Dienstag, 15. Mai 2012

I Like Trains - The Shallows




















The Shallows, das dritte Album von I Like Trains, fängt an wie Major Tom. Wie Peter Schillings Major Tom. Es sind zwar nur wenige Takte, sie reichten aber aus, um mich zu verunsichern. Und diese Unsicherheit - wenn auch aus anderen Gründen - ist auch nach dem fünften Hören der Platte noch da.
We will burn in hell for this!
(Mnemosyne)
Ich müsste The Shallows nämlich hassen. Die Band, die sich als iLiKETRAiNS in mein Herz gespielt hat, hat nach ihrem ersten Album einen Stilwechsel vorgenommen und sich von ganz zu semidüster verändert. Es fand eine zunehmende Einbindung von Keyboards statt, die sich auf The Shallows noch einmal radikal ausweitet. Der Titelsong The Shallows ist von einem stampfenden Keyboard-Rhythmus begleitet, um den jeder Eurodisco-Veteran die Bands aus Leeds beneiden wird. Diese Elektromelodien ziehen sich durchs gesamte Album und lösen - so ist mein Eindruck - die Gitarren als wichtigstes Instrument ab. Aber gerade durch die erneute Verschiebung der Instrumentierung wird diese unwichtig. Denn spätestens jetzt ist klar, wovon diese Band wirklich lebt: von ihren grandiosen Melodien und vor allem von David Martings schaurig-schönem Gesang. Das wird nicht trotz der Kirmesrhythmen, das wird durch sie klar.

Beim ersten Hören hatte ich neben Peter Schilling noch Ladytron im inneren Ohr, mittlerweile ist wohl der Vergleich mit Explosions In The Sky treffender. Auch wenn die Gitarren mehr in den Hintergrund gerückt sind, sind sie umso schöner, wenn sie auszumachen sind. Ich fürchte zwar, daß bei den wenigsten der neuen Stücke solche Ausbrüche stattfinden, wie sie die Band bei ihren Konzerten immer wieder hinlegte. Ellenlange Gitarrengeschrammel bieten sich hier bei kaum einem Lied an, vielleicht bei Reykjavik.

Reykjavik ist vielleicht das am ehesten nach den iLiKETRAiNS klingende Stück, mein Lieblingstitel der Platte ist aber trotzdem die Ladytron Nummer Mnemosyne.

Wahrscheinlich haben I Like Trains recht, wahrscheinlich werden sie für diese Platte in der Indiehölle schmoren. Aber ich komme mit, glaube ich. Coole Musik haben die da.




5 Kommentare:

Christoph W. hat gesagt…

An sich ziemlich gut, aber die vielen Synthesizer hätte es meinetwegen nicht gebraucht.

6,5 Punkte

Ingo hat gesagt…

Kann ich mir nicht verkneifen: "I +1 trains", vor allem wegen dieses Albums. 8 Punkte

Dirk hat gesagt…

Auf die ganz große Begeisterung oder den besonderen Augenblick warte ich noch...

6,5 Punkte

Michael hat gesagt…

Auch wenn es dieses Jahr das schlechteste meiner bisherigen vier I Like Trains Konzerte war - Musik machen, die berührt,, das können diese Virtuosen von der Insel allemal!

8 Punkte

Christoph hat gesagt…

Besser als die letzte. 7,5