Montag, 2. Juli 2012

The Tallest Man On Earth - There’s No Leaving Now



























Der größte Mensch der Welt, dessen Körpergröße einwandfrei belegt ist, war Robert Wadlow (USA) mit 2,72 m, der von 1918 bis 1940 lebte.

Der größte Mensch der Welt ist zurzeit (wohl) mit 2,47 m Sultan Kösen aus der Türkei, der 2009 offiziell vom Guiness-Buch vermessen wurde und seit der Herausgabe des Buches 2010 als größter lebender Mensch gilt.

The Tallest Man On Earth ist der 29jährige Kristian Matsson. Über seine Körpergröße ist mir nichts bekannt. Herausragend sind aber eher seine musikalischen Fähigkeit. 
Mit „There’s No Leaving Now“ veröffentlichte der schwedische Singer/Songwriter soeben sein drittes Album, das erneut in der Tradition von Bob Dylan, Peter Seeger oder Woody Guthrie steht. Erneut werden hauptsächlich auf seine knarzende Stimme, die Akustikgitarre (bzw. die Pedal-Steel-Variante) sowie im Titelsong auf das Piano und die Stärke seiner Songs gesetzt. Doch erklingen nun auch Schlagezug und Holzbläser. Innerhalb von 5 Monaten, was für Matssons Verhältnisse schon fast eine Ewigkeit ist, nahm er in seiner Wohnung 10 Titel auf, deren Klang er so beschreibt: "I wanted to build something that didn't sound like a rock band, but wasn't super minimalistic. I wanted a sound that had that brittle [quality], that feeling that it might just fall apart."

Will man im Dylan-Vergleich bleiben, so ähnelt die Musik nun der, die “His Bobness” kurz vor der Elektrifizierung 1965 oder auf “Blood On The Tracks” 1974 gemacht hat.
Mattson zehn neue Songs klingen allesamt gefällig, vielleicht ist es manchmal zu gefällig und sophisticated. Es fehlen hier und da die Melodieideen, die eingängig sind. So ist das Album dann eher als Konzeptalbum zu verstehen. Es geht um eine Reise durch Mattsons Welt. Erzählt werden Geschichten von Hoffnung und Kapitulation, Verlust und Liebe. Es sind die Themen, vor denen keiner in seinem Leben fliehen kann: “There’s No Leaving Now”.
Und doch ragt ein Track dann heraus, der wie in einem Fokus Mattsons Kunst hervorhebt: “1904? ist als Song der Ohrwurm der Platte. Gesang, Melodie und Rhythmus stimmen. “1904? hat die Qualität der Songs von “The Wild Hunt” und ist doch mit ganz anderen musikalischen Mitteln eingespielt. Kristian Mattsson 2012 ist leichter und weniger dramatisch in Gesang und Spielweise.
Fazit: “The Tallest Man On Earth” hat ein schönes Werk veröffentlicht, das seinen eigenen europäischen Beitrag zu Folk und Americana bestätigt und gleichzeitig die Vorfreude auf seine weitere musikalische Entwicklung weckt.
(Country


Es verwundert also kaum, dass The Tallest Man On Earth auf „There’s No Leaving Now“ auf die 3 für ihn richtigen Akzente setzt: Gitarre, Stimme und Melodie. Na gut, ab und an wird er unterstützt durch Klavier und Pedal-Steel. Aber nur in kleinem Rahmen. Es bleibt alles wie gehabt bei dem Schweden. Von der Größe eher klein geraten spielt er musikalisch groß auf. Seine stets leicht traurigen Lieder versprühen trotzalledem eine kleine Portion Euphorie und Optimismus. Sie packen Weib und Mann, treiben diesen leichte Schauer in die Seele, fesseln sie an sich. Und das alles nur mit Stimme und Gitarre. Ein schönes und intensives Album, was Kristian Matsson einmal mehr veröffentlicht hat.
(Hurricanebar)


3 Kommentare:

Dirk hat gesagt…

Nicht die höchste Bewertung, sondern nur

5,5 Punkte

für The Tallest Man On Earth.

Olly Golightly hat gesagt…

6 Punkte

Volker hat gesagt…

ja, Singer Songwriter halt. Wirkt auf Dauer etwas wenig abwechslungsreich

6