Dienstag, 9. August 2011

Love Inks - E.S.P.



















Love Inks sind Adam Linnell (Gitarre), Kevin Dehan (Bass) und Sherry LeBlanc (Gesang) aus Austin, Texas. Die Beats stammen von einer betagten Rhythmusmaschine.

"Blackeye" ist der Titel der Debütsingle aus dem Frühjahr, deren Video so aussieht:


"E.S.P." (10 Titel in 27 Minuten) ist ihr Debütalbum, das zu Hause aufgenommen und später von einem Freund abgemischt wurde. Bis aufs Minimum reduzierter Indiepop für Freunde von The XX und Warpaint. Die Platte benötigt jedoch mehrere Durchläufe, um zu überzeugen.

Die eher an Skizzen erinnernden Songs wirken oftmals wie der höchste Legoturm im Kinderzimmer: einfach in der Form und in der Ausführung, trotzdem elegant und immer in Gefahr, jeden Moment in seine Einzelteile zu zerfallen. Dabei erinnert der Sound des texanischen Trios spätestens ab Song Nummer 4, “Can’t Be Wrong”, an The XX. Ähnlich entkernt und trotzdem infektiös in der Melodieführung. Vielleicht ist der Gesang von Sherry Leblanc eine Spur fröhlicher, was dem sonnigen Wetter der Heimatstadt Austin geschuldet sein mag. Auf jeden Fall werden Fans der britischen Minimalisten sich gleich zuhause fühlen.

Genau wie beim Londoner Trio war ich am Anfang äußerst skeptisch, und Begriffe wie Narkotikum, einschläfernd, einfallslos oder karg spukten während des Arbeitswegs in meinem Kopf herum. Dabei braucht “E.S.P.” beinfach ein paar Durchläufe. Dann überzeugt das Debüt aber mit der einfachen Weisheit: weniger ist mehr. Oder auch: keep it simple, stupid.
(nicorola.de)


Angefangen bei dem bittersüßen Auftaktstück „Wave Goodbye“ über die trostreiche und unwiderstehliche Single-Auskopplung „Blackeye“ bis zum wunderbar verpennten „Rock On“, in dem ein scheinbar auf der Stelle tretender Bass den Ton angibt - der Erstling von Love Inks steckt nicht zuletzt dank der vielen subtilen Stimmungswechsel voller magischer Momente.

Das ist alles keine Zauberei, sondern die Folge eines hohen Maßes an Taktgefühl und Präzision, das niemals kalkuliert wirkt. Außerdem verfügen die drei Musiker, die auf jeglichen Hightech-Studiofirlefanz verzichtet haben, über ein ganz profanes Näschen für feinsinnige Melodien, die niemanden kalt lassen. Ihre größtenteils analog aufgenommenen Songs sprechen Herz und Hirn gleichermaßen an, sind aber alles andere als verkopft oder gefühlsduselig. Sie treffen einen von hinten durch die Brust ins Auge, beste Voraussetzungen also für eine länger anhaltende Faszination. Wäre die ohnehin schon recht kleine Zielgruppe für anspruchsvolle Popmusik nicht genauso wankelmütig und unberechenbar wie eine Horde trendgläubiger Teenager, man könnte Love Inks schon jetzt eine glänzende Zukunft prophezeien.
(faz.net)


Love Inks in Deutschland:

18.09.11 Hamburg, Prinzenbar
29.09.11 Frankfurt, Mousonturm
30.09.11 Köln, Luxor
10.10.11 München, Kranhalle
11.10.11 Dresden, Scheune
12.10.11 Leipzig, Scala
13.10.11 Berlin, Berghain

5 Kommentare:

Ingo hat gesagt…

Nett. 7 Punkte

Dirk hat gesagt…

Keine Sensation wie das Album von The XX, dafür fehlen mehr Songs wie "Blackeye".
Aber immerhin:

6,5 Punkte

Volker hat gesagt…

Hatten The XX ein zweites Album draußen? ;-)

Oliver Peel hat gesagt…

Nett. 7 Punkte.

aXel hat gesagt…

6 Punkte