Dienstag, 15. Mai 2012

Keane - Strangeland

cover
Vermutlich wiederhole ich mich: Keane gehört zu den Bands, die das Niveau ihres Debütalbums (bislang) nie mehr erreicht haben. “Hopes and fears” war für mich einer der musikalischen Höhepunkte des Jahres 2004. In der PvG-“Jahrzehntwertung” wurde gar die Top 30 nur knapp verpasst. Danach reihten sich mehr oder minder große Enttäuschungen aneinander. Seit dem letzten Longplayer “Perfect symmetry” sind gar vier Jahre vergangen, in denen ich die Band nicht vermisst habe. Die 2010 veröffentlichte EP “Night train” wurde mit Dirks Erwähnung hinreichend gewürdigt. 
Mit “Strangeland” ist nun vierte Album erhältlich. Grundsätzlich markiert es eine Abkehr von den ausufernden Arrangements des Vorgängerwerks. Man kann gar die vom Produzenten Dan Grech-Marguerat (der u. a. für The Vaccines und The Kooks produzieren durfte) versprochene Fokussierung auf Songwriting heraushören. Leider liegt da noch mindestens eine Pop-Schicht zu viel auf fast allen Songs. Melodien mit Ohrwurmverdacht bis -garantie gelingen der Band weiterhin, aber irgendwie wirkte das auf “Hopes and fears” ehrlicher, reiner, weniger gewöhnlich und vor allem unbeschwerter
Keanes Ursprünge gehen zurück bis ins Jahr 1995. 75% der Bandmitglieder musizieren seit 1997 gemeinsam. Somit nahmen sie sieben Jahre Anlauf, um mit “Hopes and fears” erinnerungswürdige Songs abzuliefern. Vielleicht sollte die Band einfach mal sieben bis acht Jahre pausieren und anschließend einen neuen Anlauf wagen. Die Hoffnung auf einen würdigen “Hopes and fears”-Nachfolger hält mein Interesse an der Band lebendig.
Während ich mit “Strangeland” zumindest eine erfreuliche Entwicklung weg von dem mit “Perfect symmetry” beschrittenen Pfad sehe, wird diese Tatsache im Heimatland zumindest von bbc.co.uk bedauert:
“It doesn’t get much more play-safe and back-to-basics than this. 2008’s Perfect Symmetry saw mega-selling East Sussex band Keane surprise sceptics with a galvanised twist of electro-pop, retro-tooled to emulate early Simple Minds. […]  the piano-rockers can’t be too carped at for doing what made their name. Yet those glimpses on Perfect Symmetry of something flashier and sexier make this retreat to familiarity a somewhat saddening step backwards.”
“Silenced by the night”, “Sovereign light café”, “Neon river”, das erfreulich reduzierte “Sea fog” und der Titelsong sind die besseren Titel auf “Strangeland”.
Das Video zu “Disconnected”:
Live gibt es die Songs der Band vorerst nur auf den Festivals:
  • 01.06. Rock im Park
  • 02.06. Rock am Ring

6 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Das Debüt gehört weiterhin zu einem meiner Lieblingsalben und mit
"Strangeland" kommen sie dem Album endlich mal wieder ein bisschen näher

7,5

Julia hat gesagt…

Manche Dinge sollte es einfach nicht geben. Gibt es sie doch, so kann man sie Dank des Konstruktivismus einfach ignorieren.
Soweit ich weiß, trägt das aktuelle Keane Album den Titel “Hopes And Fears” und ist wirklich wundervoll. Ein Hoch auf den Konstruktivismus!

Volker hat gesagt…

Keine Ahnung, weshalb ich anonym war, aber die 7,5 Punkte sind von mir

Dirk hat gesagt…

Herrliche Einstellung, Julia!

Dirk hat gesagt…

Und demnächst vertonen sie Rosamunde Pilcher-Verfilmungen. Aber "Silenced By The Night" hätte auch die Qualität fürs Debütalbum gehabt.

5,5 Punkte

Ingo hat gesagt…

6 Punkte