Freitag, 15. April 2011

The Sounds - Something To Die For




















Vielleicht sollte ich wirklich dazu übergehen hier nur noch die Kommentare zu lesen und einfach immer alles gegen die Kritik der Richter kaufen. Das funktioniert scheinbar sehr gut ;-)
(Volker)

Dann nimm das, Volker!

Nanu, eine neue Ace of Base Single? Diese Frage könnte man sich bei "It's So Easy", dem ersten Song der neuen Platte von The Sounds berechtigterweise stellen. Das nachfolgende "Danc With The Devil" klingt wie ein typischer Pet Shop Boys Song aus den Achzigern, inklusive des in "Paninero" oder "I Want A Dog" verwendeten Loweschen Sprechgesangs. "The No No Song" verbindet quengelnde Strokes-Gitarren mit Dance-Pop und man beginnt sich zu fragen - und im weiteren Verlauf wird es nicht gerade besser -, ob der Titel nicht auch auf das Album übertragbar ist: "The No No Album". Das passt, denn für diese Platte möchte sicherlich niemand sein Leben lassen.
Zu vorhersehbar, glatt und austauschbar bleiben The Sounds. Konnte man früher bei The Ark und deren Synthese aus Pop, Glam Rock und New Wave noch Selbstironie heraus hören, so scheinen es Maja Ivarsson und ihre Mannen tatsächlich ernst zu meinen. Ihre Entscheidung, in Eigenregie zu produzieren war nicht besonders glücklich, da Impulse von außen sicherlich weitergeholfen und Schlimmeres verhindert hätten. Das Schielen auf Mainstream und Charts jagt einem während des Hörens Schauer über den Rücken. Und zwar keine wohligen. Das akustisch gehaltene "Wish You Were Here" entschädigt einen am Ende dann zumindest fürs Durchhalten.

Der Opener, „It’s So Easy“, lässt Schlimmes befürchten. Eine gesichtslose Elektro-Pop-Wave-Nummer, die man schon vergessen hat, bevor sie zu Ende ist. Ganz so schlimm geht es zwar nicht weiter, aber die Band um Sängerin Maja Ivarsson und Gitarrist Felix Rodriquez schielt in Richtung kommerzielle Verwertbarkeit. An und für sich ist das ja kein besonderer Makel, aber in diesem Fall geht das Ganze komplett nach hinten los.

Wohl auch, weil die Schweden diesmal auf einen Produzenten verzichtet und alles selbst in die Hand genommen haben. Das erklärt die klangliche Eindimensionalität des Albums. The Sounds haben sich mit Something To Die For nicht weiterentwickelt, sondern ihren Sound nur in die Breite ausgedehnt. Die Band wirft zwar in Songs wie „Won’t Let Them Tear Us Apart“ mit durchaus gut gemeinten Zitaten, vor allem aus den 80er-Jahren, nur so um sich, aber zu einer eigenen musikalischen Handschrift führt das nicht.
(musikexpress.de)



Das Album erstreckt sich über eine grandiose Vielfalt und bedient dabei fast jeden Geschmack. So bildet es beispielsweise auch den Ersatz für das typische Automixtape.

In der Mitte des Albums gelangt man zum Titelsong Something to die for. Dieser macht gleich am Anfang klar, warum er den Tonträger betitelt. Er repräsentiert das Album mit seiner Soundvielfalt, mit klugen Textpassagen und mit einer in sich geschlossenen Harmonie. Eine Harmonie, die das schwedische Fünferpack im Übrigen auch auf der Bühne repräsentieren kann. Geschlossen und vor allem echt tritt das Quintett vor das Publikum. Das Ganze wird unterstützt von einer gehörigen Portion Selbstvertrauen, aber genau diese sollte bei dieser Band selbstverständlich sein. Sie können es sich leisten.

Beachtlich am neuen Werk der The Sounds ist auch der Faktor, dass der Hörer ein bisschen an der Nase herumgeführt wird. Wie die Sounds das machen? Mit Sounds. So passiert es doch recht häufig, dass der Beginn eines Songs eine komplett andere Erwartung an den Rest des Liedes aufwirft, als es später zu vernehmen ist. Das Gute an der Sache ist, dass die Anfangserwartung stets übertroffen wird.

Am Ende des Albums stehen die Songs The Best Of Me und Wish You Were Here. Ersterer erscheint wie eine Art Resümee. »Wir haben es geschafft!« könnte die Aussage darüber sein, da er den großartigen Abschluss des Albums einleitet. Interessant wäre es zu wissen, ob der Song auch als einer der letzten produziert wurde. Wish You Were Here beginnt, wie ein letzter Song auf einer grandiosen Platte anfangen muss: Mit einer akustischen Gitarre. Es entwickelt sich eine Ballade, die den Hörer abschließend noch einmal an die Hand und mit auf eine kurze Reise nimmt. Am Ende lässt sie los und man steht alleine da. Im Idealfall ist genau hier der Zeitpunkt gekommen, um Something to die for noch mal zu hören.
(titel-magazin.de)

4 Kommentare:

vielleichtsagerin hat gesagt…

ich habe die band 2007 gehört, damals waren sie noch fertig und authentisch, die charts waren ihnen schnuppe. der erfolg in den usa war der anfang vom ende und jetzt mag ich sie überhaupt nicht. schade, denn "ego" war ein echter kracher.

Volker hat gesagt…

Das klingt mir dann doch ein bisschen zu sehr nach "Meine Band hat sich verändert, die hab ich jetz nicht mehr lieb" der Indie-Kids. Aber das Album gefällt mir auch nicht.

@Dirk Das Revival, das für meinen Geschmack gerne ausbleiben darf, ist das Früh 90er Eurodisco Revival. Haddaway und Dr. Alban brauch ich nun wirklich nicht.

Dirk hat gesagt…

Eingängiger Euro-(Indie-)Pop. Mir jedoch zu trashig.

4,5 Punkte

Olly Golightly hat gesagt…

wzt? 3,5 Punkte