Freitag, 20. April 2012

Orcas - Orcas


























Morr Music #3

Sucht man im Internet nach dem Projekt von Thomas Beluch und Rafael Anton Irisarri, so stößt man unweigerlich auf Berichte über Schwertwale (Orcinus orca), eine Walart aus der Familie der Delfine, die viele auch unter dem Begriff Killerwal kennen. Oder aus der Filmreihe "Free Willy".
Erschwert wird die Suche nach der Band Orcas dadurch, dass ihr Debütalbum den Titel "Orcas" trägt. 

Thomas Beluch ist ein amerikanischer Singer/Songwriter, Multi-Instrumentalist, Schriftsteller und Fotograf, der hauptsächlich unter seinem Pseudonym Benoît Pioulard auftritt.
Rafael Anton Irisarri ist ein amerikanischer Komponist, Multi-Instrumentalist und Produzent, der als The Sight Below bereits einige Platten veröffentlichte.
Zusammen nennen sie sich Orcas und schwelgen in einem sphärischen Gemisch aus melancholischem Folkpop, und minimalistischen Ambient irgendwo zwischen Talk Talk, James Blake und Pink Floyd. Findet man eine Review zu "Orcas", so wird die Platte, die vor einer Woche veröffentlicht wurde, in höchsten Tönen gelobt, wie zum Beispiel hier:   

Auch wenn der Frühling noch in weiter Ferne liegt: Die Musik der Band Orcas bringt das Gras zum Sprießen. Traditionelle Folk-Ästhetik und Electronica-Collagen vermischen sich auf “Orcas“ zu einem sphärischen Kopftrip. Zirpend und leichtfüßig beginnt das Debütalbum des Minimalisten-Duos Benoit Pioulard und Rafael Anton Irisarri mit “Pallor Cedes“: Zuerst ist da nichts, außer fern klingenden Ambient-Variationen und einem digtalisiert-analogen Knistern. Ganz langsam werden Gitarrensaiten gezupft. Dann entspringt dem Klangbrunnen so etwas wie ein Song, der bedacht in den nächsten überfließt. Ein Effekt, der sich das ganze Album über wiederholt. “Arrow Drawn“ führt mit kryptischem Gesang ins Narrativ der Imagination. Die Piano-Elegie “Carrion“ schwebt wie ein dicker Nebel im Raum, der sich im nachfolgenden Track “A Subtle Escape“ in elektronischen Regen löst. “There‘s a place I have never exposed, another world we have yet to conquer and until then none of us have anything.“, singt Benoit Pioulard in “Until Then“. Es klingt nach Räucherstäbchen und Pink Floyd während ihrer experimentellen “Ummagumma“-Phase. 
Getragen hymnisch gibt sich“I Saw My Echoe“, das letzte Vocal-Stück der Platte, ehe “High Fences“ den Frühlingsriten-Songzyklus so sanft ausklingen lässt, wie er angefangen hat. Der organisch anmutende Fluss des Albums erreicht sein Klimax erst nach mehrmaligen Hören, wenn man die Songs als Ganzes begriffen hat. Unter diesen Bedingungen taugt dieses wundersame Debüt als perfekt durchdachte Antithese zum typischen Pop-Gratifikations-Prinzip. “Orcas“ ist eine Platte wie ein Ölgemälde: Abstrakt und naturverbunden, schwer und trotzdem leicht, voller vorder- und hintergründiger Rätsel - und tief verwurzelt in einer mythisch-psychedelischen Variation von getriebenem Kunstverständnis.
(thegap)


2 Kommentare:

Ingo hat gesagt…

Etwas zu viel Walgesang. 5,5 Punkte

Dirk hat gesagt…

Ein zum Bandnamen passendes, für eine originelle Platte nicht ideales, aber hier zutreffendes Adjektiv: stromlinienförmig.

6 Punkte