner Salon

2 Kommentare:

Ingo hat gesagt…

Frisch. 7,5 Punkte

Dirk hat gesagt…

Solide und genau wie erwartet.

6,5 Punkte